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Lage der Druckindustrie hat sich "deutlich verschlechtert"

Neuer Geschäftsführer stellt Zahlen für Baden-Württemberg vor
 
Dr. Lägeler

Dr. Alexander Lägeler, Geschäftsführer des Verbands Druck und Medien Baden-Württemberg, schildert die schwierige Lage der Druckindustrie.

Bei der Abschlussveranstaltung zum 35. Druckforum hat der neue Geschäftsführer des Verbands Druck und Medien Baden-Württemberg, Rechtsanwalt Dr. Alexander Lägeler, die aktuellen Zahlen der Druckindustrie in Baden-Württemberg vorgestellt. Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Lage "gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert". Der Umsatz betrug 2,285 Mrd. Euro. Im Jahr 2011 waren es zum Vergleich 2,572 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Umsatzminus von rund 10 Prozent, so Lägeler. Die Druckindustrie profitiere weiterhin nicht vom allgemeinen Wachstum der deutschen Wirtschaft .

Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Statistische Landesamt nur Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erfasst. So waren dies 2011 117 Betriebe, im Jahr 2012 waren es nur noch 109 Betriebe. Das hohe Umsatzminus erklärt sich im Wesentlichen hieraus. Der Verband geht davon aus, dass die Umsatzzahlen über alle Betriebe (Baden-Württemberg bezogen) den bundesweit ermittelten Umsatzzahlen von -1,6 Prozent entsprechen. Nach Schätzungen des Verbandes erwirtschaften Betriebe mit unter 20 Beschäftigten rund 40 Prozent des Umsatzes.

In den statistisch erfassten Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern beschäftigt die Druckindustrie in Baden-Württemberg rund 12.400 Mitarbeiter. Der Verband geht davon aus, dass in den Betrieben unter 50 Mitarbeitern rund 10.000 weitere Mitarbeiter beschäftigt sind. Der Rückgang der Beschäftigtenzahl betrug 2012 in den 109 erfassten Betrieben gegenüber 2011 in 117 Betrieben rund 5 Prozent. Diesbezüglich ist aber wiederum zu berücksichtigen, dass die Statistik nur Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erfasst, sodass auch hier von einem tatsächlichen Rückgang der Beschäftigten von etwa 2 Prozent auszugehen ist, wie das im Bundesdurchschnitt der Fall war.

Deutlich weniger Insolvenzen und weniger Arbeitslose in Druckberufen

Während im Jahr 2011 insgesamt 30 Betriebe in Baden-Württemberg Insolvenz anmelden mussten, waren dies bis Ende Oktober 2012 nur 18 Betriebe. Allerdings hat das Thema Betriebsaufgaben und –stilllegungen das Thema Insolvenzen überholt. Erfreulich ist der Rückgang bei den gemeldeten Arbeitslosen mit Druckberufen um durchschnittlich 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So wurden 2012 1.605 Arbeitslose gemeldet, 2011 waren es 1.753 Arbeitslose. Dagegen stehen 2012 326 gemeldete offene Stellen.

Ausbildungsverhältnisse leicht gesunken

Über die drei Ausbildungsjahre hinweg werden in der Druck- und Medienindustrie in 2012 in Baden-Württemberg 2.027 Auszubildende beschäftigt. Dies sind 3 Prozent weniger als im Jahr 2011 mit 2.091 Auszubildenden. Bei den Mediengestaltern ist die Anzahl der Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit 7 Prozent leicht gesunken. Bei den Medientechnologen Druck sind es 24 Prozent weniger im Vergleich zum 1. Lehrjahr 2011. Bei den Medientechnologen Siebdruck ist die Anzahl der Auszubildenden nahezu gleich. Bei den Medientechnologen Druckverarbeitung sind es sogar 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch bei der Berufsfachschule Drucktechnik (einjährige Vollzeitschule) gab es 2012 einen Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse insgesamt leicht gesunken ist, konnte die Ausbildungsquote von 9 Prozent gehalten werden.

Printwerbung verliert weiter

Der Bruttowerbeaufwand ist laut Nielsen Media Research bundesweit im Jahr 2012 um 0,9 Prozent gestiegen (nachdem er um 3,5 Prozent im Jahr 2011 und um 11 Prozent im Jahr 2010 gestiegen ist), wobei elektronische Medien mit 5,0 Prozent überproportional profitieren konnten. Printmedien haben zwar am Medienmix des Bruttowerbemarktes noch immer einen Anteil von 32 %, konnten aber vom allgemeinen Werbewachstum nicht profitieren, sie verzeichneten einen Rückgang um 4,8%.

Nach Einschätzung des Verbandes muss 2013 davon ausgegangen werden, dass die Wirtschaftslage für die deutsche Druckindustrie schwierig bleibt. Gute Wachstumsraten erwartet der Verband hingegen im Digitaldruck.

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