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KBA erzielt trotz gesunkenem Neugeschäft ein Umsatzwachstum von 8,5 Prozent

Auftragseingang um 5,8 % gesunken, Betriebsergebniss verbessert sich auf +7 Mio. Euro, Mitarbeiterzahl weiter gesunken
 

KBA hat trotz des verschlechterten Neugeschäfts ein Umsatzwachstums von insgesamt 8,5 Prozent erzielt. Im Bereich Digitaldruck wurde im Berichtszeitraum die erste Inkjet-Anlage KBA Rotajet mit über 1,60 m Papierbahnbreite für den Einsatz im industriellen Druck ausgeliefert.

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) hat nach den ersten neuen Monaten des Jahres ein Umsatzwachstum von 8,5 % auf 791,8 Mio. Euro verzeichnet. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Neun-Monats-Bericht des Herstellers hervor. Auf der Ertragsseite habe der Mehrumsatz, das erweiterte Servicegeschäft und die erzielten Kostenentlastungen zu einem um rund 18 Mio. Euro verbesserten Betriebsergebnis von +7,0 Mio. Euro geführt. Das Vorsteuerergebnis (EBT) nach neun Monaten erreichte +1,2 Mio. Euro gegenüber –16,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis nach Steuern von –2,3 Mio. Euro entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von –0,12 Euro. In den Folgequartalen erwartet der Vorstand durch das Umstrukturierungsprogramm "Fit@All" eine weitere Kostenentlastung mit positiven Ergebniseffekten.

Das Neugeschäft sei durch das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld in wichtigen Schwellenmärkten und in Teilen Europas, durch die Folgen der Finanzkrise, die militärischen Auseinandersetzungen und die Sorgen um Ebola gebremst worden. Insgesamt unterschritt der Auftragseingang im Konzern mit 668,7 Mio. Euro den Vorjahreswert (709,6 Mio. Euro) um 5,8 %, allerdings mit unterschiedlicher Intensität in beiden Geschäftsbereichen. Während im Segment Bogenoffsetmaschinen aufgrund eines guten dritten Quartals der Auftragseingang in den ersten neun Monaten mit 449,9 Mio. Euro nur um 1,9 % unter dem Vorjahr blieb, sanken die Bestellungen bei Rollen- und Sondermaschinen gegenüber 2013 um 12,9 % auf 218,8 Mio. Euro. Neben dem weit unter den niedrigen Erwartungen bleibenden Neugeschäft mit Rotationsanlagen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck gingen auch im Banknotendruck neue Aufträge nur zögerlich ein. Entsprechend fiel auch der Auftragsbestand im Konzern Ende September mit 437,4 Mio. Euro deutlich niedriger als vor zwölf Monaten (2013: 627,7 Mio. Euro) aus.

Positive Segmentergebnisse

Der Umsatz im Geschäftsbereich Bogenoffsetmaschinen stieg laut neuestem Quartals-Bericht um 6,5 % auf 406,3 Mio. Euro gegenüber 381,4 Mio. Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis ist mit +2,8 Mio. Euro (2013: –7,8 Mio. €) positiv. Bei Rollen- und Sondermaschinen hätten höhere Erlöse im Wertpapier- und Spezialverpackungsdruck den Umsatz im Vergleich zu 2013 (348,5 Mio. Euro) um 10,6 % auf 385,5 Mio. Euro wachsen lassen. Trotz der schwachen Auslastung der Rollenstandorte hat sich laut KBA das Segmentergebnis auf +4,2 Mio. Euro gegenüber –2,9 Mio. Euro im Vorjahr verbessert.

Exportquote über 85 Prozent

Die Exportquote der Koenig & Bauer AG lag bei 85,3 %. Ins europäische Ausland gingen 35,8 % der Lieferungen (2013: 25,2 %). Die Auslieferungen in den früher dominierenden KBA-Markt seien um 54,2 % gewachsen. Der Umsatzanteil der Vertriebsregion Asien/Pazifik habe aufgrund der konjunkturellen Abschwächung in China mit 24,2 % unter dem Vorjahr (28,9 %) gelegen. Nordamerika trug mit 10,1 %, Lateinamerika und Afrika mit 15,2 % zum Konzernumsatz bei.

Starker Cashflow

Der operative Cashflow sei durch die Ergebnisverbesserung und niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 32,9 Mio. Euro deutlich positiv gewesen, obwohl die Kundenanzahlungen gesunken und liquide Mittel für den Stellenabbau abgeflossen sind. Der um fast 19 Mio. Euro über dem Vorjahr liegende freie Cashflow von 21,0 Mio. Euro ließ die liquiden Mittel auf 204,0 Mio. Euro ansteigen. Nach Abzug der auf 19,3 Mio. Euro reduzierten Bankschulden verbleibt eine Nettofinanzposition von 184,7 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt nach Aussage des Herstellers 23,7 %.

Beschäftigtenzahl weiter gesunken

Zum 30. September 2014 beschäftigte die KBA-Gruppe 5.930 Mitarbeiter, darunter 429 Auszubildende bzw. Praktikanten. Ohne Berücksichtigung des Fachkräftenachwuchses, freigestellte, befristete und Beschäftigte in Altersteilzeit sowie ohne die neu konsolidierten Gesellschaften KBA-Kammann und KBA-Flexotecnica sank die Mitarbeiterzahl um 445 auf 4.907. Mit der weiteren Umsetzung des "Fit@All-Programms" soll die Beschäftigtenzahl bis 2016 noch auf unter 4.500 fallen.

Prognose für 2014

Trotz der politischen Konflikte und eingetrübten Konjunkturerwartungen hält das Management an seinen Zielen für 2014 fest. Im Neunmonatsbericht bestätigt der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann den Ausblick für 2014: „Bei KBA ist derzeit […] vieles im Umbruch. Dennoch werden wir aus heutiger Sicht im laufenden Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von etwas über 1 Mrd. Euro und zumindest ein ausgeglichenes Konzernergebnis vor Steuern (EBT) erreichen." Nach den hohen Rückstellungen im Jahresabschluss 2013 erwartet der Vorstandsvorsitzende im Abschluss des laufenden Jahres nur begrenzte ergebniswirksame Sonderaufwendungen für das Umstrukturierungsprogramm "Fit@All". Dagegen sollen sich die Entlastungen aus den durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen bemerkbar machen.
Auch Ausweitung der Aktivitäten in Wachstumsmärkten wie dem Digital- und Spezialverpackungsdruck soll zur Stärkung der Ertragslage im Konzern beitragen.

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