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Koenig & Bauer AG: Für 2008 Verlust im höheren zweistelligen Millionenbereich erwartet

Neunmonats-Bericht weist aber nach drei Quartalen noch einen Gewinn aus

Wie der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) in einer Presseveröffentlichung ausführt, spüre KBA »wie die gesamte Branche massiv die negativen Auswirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Exportwirtschaft.« Durch den Nachfrageeinbruch in wichtigen Druckmärkten wie den USA und die in der aktuellen Bankenkrise deutlich eingeschränkte Kreditvergabe für Kundeninvestitionen habe der Auftragseingang auf Konzernebene zum 30. September mit 1005,0 Mio. Euro den Vorjahreswert von 1148,2 Mio. Euro um 12,5 % unterschritten.
Besonders deutlich sei der Rückgang der Neubestellungen laut KBA mit einem Minus von 15,8 % auf 489,3 Mio. Euro (2007: 581,0 Mio. Euro) im Geschäftsbereich Bogenmaschinen. Neben der bei kleineren Druckereien besonders ausgeprägten Investitionszurückhaltung musste eine ganze Reihe der zur internationalen Fachmesse Drupa unterschriebenen Aufträge »wegen nicht realisierbarer Finanzierungen« verschoben oder gar storniert werden. Im Segment Rollen- und Sondermaschinen lagen die Bestellungen trotz eines leichten Zuwachses bei Zeitungsrotationen mit 515,7 Mio. Euro um 9,1 % unter dem Vorjahr (567,2 Mio. Euro), da weniger Wertpapier- und Akzidenzdruckmaschinen verkauft wurden.
Der Konzernumsatz verfehlte in den ersten neun Monaten mit 1075,3 Mio. Euro den Vorjahreswert von 1208,6 Mio. Euro um 11,0 %. Aufgrund des im dritten Quartal nicht im erwarteten Maße eingetretenen Liefereffekts der vorangegangenen Drupa-Messe ging der Umsatz bei Bogenoffsetmaschinen gegenüber dem Vorjahr (2007: 569,2 Mio. Euro) um 12,2 % auf 499,9 Mio. Euro zurück. Auch bei den Rollen- und Sondermaschinen schrumpfte der Segmentumsatz im Berichtszeitraum um 10,0 % auf 575,4 Mio. Euro (2007: 639,4 Mio. Euro).
Trotz der umsatzbedingt fehlenden Deckungsbeiträge, gestiegener Rohstoff- und Energiekosten, Mehraufwendungen für die stark schwankende Kapazitätsauslastung und notwendiger Wertberichtigungen auf Forderungen hat der KBA-Konzern, wie es weiter heißt, nach neun Monaten noch einen Betriebsgewinn von 7,9 Mio. Euro (2007: 41,5 Mio. Euro) erzielt. Dazu trug allein der durch den Anlagenbau geprägte Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen bei, der den zweistelligen Verlust in der seriennahen Bogenoffsetsparte nochmals überkompensieren konnte.
Zum Quartalsende beschäftigte die KBA-Gruppe 8003 Mitarbeiter, 263 weniger als im Vorjahr.
Durch den weiter gesunkenen Auftragsbestand sind im vierten Quartal die deutschen Werke der Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG nicht voll ausgelastet. Bereits seit Oktober begegnet KBA der unzureichenden Auslastung mit dem Abbau von Gleitzeitguthaben und Resturlaub. Nach den zehntägigen Betriebsferien Ende Oktober wurde für das Bogenoffsetwerk Radebeul ab November Kurzarbeit beantragt. Auch für andere Produktionsstandorte schließt das KBA-Management diesen Schritt nach dem Jahreswechsel nicht aus.
Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann: »Die aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage unverzichtbare Konsolidierung der Bogenstandorte Radebeul bei Dresden, Mödling in Österreich und Dobruška in Tschechien sieht u. a. den Abbau von etwa 600 von insgesamt rund 3600 Beschäftigten in den drei Werken vor... Am Ende des Geschäftsjahres 2008 erwarten wir ein negatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) im höheren zweistelligen Millionenbereich.«

Koenig & Bauer AG (KBA) http://www.kba-print.de

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