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Digitalisierung der Wirtschaft: ein Drittel der deutschen Unternehmen planlos

Studie der KfW zeigt aber trotz vielfältiger Hindernisse auch eine breite Digitalisierungs-Basis
 

Bei der Digitalisierung der Wirtschaft klemmt's noch gewaltig – auch wenn die Basis an Unternehmen, die in den nächsten zwei Jahren Maßnahmen planen, recht breit ist.
(Bildquelle: Shutterstock)

Ein Drittel der deutschen Unternehmen schließt für den Zeitraum der kommenden zwei Jahre die Durchführung von Digitalisierungsvorhaben aus. Dies geht aus der aktuellen Unternehmensbefragung 2017 der Förderbank KfW zur Digitalisierung der Wirtschaft hervor. Bei einem weiteren Viertel der Unternehmen ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Gerade einmal rund 40% der Betriebe greifen das Thema auf und investieren bis 2019 in ihre Digitalisierung. Eine Vorreiterrolle nehmen dabei vor allem große Unternehmen (über 50 Mio. Euro Umsatz) sowie Unternehmen aus dem Groß- und Außenhandel ein.

Digitalisierungsvorhaben:
80% der Großunternehmen haben laut der KfW Digitalisierungsvorhaben fest eingeplant – und 67% der Unternehmen aus dem Groß- und Außenhandel. Bei Unternehmen mit weniger als einer Million Euro Jahresumsatz tun dies nur 27% der Unternehmen.
Als Triebkraft der Digitalisierung dominiert bei 90% der Betriebe (mit fest geplantem Digitalisierungsvorhaben) der Wille, die Chancen zu nutzen, die die neuen, digitalen Technologien und Anwendungen bieten. Ein Einfordern entsprechender Produkte und Dienstleistungen durch Endkunden oder ein anders gearteter Wettbewerbsdruck am Markt hin zur Digitalisierung nehmen deutlich weniger Unternehmen wahr (33 bzw. 24%).

Digitalisierungshemmnisse:
23% der Unternehmen, in erster Linie kleine Betriebe, sehen keinen Bedarf an (einer weiteren) Digitalisierung. Ein Grund hierfür dürfte laut KfW sein, dass kleine Unternehmen kleinteiliger und stärker für Nischen- und lokale Märkte produzieren. Eine digitale Vernetzung der Produktionsschritte und mit Kunden und Zulieferern kann unter diesen Bedingungen weniger erforderlich sein, als bei der Belieferung von Großunternehmen und überregionalen Massenmärkten.
Grundsätzlich stehen einer weiteren Digitalisierung aber auch diverse und zum Teil spezifische Hemmnisse entgegen. So werden Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation ebenso genannt wie Anforderungen an Datensicherheit/Datenschutz. Zudem gibt es mangelnde IT-Kompetenz im Unternehmen bzw. die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt sei nicht ausreichend gewährleistet. Mit Nennungen zwischen 28 und 33% liegen diese Aspekte als Digitalisierungshemmnis eng beieinander.

Zur Durchführung der Studie:
Die Unternehmensbefragung wurde zum 16. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweigen, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. An der Erhebung nahmen knapp 2.100 Unternehmen aus 18 Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Mitte Dezember 2016 bis Mitte März 2017. [1453]

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