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Manroland-Insolvenz: Verhandlungen über Massekredit erfolgreich

Tausende Mitarbeiter demonstrierten für den Erhalt von rund 6500 Arbeitsplätzen

Während es am 1. Dezember an allen drei Manroland-Standorten zu Demonstrationen von Tausenden von Mitarbeitern gekommen war, hat sich im Hinblick auf den dringend benötigten Massekredit etwas getan: Insolvenzverwalter Werner Schneider hat mit den Gläubigerbanken einen Massekredit ausgehandelt, der Manroland erst einmal die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes ermöglicht.

Die Verhandlungen über einen Massekredit für den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland haben zum Erfolg geführt. Er ist nun unter Dach und Fach. Der Massekredit hat ein Gesamtvolumen von 55 Mio. Euro. 10 Mio. Euro stehen dabei als Barkreditlinie zur Verfügung. Weitere 45 Mio. Euro sind ein sogenannter „unechter“ Massekredit. Dabei geben Gläubigerbanken einen Teil der an sie abgetretenen Forderungen frei. Die Freigabe bringt dem Schuldnerunternehmen die benötigte Liquidität, ohne dass die Bank neue Kreditmittel zur Verfügung stellen muss.

Durch den Massekredit ist die Erfüllung von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten gesichert, die nach dem Insolvenzantrag Aufträge und Bestellungen der Manroland AG erhalten. Offene Forderungen aus dem Zeitraum vor dem Insolvenzantrag sind sogenannte Insolvenzforderungen, die im eigentlichen Verfahren bearbeitet werden.

Die Fortsetzung des Betriebs hatte Schneider stets als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche nach einem Investor bezeichnet. Wie bereits berichtet, haben sich laut Insolvenzverwalter schon erste Kaufinteressenten gemeldet.

Am 1. Dezember hatten tausende Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Die meisten, rund 2000, versammelten sich in Augsburg. Aber auch an den anderen Unternehmensstandorten beteiligten sich viele Mitarbeiter an den Aktionen. In Frankfurt kamen derweil über 1000 Mitarbeiter zusammen. "Wir kämpfen dafür, dass Manroland in Offenbach eine Zukunft hat", wird der IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild auf der Kundgebung zitiert. Laut Gewerkschaft zogen dann auch viele Menschen vom Hauptbahnhof zur Niederlassung des Versicherungskonzerns Allianz, dem Hauptanteilseigner von Manroland. Sie forderten den Erhalt von rund 6500 Arbeitsplätzen insgesamt. Der Protest vieler Teilnehmer richtete sich vor allem gegen die beiden Gesellschafter von Manroland, die Allianz (hier die Allianz Capital Partners) und MAN, wie es hieß. Von ihnen fühlen sich viele im Stich gelassen. 

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