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Manroland Sheetfed: Ehemalige Mitarbeiter fechten Auflösungsverträge an

Wurden Manroland-Sheetfed-Beschäftigte im Zuge der Insolvenzabwicklung "arglistig" getäuscht?
 

Manroland Sheetfed GmbH in Offenbach. Hier ist der Bogenbereich der ehemaligen Manroland AG angesiedelt.

Wie die Frankfurter Rundschau (FR) berichtet, behaupten 190 ehemalige Mitarbeiter des Druckmaschinen-Herstellers Manroland AG, vom Insolvenzberater arglistig getäuscht worden zu sein. 

Die Zeitung wirft einige Fragen auf, die wohl auch Gegenstand eines Arbeitsgerichts-Prozesses am 13. Juni sein werden: Wurden Ex-Manroland-Beschäftigte arglistig getäuscht, als sie ihren Aufhebungsvertrag unterschrieben? Wusste der Insolvenzberater zum Zeitpunkt der Unterzeichnung, dass das Unternehmen wenige Tage später von der Langley Holding übernommen wird? Hat er dies verheimlicht, damit weitere Kollegen den Vertrag akzeptieren?

Wie die FR weiter berichtet, habe die Richterin gleich über mehrere Klagen ehemaliger Roländer zu befinden. Insgesamt sollen 190 Personen auf die Anfechtung ihrer Auflösungsverträge klagen. Alle würden von einem Hanauer Rechtsanwalt vertreten, wie es heißt. 

In der Sache geht es laut FR um Verträge, die vom 25. Januar bis Ende Januar 2012 zwischen Insolvenzberater, Beschäftigten und der Agentur für Arbeit abgeschlossen wurden. Die Agentur für Arbeit war im Spiel, weil sie das Geld für die Beschäftigungsgesellschaft zur Verfügung stellte, in die 896 ehemalige Manroland-Mitarbeiter (Offenbach) eintraten. Damals habe wohl bereits festgestanden, dass der Insolvenzverwalter das Überleben des Druckmaschinen-Herstellers nur ermöglichen könnte, wenn rund 900 der 1700 Beschäftigten das Offenbacher Werk verlassen würden. 

Am 1. Februar soll der Insolvenzberater den Gläubigern das Angebot der Holding empfohlen haben, die das Unternehmen schließlich als Manroland Sheetfed fortführte. Nach Angaben des Blattes beobachte der Manroland-Betriebsrat das Gerichtsverfahren kritisch. Man wolle sich wohl nicht nachsagen lassen, Leute überrumpelt oder getäuscht zu haben, wird ein Betriebsratssprecher zitiert. Der Betriebsrat konnte den Personalabbau nicht beeinflussen, musste ihn aber managen. 

Die Klage beruht auf der gesetzlichen Grundlage, nach der eine Willenserklärung angefochten werden kann, wenn arglistig getäuscht wurde, so der Offenbacher Rechtsanwalt Jörg Hermann, der Manroland Sheetfed vertritt. Wie es in dem Bericht weiter heißt, würden die ehemaligen Manroland-Mitarbeiter nach Angaben des Anwaltes auf Zahlung ihrer vollen Gehälter klagen, die sie zusätzlich zum Kurzarbeitergeld in der Beschäftigungsgesellschaft erhalten sollen. „Das kann Sheetfed nicht stemmen“, wird Hermann weiter zitiert.

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