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KBA schreibt schwarze Zahlen

Neubestellungen erreichten nach 2006 höchsten Wert – Geschäftsbericht 2011 veröffentlicht

Die Neubestellungen im KBA-Konzern erreichten mit 1,552 Mrd. Euro nach eigenen Angaben den höchsten Wert seit dem Rekordjahr 2006.

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) mit Sitz in Würzburg hat im dritten Jahr hintereinander schwarze Zahlen geschrieben. Wie das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht 2011 weiter berichtet, erreichten die Neubestellungen im KBA-Konzern mit 1,552 Mrd. Euro den höchsten Wert seit dem Rekordjahr 2006. Im Vergleich zu 2010 (1,285 Mrd. Euro) legte der Auftragseingang um 20,8 % zu. Der Auftragsbestand hat sich mit 825,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 440,8 Mio.Euro fast verdoppelt. Durch die Marktabschwächung bei Bogen- und Rollenoffsetmaschinen im zweiten Halbjahr und einigen Lieferverschiebungen erreichte der Konzernumsatz mit 1,167 Mrd. Euro nicht ganz den Vorjahreswert von 1,179 Mrd. Euro.

Durch die "nachlassende Investitionsdynamik" im letzten Jahresdrittel verzeichnete der Bereich Bogenoffsetmaschinen einen Auftragsrückgang um 8,3 % auf 569,9 Mio. Euro. Dagegen zogen die Bestellungen bei Rollen- und Sondermaschinen durch das "lebhafte Nischengeschäft" im Vergleich zum Vorjahr um 48,1 % auf 982,2 Mio. Euro an. Umsatzseitig wurde im Bogenbereich ein Zuwachs von 5,9 % auf 583,6 Mio. Euro realisiert. Demgegenüber lag der Segmentumsatz bei Rollen- und Sondermaschinen durch Lieferverschiebungen mit 583,6 Mio. Euro um 7,1 % unter dem Vorjahreswert.

Materialkosten- und Tariflohnsteigerungen, Investitionen in Produktneuheiten sowie fehlende Deckungsbeiträge durch Umsatzverschiebungen ins neue Geschäftsjahr und außerplanmäßige Strukturkosten führten laut KBA gegenüber 2010 (22,2 Mio. Euro) zu einem niedrigeren Betriebsergebnis von 9,9 Mio. Euro. Dabei verdoppelte die Sparte Rollen- und Sondermaschinen den Betriebsgewinn von 14,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 28,0 Mio. Euro. Dazu trug auch das Nischen- und Servicegeschäft bei. Im Geschäftsbereich Bogenoffsetmaschinen betrug der Betriebsverlust –18,1 Mio. Euro (2010: +8,2 Mio. Euro). Als Gründe nannte der Druckmaschinenhersteller Einsparungen aus der während der Finanzkrise eingeleiteten Restrukturierung, Margendruck und hohe Vorlaufkosten für neue Produktgenerationen zur Drupa.

Das Konzernergebnis vor Steuern lag im Berichtsjahr mit +3,3 Mio. Euro unter dem Vorjahr (+15,3 Mio. Euro); ebenso der Jahresüberschuss mit +0,4 Mio. Euro im Vergleich zu +12,5 Mio. Euro in 2010. Daraus ergibt sich ein anteiliges Ergebnis je Aktie von 0,02 Euro (2010: 0,76 Euro). Vorstand und Aufsichtsrat wollen nach eigener Aussage für das Geschäftsjahr 2011 auf eine Dividendenzahlung verzichten.

Im Berichtsjahr wurden laut KBA wieder fast 5 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

Bei um 34,3 % höheren Erlösen im Inland reduzierte sich die Exportquote auf 84,4 % (2010: 88,5 %). Der Umsatzanteil des europäischen Marktes (ohne Deutschland) stieg gegenüber 2010 von 28,5 % auf 35,6 %. Dazu trugen neben dem verbesserten Bogengeschäft verstärkt Rollenmaschinen bei. Angesichts der "schwachen Investitionsneigung" der Zeitungsindustrie hatte Nordamerika trotz höherer Bogenumsätze nur einen Anteil am Konzernumsatz von 8,6 %. Die Regionalquote Asien/Pazifik betrug 27,4 %, Lateinamerika und Afrika kamen auf 12,8 %. Die restriktivere Geldpolitik in China bremste nach Angaben des Druckmschinenherstellers vorübergehend den Absatz von Bogenoffsetmaschinen. 

Zum Jahresende 2011 beschäftigte die KBA-Gruppe 6.408 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inklusive 428 Auszubildende). Ohne die neu konsolidierten Tochtergesellschaften wurden 71 Mitarbeiter weniger beschäftigt als im Vorjahr. Nach Umsetzung aller beschlossenen Stellenstreichungen werden laut KBA im Konzern weniger als 6.000 Beschäftigte tätig sein. Die Ausbildungsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 6,5 auf 6,7 %.

In seinem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2012 verweist der KBA-Vorstand auf die gestiegenen Risiken für die Exportwirtschaft durch die gebremste Wachstumsdynamik in bedeutenden Schwellenländern, den hohen Ölpreis und die Schuldenkrise in Europa. Der KBA-Vorstand strebe für 2012 ein einstelliges Umsatzplus und ein höheres Vorsteuerergebnis im Konzern an.

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