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Kein Bedarf mehr für das Druckzentrum der FR

Nach Zustimmung des Kartellamtes wird Frankfurter Rundschau durch die FAZ übernommen
 
FR-Druckerei

2007 wurde die Frankfurter Rundschau auf Tabloid-Format umgestellt. (DD-Archivbild)

Die Schließung des Druckzentrums Neu-Isenburg der Druck- und Verlagsgesellschaft Frankfurt am Main GmbH ist besiegelt. Damit verlieren allein in der Technik rund 230 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Nach der gestern erfolgten Zustimmung des Bundeskartellamts zur Übernahme der Frankfurter Rundschau (FR) durch den lokalen Konkurrenten FAZ werden nur 28 Redakteure in der neuen „Frankfurter Rundschau GmbH“ weiterbeschäftigt. Insgesamt sind von der Pleite des bisherigen Druck- und Verlagsunternehmens etwa 450 Mitarbeiter betroffen.

Bereits in der vergangenen Woche bekamen laut FR-Betriebsrat 337 Mitarbeiter in Druckerei und Verlag das Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die für sechs Monate eine soziale Absicherung verspricht. Für den Betriebsratsvorsitzenden Marcel Bathis ist dies „eine Schmalspurvariante“. Nachdem man in der Vergangenheit zum Erhalt des Betriebes auf Lohn verzichtet habe, „fühlen wir uns im Stich gelassen“.

Für die nächsten Wochen wird bereits mit einem starken Stellenabbau vor allem in der Druckerei gerechnet, wo die FR und einige Lohndruck-Titel wie etwa das Handelsblatt zunächst noch weiterproduziert werden. Den Druck der FR soll ab 1. Mai 2013 die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH übernehmen. Der neue Mehrheitseigentümer der FR unterhält mehrere große Zeitungsdruckereien, darunter vor allem einen Betrieb in Mörfelden-Walldorf, der gerade mal 15 Auto-Minuten vom Druckzentrum Neu-Isenburg entfernt liegt.

Der vor der Stilllegung stehende Betrieb hätte im Sommer dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern können. Auf acht KBA-Commander-Linien wurden hier neben der Frankfurter Rundschau viele andere Zeitungstitel gedruckt, unter anderem Teilauflagen der „Bild“-Zeitung und von „Bild am Sonntag“. Zeitweise galt der Betrieb südlich von Frankfurt als größte Lohndruckerei Europas. Der Lohndruckkunde Axel Springer AG hat allerdings schon vor Wochen seine Aufträge abgezogen.

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