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Kontroverse um Leiharbeit zwischen BVDM und Verdi

Wird Stammbelegschaft zunehmend durch Leiharbeiter ersetzt?

»Die Unternehmen der Druckindustrie setzen Zeitarbeit, wenn überhaupt, nur vorübergehend und vorwiegend zum Ausgleich personeller und saisonaler Schwankungen ein«. Diese Schlußfolgerung zog der Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (BVDM) aus den Ergebnissen einer von ihm initiierten bundesweiten Umfrage zum Einsatz von Leiharbeitnehmern in der Druckindustrie. Die Umfrage belege eindeutig, dass in der Druckbranche kein Austausch von Stammbelegschaften durch Zeitarbeitnehmer betrieben werde, sagte Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer des BVDM.
Die Umfrage zur Praxis der Leiharbeit in der Druckindustrie ergab, dass aktuell nur weniger als die Hälfte der Betriebe (knapp 45 %) von dem Instrument der Zeitarbeit Gebrauch machen. In 75 % der Betriebe liegt der Anteil der Leiharbeitnehmer an der Gesamtbelegschaft unter 5%.
Dabei würden Leiharbeitnehmer fast ausschließlich als Hilfskräfte eingesetzt. Über die Hälfte der Betriebe beschäftige Leiharbeitnehmer nur kurzfristig bis zu einer Dauer von drei Monaten. »Auch das bestätigt unsere Auffassung, dass Zeitarbeit in unserer Branche kein Instrument ist, um anspruchsvolle Tätigkeiten dauerhaft durch Leiharbeiter ausführen zu lassen«, betonte Mayer.
Verdi reagierte auf die Verlautbarung des BVDM prompt und sagte, sie stelle erheblichen Missbrauch von Leiharbeit in der Druckindustrie fest. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft widerspricht der Ansicht des BVDM, wonach in der Druckindustrie Zeitarbeit nur begrenzt und vorübergehend eingesetzt werde. Eine Verdi-Umfrage unter Betriebsräten aus Druck- und Verlagsunternehmen zeichne ein gegenteiliges Bild. Danach werde die Leiharbeit nur in 35 % der Fälle für saisonale Auftragsspitzen und vorübergehend eingesetzt. In weiteren knapp 10 % der Fälle hingegen würden Leiharbeitnehmer intensiv und dauerhaft beschäftigt. In über 55 % der Fälle setzten Druckunternehmer Leiharbeit ein, um Stammbelegschaften unmittelbar zu ersetzen und den Branchentarifvertrag zu unterlaufen. »Die Arbeitgeber versuchen, den Belegschaften in zunehmenden Maße Opfer und Verzichte abzupressen, indem sie mit Auslagerungen von Arbeitsplätzen in Leiharbeitsfirmen drohen«, sagt Verdi-Tarifsekretär Andreas Fröhlich. Man wolle »dem Widerstand entgegensetzen.«
Weder Arbeitgeberverband noch Gewerkschaft machen in ihren Pressemitteilungen Angaben, wieviele Unternehmen bzw. Betriebsräte befragt wurden.

Bundesverband Druck und Medien http://www.bvdm-online.de

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