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Kodak meldet Insolvenz an

Geschäftsbetrieb bleibt während des Gläubigerschutzes bestehen

Die Eastman Kodak Company hat Insolvenz angemeldet. Die Tochtergesellschaften außerhalb der USA seien vorerst aber nicht betroffen.

Nach dem Einbruch des Aktienkurse und wochenlangen Gerüchten um eine drohende Pleite hat die Eastman Kodak Company nun offiziell Insolvenz angemeldet. Mit Hilfe des Gläubigerschutzes, der nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts greift, wolle und müsse sich der Konzern nun umstrukturieren und sanieren. Um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, habe Kodak von der Großbank Citigroup eine Kreditlinie über 950 Millionen Dollar, umgerechnet 738 Mio. Euro, erhalten. Die Kodak-Tochtergesellschaften außerhalb der USA seien von der Insolvenz vorerst nicht betroffen.

"Kapitel 11 bietet uns die beste Möglichkeit, den Wert von zwei wesentlichen Bereichen unseres Technologie-Portfolios zu vergrößern. Das sind zum Einen unsere Patente im Bereich der digitalen Bilderfassung, die für die Entwicklung von mobilen und anderen Elektronikgeräten grundlegend waren, und zum anderen unsere Druck- und Beschichtungstechnologien, die Kodak einen Wettbewerbsvorteil im wachsenden Digitalgeschäft bieten", erklärt Antonio Perez, CEO der Eastman Kodak Company.

Insolvenz kündigte sich schleichend an

Spekulationen über die drohende Insolvenz der Eastman Kodak Company gab es bereits seit Wochen. Erst Anfang Januar wurde bekannt, dass die New Yorker Börse dem Unternehmen mit dem Ausschluss droht, sollte der Aktienwert weiterhin unter einem US-Dollar liegen. Diesen Wert hatte die Aktie zuletzt Anfang Dezember 2011 erreicht. Gewinne habe Kodak laut dem Manager Magazin bereits sei 2008 nicht mehr gemacht. Gründe dafür seien vor allen Dingen der abrupte Wegbruch des Filmgeschäftes durch das Aufkommen der digitalen Fotografie gewesen. Seit 2003 wurden dadurch bereits 13 Fabriken und 130 Labore geschlossen; 47.000 Arbeitsplätze fielen weg. Heute sind weltweit noch 19.000 Mitarbeiter für Kodak tätig.

Bereits seit Monaten versucht der US-Konzern ein Paket von rund 1100 Patenten im Bereich der digitalen Bild-Erstellung zu verkaufen, was zwei bis drei Milliarden Dollar (1,55 bis 2,33 Mrd. Euro) einbringen könnte. Bisher blieb das Vorhaben jedoch ohne Erfolg. In den vergangenen Wochen machte das Unternehmen zudem durch eine Reihe von Patentklagen, wie zum Beispiel gegen Apple, Samsung, HTC oder Fujifilm, auf sich aufmerksam.

Das nun nach amerikanischen Recht beantragte Insolvenzverfahren soll nach Einschätzung von Kodak bis zum Jahr 2013 abgeschlossen sein.

Was passiert mit den deutschen Standorten?

Derzeit sind nach Aussage von Kodak sämtliche Tochtergesellschaften außerhalb der USA nicht betroffen. Dennoch ist am deutschen Stammsitz in Stuttgart, so berichtet es die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf den Konzernbetriebsratsvorsitzenden Wolfgang Eisele, eine Betriebsversammlung geplant, um die Mitarbeiter über den aktuellen Stand zu informieren. Kodak beschäftig deutschlandweit knapp 1000 Mitarbeiter. Weitere Standorte gibt es in Osterode, Kiel und München.

Weitere Informationen zur Insolvenz des Konzern sowie zu den Eckpunkten des amerikanischen Insolvenzrechtes gibt es auf der eigens von Kodak eingerichteten Internetseite www.kodaktransforms.com.

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