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KBA: Weniger Neubestellungen und weniger Umsatz

Jüngster Quartalsbericht der Koenig & Bauer AG (KBA) – negatives Quartalsergebnis innerhalb der Planungsparameter, aber Vorstand bleibt bei Umsatz- und Ergebnisprognose für 2013 – Kooperationen mit Heidelberg angestrebt?
 

Deutliche Nachfrageimpulse vor allem im Bogensegment werden von der heute in Beijing beginnenden weltweit zweitgrößten Fachmesse China Print erwartet. 

Im ersten Quartal 2013 hat sich angesichts der konjunkturellen Unsicherheit auch bei Druckmaschineninvestitionen die globale Zurückhaltung der letzten Monate des Vorjahres fortgesetzt. So meldet die Koenig & Bauer AG (KBA) auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2012: 236,6 Mio. Euro) einen Rückgang der Neubestellungen um 15,5 % auf 200,0 Mio. Euro. Der Konzernumsatz blieb durch kundenseitige Lieferverschiebungen und die Ballung von Auslieferungen im zweiten Halbjahr mit 190,7 Mio. Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 263,5 Mio. Euro. Mit 657,3 Mio. Euro lag der Auftragsbestand Ende März 2013 jedoch leicht über dem zu Jahresbeginn, aber 17,7 % unter dem Vorjahr (798,8 Mio. Euro).

Eine Ergebnisverbesserung gibt es laut KBA im Bogengeschäft. Der Auftragseingang bei Bogenoffsetmaschinen erreichte mit 132,8 Mio. Euro zwar nicht den durch eine Kundenveranstaltung vor der Drupa-Messe begünstigten Vorjahreswert von 152,9 Mio. Euro – die Bestellungen waren um 13,1 % niedriger. Bei einem in etwa auf Vorjahresniveau (100,9 Mio. Euro) liegenden Bogenumsatz von 98,2 Mio. Euro wuchs das Auftragspolster bis Ende März jedoch um 3,4 % auf 207,8 Mio. Euro. Der Umsatzrückstand führte zu einem negativen Segmentergebnis von –5,9 Mio. Euro. Dieses hat sich allerdings – wie auch die Bruttomarge – durch Kostenentlastungen und Effizienzsteigerungen gegenüber 2012 (–13,3 Mio. Euro) deutlich verbessert.

Auch im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen sank die Zahl der Neuaufträge im Auftaktquartal auf 67,2 Mio. Euro (2012: 83,7 Mio. Euro), da eingeplante Bestellungen kundenseitig verschoben wurden, wie KBA betont. Der Umsatz erreichte mit 92,5 Mio. Euro nur knapp 60 % des Vorjahresvolumens von 162,6 Mio. Euro, dies vor dem Hintergrund der im Projektgeschäft üblichen Zyklik. Ende März standen in diesem vom Anlagenbau geprägten Bereich Aufträge mit einem Volumen von 449,5 Mio. Euro in den Büchern.

Der nach drei Monaten noch vorhandene Umsatzrückstand wirkte sich zwangsläufig auf die erzielten Deckungsbeiträge und das Quartalsergebnis aus. Zudem schlug die Lieferstruktur mit deutlich weniger Sondermaschinen im Berichtszeitraum auf das Betriebsergebnis durch, das mit –16,9 Mio. Euro negativ war. Unter Einbeziehung des mit –1,9 Mio. Euro leicht negativen Finanzsaldos ergibt sich ein Quartalsergebnis vor Steuern (EBT) von –18,8 Mio. Euro gegenüber –0,4 Mio. Euro in 2012. Das Periodenergebnis wird zum 31. März mit –18,5 Mio. Euro (2012: –1,3 Mio. Euro) ausgewiesen. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von –1,12 Euro (2012: –0,08 Euro).

Der Umsatz in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2013 durch deutlich gestiegene Auslieferungen bei Rollen- und Bogenmaschinen fast verdoppelt. Entsprechend erreichte die Exportquote mit 71,2 % (Vorjahr: 89,2 %) einen für KBA niedrigen Wert, der sich im weiteren Jahresverlauf wieder Richtung 80 % normalisieren wird. Ins europäische Ausland gingen 29,8 % der Lieferungen. Wegen der Konjunkturschwäche in bedeutenden Märkten lagen diese weit unter dem langjährigen Mittel. Die Wachstumsregion Asien/Pazifik mit dem Hauptmarkt China trug mit 23,2 % zum Konzernumsatz bei, der Anteil Nordamerikas erhöhte sich von 8,2 % auf 10,9 %. Auf Mittel-, Südamerika und Afrika entfielen 7,3 % des Umsatzes.

Trotz gestiegener Vorräte für anstehende Auslieferungen hat sich der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit gegenüber 2012 (–23,1 Mio. Euro) durch höhere Kundenanzahlungen und niedrigere Forderungen auf –11,4 Mio. Euro verbessert. Nach Abzug der Auszahlungen für Investitionen übertraf der freie Cashflow mit –14,8 Mio. Euro deutlich den Wert der Vorjahresperiode (–30,0 Mio. Euro). Neben ausreichenden Kreditlinien standen zum 31. März liquide Mittel von 189,0 Mio. Euro zur Verfügung (Ende 2012: 206,3 Mio. Euro). Nach Abzug der Bankschulden von 29,2 Mio. Euro errechnet sich eine Nettoliquidität von 159,8 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 35,8 %.

Allerdings sank die Zahl der festen Mitarbeiter bereits auf unter 6.000. Ende März beschäftigte die KBA-Gruppe inklusive der 340 Auszubildenden und Praktikanten weltweit 6.187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies waren 107 weniger als vor einem Jahr. Durch bereits vereinbarte Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen wird der Personalstand in naher Zukunft im Konzern weiter sinken.

Trotz des deutlichen Rückstands bei den Auftrags-, Umsatz- und Ergebniszahlen und der gesamtwirtschaftlichen Risiken hält der Vorstand seine Ziele für das Geschäftsjahr 2013 weiterhin für erreichbar. Diese beinhalten einen ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr (1.294 Mio. Euro) und eine moderate Verbesserung des Vorsteuerergebnisses. Bei seiner Prognose stützt sich das Management auf die für die nächsten Monate terminierten Lieferungen und auf die erwarteten positiven Nachfrageimpulse für das Bogengeschäft durch die weltweit zweitgrößte Fachmesse China Print in Peking, die heute begonnen hat. Auch bei Rollen- und Sondermaschinen wird im zweiten und dritten Quartal mit positiven Abschlüssen gerechnet. 

Mittelfristig sieht Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann für KBA interessante Potenziale im Digitaldruck und bei flexiblen Verpackungen. In jüngster Zeit berichtete die Tages- und Wirtschaftpresse über mögliche Kooperationen zwischen der Koenig & Bauer AG und der Heidelberger Druckmaschinen AG. Heidelberg-Chef Dr. Gerold Linzbach hatte sich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kürzlich offen für Kooperationen gezeigt. Laut KBA-Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann spreche KBA mit Heidelberg über Kooperationen, wie die Börsen-Zeitung meldete. 

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