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Manroland: Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt

Sanierung wesentlicher Einheiten in Eigenverantwortung angestrebt

Blick in die Druckmaschinenfertigung bei Manroland.

Die Manroland AG hat heute beim zuständigen Amtsgericht in Augsburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt, nachdem die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor auf der Zielgerade gescheitert sind. 

Um die laufenden Restrukturierungen entsprechend finalisieren zu können, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt, hat Manroland gleichzeitig Antrag auf Anordnung der Eigenverwaltung gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider will sich in Kürze ein umfassendes Bild über die Situation bei Manroland machen. Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus wurde zum Generalbevollmächtigten für die Restrukturierung ernannt.

Wie es weiter heißt, strebt der Vorstand von Manroland die Sanierung „wesentlicher Einheiten“ im Rahmen der laufenden Restrukturierung in Eigenverwaltung an. Was das genau heißt, ist noch nicht bekannt. Das eingeleitete Insolvenzverfahren gibt die Möglichkeit, den Restrukturierungsprozess weiter zu forcieren und das Unternehmen durch die schwierige Phase zu steuern. Bei aller Enttäuschung über den einzuschlagenden Weg biete das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung auch Chancen. Mit dem geplanten Einstieg des potenziellen Investors und auf Basis eines Finanzierungsprogramms unter Einbindung der bisherigen Gesellschafter sowie des Bankenkonsortiums wäre die Kapitalbasis gestärkt worden. Wie Deutscher Drucker von Manroland erfahren hat, soll der Geschäftsbetrieb vorerst ganz normal weiterlaufen. Auch bleiben die Ansprechpartner für die Kunden erhalten.

Auslöser für den Insolvenzantrag ist der erneute dramatische Einbruch im Auftragseingang, der seit Mitte Juli zu beobachten ist und sich zuletzt beschleunigt hat. Infolge der Finanzkrise haben sich die kundenseitigen Finanzierungsmöglichkeiten erheblich erschwert. Gleichzeitig hat der Wettbewerbsdruck angesichts sinkender Aufträge zu einer weiteren Verschärfung des Preisdrucks und damit zu sinkenden Deckungsbeiträgen geführt. Die Marktgröße liegt bei nur noch 50 Prozent des Niveaus vor Beginn der Krise 2008. Nach anfänglichen Erholungstendenzen zu Beginn des Geschäftsjahres bis weit in den Sommer hinein hat sich das Marktumfeld – insbesondere in den USA und in Westeuropa sowie für das Segment Bogendruckmaschinen – erneut abgeschwächt. Gleiches gilt für die Geschäfte in China, die jedoch weiter auf hohem Niveau bleiben. Betroffen ist die gesamte Branche, was in dieser Dramatik nicht vorhersehbar war.

Der Generalbevollmächtige und der vorläufige Insolvenzverwalter werden nun zeitnah die Sanierungschancen verifizieren, wie es weiter heißt. Manroland beschäftigt 6.500 Personen, davon 5.000 in Deutschland.

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Leserkommentare (2)

WF | Donnerstag, 01. Dezember 2011 09:30:02

MAN Roland

Wenn man die Newsletter von Print.de der letzten Wochen liest, fast jeden Tag eine Insolvenz in der Druckbranche wundert mich die Pleite von MAN Roland überhaupt nicht.
Es wird sicher nicht der letzte Druckmaschinenbauer sein der in´s Strudeln gerät, die Veränderungen in dieser Branche sind gerade in der Zeit nach der Krise von 2008 rasant vonstatten gegangen.
Auch ich - der als Zulieferer von der Druckindustrie lebt - habe mein Zeitungsabo storniert und lese diverse Onlineausgaben auf dem I-Pad.
Eines ist auch klar - es gibt viel zu viele Druckwerke am Markt - die "Auslese" ist noch lange nicht abgeschlossen.
Mir tun die 6.500 Beschäftigten leid die so kurz vor Weihnachten in eine ungewisse Zukunft sehen - denn wenn jemand MAN Roland rettet dann wird es sicher einer der verbleibenden großen Hersteller oder ein Investor sein der das Unternehmen völlig neu aufstellen muss und nur noch mit einem Bruchteil der Mannschaft weiterarbeiten wird.

FMF | Montag, 28. November 2011 14:50:01

Manroland

Zu Manroland:
»Hochmut kommt (schon lange) vor dem Fall. «
Dies gilt auch für die »größten« Druckmaschinenbauer.
Ein Drucker mit MAN und HD-Maschinen.

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