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Koenig & Bauer: Über 13.000 Besucher beim Tag der offenen Tür

Ex-Bundespräsident bei der Jubiläumswoche zum 200. Geburtstag – 650 internationale Gäste beim Festakt im VCC
 

In einer aufrüttelnden Rede forderte Bundespräsident a.D. Horst Köhler eine globale Partnerschaft bei der Bewältigung der mit dem Bevölkerungswachstum, der Ressourcenknappheit und der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen. Bild unten: Mehr als 13.000 Besucher fluteten beim Tag der Offenen Tür am 23. September das herausgeputzte Würzburger Druckmaschinenwerk am Main.

Die Festwoche zum 200-Jahre-Firmenjubiläum der Koenig & Bauer AG in Würzburg konnte mit beeindruckenden Zahlen und Fakten aufwarten: Mehr als 13.000 Besucher wurden beim Tag der Offenen Tür gezählt. Am offiziellen Festakt im Vogel Convention Center (VCC) mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler als Hauptredner und Kurzreferaten von drei CEOs bekannter Druckunternehmen nahmen 650 Gäste aus aller Welt teil. Viele Kunden und Geschäftspartner besichtigten auch das Würzburger Stammwerk und erlebten dabei historische und aktuelle Druckmaschinen in Produktion.

Im Rahmen der Festveranstaltung bedankte sich der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann bei Generationen von Kunden, Führungskräften und Mitarbeitern für deren Beitrag über wirtschaftliche Krisen, Kriege und technologische Umbrüche hinweg. Bolza-Schünemann:

 
 

 „Print hält unser Unternehmen und seine Mitarbeiter seit 200 Jahren in Bewegung. Eine spannende Aufgabe, auch in einer digitalisierten Welt immer neue Technologien, Lösungen und Anwendungen für Print zu finden, mit denen unsere Kunden weiterhin erfolgreich sein können.“

Über die aktuelle Lage und die Zukunftsperspektiven von Print in unterschiedlichen Segmenten des großen und vielfältigen Marktes für Gedrucktes referierten unter der Moderation des Markenexperten Prof. Dr. Karsten Kilian von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt gleich drei CEOs namhafter Unternehmen. Axel Hentrei, CEO der Bertelsmann Printing Group in Gütersloh, erläuterte in seinem Kurzvortrag zur „World of Media“ die Online-Auswirkungen auf den Bücher-, Broschüren-, Katalog-, Magazin- und Werbedruck. Angesichts sinkender Auflagen bei wachsender Titelzahl sieht er Lösungsansätze in der Automatisierung der Produktionsprozesse, der Veredelung von Printprodukten, der Arbeitsteilung zwischen Print und Online und im Digitaldruck.

Hans Schur, Inhaber und CEO der dänischen Verpackungsgruppe Schur International, sprach über die „World of Packaging“ und hob dabei angesichts der wachsenden Weltbevölkerung besonders die häufig übersehene Rolle der Verpackung für die längere Haltbarkeit von Lebensmitteln hervor. Diese Funktion gewinnt neben der Rolle edler Verpackungen als stiller Verkäufer am Point of Sale immer mehr an Bedeutung, da der Online-Handel inzwischen auch Lebensmittel umfasst und dafür eine ununterbrochene Kühlkette und geeignete Verpackungslösungen erforderlich sind.

Die „World of Security“ war das Thema von Ralf Wintergerst, CEO von Giesecke+Devrient in München. Der Vorstandsvorsitzende des Produzenten von Banknoten und elektronischen Bezahlsystemen ging u. a. auf die wachsenden Risiken durch Cyber-Kriminalität für elektronische und Online-Bezahlsysteme sowie die Bemühungen ein, Banknoten durch immer neue Sicherheitsmerkmale möglichst fälschungssicher zu machen. Er sieht trotz der elektronischen Konkurrenz im Zeitalter der Digitalisierung kein Ende der gedruckten Banknote, zumal der weltweite Bargeldumlauf weiter steigt.

Karsten Kilian wies in seinem abschließenden Kurzvortrag zur „World of Brands“ auf die große Bedeutung von Marken für den geschäftlichen Erfolg hin. Sein Credo: „Eine große Idee ist die Basis jeder großen Marke.“ Sein Fazit: „Gerade in unserer Zeit zunehmender Digitalisierung und Dynamisierung braucht man starke Marken zur Orientierung.“

Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, früherer Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Afrika-Kenner, stellte die Konflikte zwischen dem Wachstum der Weltbevölkerung, der Ressourcenknappheit und der Digitalisierung in den Mittelpunkt seiner Festrede. Köhler: „Man kann sich diese drei Trends wie große Züge vorstellen, die aufeinander zufahren. Erst wenn wir begreifen, wie wenig uns Lösungen auf nur einer Seite des Dreiecks bringen, werden wir uns bewusst, vor welcher Mammutaufgabe die Menschheit steht. Auch künftig ist jedes Land seines Glückes Schmied. Aber um erfolgreich zu sein, müssen alle sehr viel mehr im Blick haben als bloß den eigenen Amboss. Wir brauchen im 21. Jahrhundert Nationen, die erkennen, dass sie alle unwiderruflich im selben Boot sitzen. Wir brauchen politische Antworten, die sich zu einem neuen Paradigma der globalen Partnerschaft zusammenfügen. Wir brauchen eine Weltwirtschaft, die allen Menschen auf der Erde ein Leben in Würde ermöglicht, ohne unseren Planeten zu zerstören.“

Köhler bezeichnete Friedrich Koenig und Andreas Bauer, die Gründer von Koenig & Bauer, als beispielhaft für Ideenreichtum, Gestaltungswillen und Unternehmergeist. Daneben hob er die sozialen Errungenschaften des Unternehmens in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter Fanny Koenig hervor. Köhler: „Eine solche soziale Dimension zeichnet viele Familienbetriebe und Betriebsfamilien in Deutschland aus, und sie trägt entscheidend zum Klima und zum Erfolg der sozialen Marktwirtschaft bei.“

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