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Lack- und Druckfarbenindustrie für 2017 „vorsichtig optimistisch“

Gesamt-Umsätze stiegen um 1,6 Prozent – Druckfarbenabsatz stagniert im Jahr 2016
 

Produktion und Inlandsmarkt von Lacken, Farben und Druckfarben (Grafik: Destatis, VDL, ChemResearch).

Wie im Vorjahr wird der Umsatz der in Deutschland hergestellten Lacke, Farben und Druckfarben auch 2016 wieder die Acht-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten. Das gab heute der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e. V. (VDL, Frankfurt/Main) bekannt. Von den produzierten 2,6 Mio. Tonnen Lacken, Farben und Druckfarben werden 1,76 Mio. Tonnen in Deutschland verarbeitet. Die Inlandsumsätze 2016 werden vom Verband mit 5,5 Mrd. Euro beziffert.

Laut Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer des VDL in Frankfurt, war „das Jahr 2016 damit für die Branche ein eher durchschnittliches Jahr“. Der Inlandsverbrauch an Beschichtungsprodukten sei insgesamt um 1,1 Prozent gewachsen, die Gesamt-Umsätze stiegen um 1,6 Prozent. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten durchaus unterschiedlich:
– Der Druckfarbenabsatz stagnierte im Jahr 2016, die Umsätze gingen um drei Prozent zurück.
– Der Inlandsmarkt für Baufarben wuchs um 1,4 Prozent, die Umsätze stiegen um 2,2 Prozent gegenüber 2015.
– Die Industrielacksparte konnte um 1,2 Prozent bei den verkauften Mengen und um 2,6 Prozent bei den Umsätzen zulegen.

Für das kommende Jahr sind die Hersteller von Lacken, Farben und Druckfarben in Deutschland nach VDL-Angaben „vorsichtig optimistisch“. Engelmann geht nämlich davon aus, dass die Konjunktur stabil bleiben wird, die Abnehmerbranchen sich weiterhin positiv entwickeln und die Inlandsabsätze steigen werden. Daher werden die Umsätze 2017 wohl auf über 8,1 Mrd. Euro bei einer Produktionsmenge von 2,63 Mio. Tonnen ansteigen.

„Weniger erfreulich“ stelle sich laut Engelmann die Kosten- und Margenentwicklung dar. Nach einigen Jahren der vergleichsweise gedämpften Preisentwicklung bei den Vorprodukten sei 2017 eher wieder mit steigenden Rohstoffpreisen zu rechnen. „Der Rohstoffeinkauf macht in der Lack- und Druckfarbenherstellung im Durchschnitt 52 Prozent der Gesamtkosten aus,“ sagte Engelmann. Erhebliche Kosten verursache auch die Regulierung, und zwar nicht nur die betriebliche Umsetzung bestehender Gesetze. Teilweise könne schon die Diskussion über mögliche Veränderungen – zumeist Verschärfungen – zu Mehrkosten führen, wenn die Abnehmer übersensibel reagierten.

Engelmann appelliert an Politik und Behörden, Regulierungsansätze auf ihre Auswirkungen in der gesamten Lieferkette zu überprüfen und vorschnellen Aktionismus zu vermeiden.

Branche mit Mehrwertprodukten

Um ein Vielfaches höher als der Umsatz der Branche falle der Mehrwert aus, der durch die Verwendung der Produkte generiert wird, so Engelmann weiter: So werden durch Beschichtungen beispielsweise die Karosserien von 60 Mio. Autos geschützt. Auf rund 360 Mio. Quadratmetern Fassadenfläche ermöglichen Fassadenfarben individuelle Farbgestaltungen, und deutschlandweit werden 120.000 Brücken vor Korrosion und Verfall bewahrt.

„Auch in Sachen Arbeitsplätze ist die Lack- und Druckfarbenindustrie kein unwesentlicher Multiplikator“, wie Engelmann betont. Neben den 25.000 in der Branche selbst Beschäftigten arbeiten gut 195.000 Maler und Lackierer sowie 180.000 Beschäftigte in Schreinereien mit Beschichtungsmaterialien. Hinzu kommen etwa 110.000 Angestellte in Druckereien, für die Druckfarben fest zum Arbeitsalltag gehören.

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