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KBA strukturiert komplett um und streicht noch viele Stellen

In 2013 Auftrags- und Umsatzrückgang beim Druckmaschinen-Hersteller KBA – neue Unternehmensstruktur – Umsatzplus im 1. Quartal 2014
 

 KBA-Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann stellte in seinem Bericht das Restrukturierungs-Programm für den Konzernumbau in den Mittelpunkt.

Für den KBA-Vorstandsvorsitzenden Claus Bolza-Schünemann ist klar, „dass wir unser Kerngeschäft mit Rollen- und Bogenoffsetmaschinen nachhaltig umstrukturieren und die Kapazitäten an den neuen Marktrealitäten ausrichten müssen.“ So bringt Bolza-Schünemann die Situation und mittelfristige Perspektive des Druckmaschinen-Herstellers in der diesjährigen Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG (KBA) auf einen Nenner. Daneben sei der Ausbau neuer Wachstumsgebiete ein Schwerpunkt des Restrukturierungs-Programms.

Was bedeutet: „...an den neuen Marktrealitäten ausrichten“?

In den nächsten Monaten werde weiter an den langfristig wirkenden Kapazitäts- und Strukturmaßnahmen, dem neuen Standortkonzept und der Reduzierung der Wertschöpfungstiefe durch vermehrte Fremdvergaben außerhalb druckmaschinenspezifischer Kernkompetenzen gearbeitet, wie es bei KBA heißt. Im Zuge der Umsetzung dieser Maßnahmen werden im Konzern zwischen 1.100 und 1.500 von heute etwa 6.200 Stellen wegfallen. 

Für etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Mödling, Ternitz, Trennfeld und Würzburg wurden bereits freiwillige Aufhebungs- und Altersteilzeitverträge abgeschlossen bzw. mit der Arbeitnehmerseite Sozialtarifverträge und Sozialpläne vereinbart, für das Werk in Radebeul bei Dresden gibt es ebenfalls eine Einigung und Regelung hinsichtlich der Reduzierung um 180 Stellen Mitte nächsten Jahres, wie KBA weiter berichtet. Die Verhandlungen über die aus Kapazitäts- und Ertragsgründen notwendige Senkung der Belegschaft am Standort Frankenthal/Pfalz um 200 Beschäftigte laufen noch. Dabei ließen sich „trotz großer Bemühungen aller Beteiligten um sozialverträgliche Lösungen“ betriebsbedingte Kündigungen nicht vermeiden, so KBA. Aufgrund einzuhaltender Kündigungsfristen und bevorstehender Verlagerungen erfolgte der Stellenabbau in mehreren Schritten bis Ende 2015.

Bolza-Schünemann betonte auf der Hauptversammlung weiter, „wir wollen insgesamt eine Kostenbasis erreichen, die bereits bei einem Konzernumsatz von 1 Mrd. Euro zu einem angemessenen Ergebnisniveau führt. Deshalb gehört der Ausbau möglicher Wachstumsfelder zu den Schwerpunkten unserer Neuausrichtung.“

In diesem Zusammenhang verwies er auf noch ausbaufähige Spezialitäten im eigenen Haus wie den Banknoten-, Blech-, Digital- und Kennzeichnungsdruck sowie die durch Akquisitionen im vergangenen Jahr in den Konzern gekommenen Tochtergesellschaften KBA-Flexotecnica S.p.A. und KBA-Kammann GmbH. Diese werden derzeit in den internationalen Marktauftritt des Druckmaschinen-Herstellers integriert. Die Töchter sollen KBA bisher nicht bediente Wachstumsmärkte für flexible Verpackungen und die Hohlkörper-Direktdekoration erschließen.

Neue Konzern- und Führungsstruktur in Vorbereitung

KBA bereite, so Bolza-Schünemann weiter, eine neue Konzern- und Führungsstruktur vor. Ziel sei ein dezentral organisierter, hoch flexibler Druckmaschinenkonzern. Demnach sollen unter dem Dach der Koenig & Bauer AG Einheiten für die Bereiche Produktion, Bogenoffsetmaschinen, Rollenoffsetmaschinen und Spezialmaschinen das operative Geschäft mit klarer Ergebnisverantwortung erledigen. Bei KBA spricht man hier von Produkthäusern und erwartet sich von der Schaffung eindeutiger Verantwortungsbereiche mehr Transparenz und strategische Flexibilität.

Mit der Festlegung einer neuen Organisationsstruktur innerhalb der AG hat KBA zum 1. Mai 2014 bereits einen ersten Schritt gemacht. Organisatorisch ist so neben dem Produkthaus Bogen (Bogenoffset in Radebeul) auch ein Produkthaus Rolle (Rollenoffset in Würzburg, ohne Sondermaschinen) entstanden. Ein tragfähiges Konzept zur gesellschaftsrechtlichen Umsetzung der neuen Konzernstruktur inklusive der Anpassung der Konzernberichterstattung soll der Hauptversammlung im nächsten Jahr zur Genehmigung vorgelegt werden. 

In seiner Rückschau auf das Geschäftsjahr 2013 verwies Bolza-Schünemann auf die bei Rotationsanlagen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck, aber auch bei Bogenoffsetmaschinen deutlich unter den Erwartungen gebliebene Nachfrage. Die geringere Investitionsbereitschaft im klassischen Offsetgeschäft gegenüber dem Drupa-Jahr 2012 habe wesentlich zum Rückgang des Auftragseingangs im Konzern um 9,3 % auf gut 1 Mrd. Euro beigetragen. Der Konzernumsatz lag bei etwa 1,1 Mrd. Euro. Das positive operative Ergebnis in Höhe von 24,5 Mio. Euro wurde aber durch Aufwendungen für Rückstellungen und Sonderaufwendungen auf -138,1 Mio. Euro gedrückt.

Vorsichtiger Ausblick für 2014

Wie bei der Vorlage des Berichts über das erste Quartal am 9. Mai 2014 bereits gemeldet, ist KBA mit einem Zuwachs beim Auftragseingang um 20,8 % auf 241,5 Mio. Euro und mit einem Umsatzplus von 11,9 % auf 213,4 Mio. Euro besser in das laufende Geschäftsjahr gestartet als im schwachen Vorjahresquartal. Das Bogensegment konnte mit einem Betriebsergebnis von +1,2 Mio. Euro nach längerer Zeit wieder eine positive Zahl melden. 

Trotz der derzeit etwas labilen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bestätigte Bolza-Schünemann einen Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro und ein positives operatives Betriebsergebnis vor Sondereffekten als Ziele für das laufende Geschäftsjahr. 

Der Vorstandsvorsitzende: „Das Konzernergebnis vor Steuern wird aufgrund überschaubarer Sonderaufwendungen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal negativ sein. Wir sind aber überzeugt, dass wir schon 2015 die Früchte unserer Neuausrichtung sehen können und ab spätestens 2016 sollte die KBA-Gruppe wieder nachhaltig positive Ergebnisse  erzielen.“

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