Manroland Sheetfed GmbH konzentriert sich auf die Baureihen Roland 500 bis 900

Beim Bogenbereich angesiedelte Manroland-Marktorganisationen werden das Rollengeschäft mit unterstützen

Marcus Pabsch ist Leiter Marketing & Communications, Manroland Sheetfed GmbH, und Pressesprecher der neu gegründeten Langley-Holdings-Tochtergesellschaft Manroland Sheetfed.

Die alte Manroland AG ist Vergangenheit. Nach Insolvenz und Aufteilung in zwei getrennte Geschäftsfelder (Rollenbereich bei Possehl, Bogenbereich bei Langley Holdings) mit schmerzhaften Einschnitten will der Bogenbereich – die Manroland Sheetfed GmbH in Offenbach – wieder „Fahrt aufnehmen“, so Pressesprecher Marcus Pabsch (Marketing & Communications, Manroland Sheetfed GmbH) in einem Interview mit Deutscher Deutscher.

DD: Wie stellt sich die neue Manroland Sheetfed GmbH auf?Marcus Pabsch: Wir strukturieren uns gerade nach dem Verlust von etwa 1000 Mitarbeitern komplett neu, bilden Bereiche neu, organisieren die Abläufe neu und wollen nun wieder „Fahrt aufnehmen.“ In den Bereichen Service, Verkauf und Printcom geht es darum, die Teams neu zu bilden. Dabei war es schmerzlich, sich von vielen Kollegen trennen zu müssen und schade um jeden einzelnen gekündigten Mitarbeiter. Jetzt haben wir aber eine Größe erlangt, mit der wir schlagkräftiger am Markt operieren können. Eine Insolvenz und ein Neubeginn beinhalten darüber hinaus auch eine Chance, dass man Prozesse schlanker, flexibler und direkter gestalten kann. 

DD: Was können gerade die deutschen Kunden im Hinblick auf Vertrieb, Service und Ersatzteilversorgung erwarten?
Marcus Pabsch: Wir werden den Service aufrecht erhalten, so wie die Kunden es von vor der Insolvenz kennen, und mit neuen Lösungen das Angebot erweitern. An der Vertriebsstruktur ändert sich grundsätzlich nichts. Sämtliche 40 Manroland-Marktorganisationen weltweit sind von Langley mit übernommen worden und beim Bogenbereich angesiedelt. Die Marktorganisationen werden das Rollengeschäft mit unterstützen, so dass wir in diesem Bereich partnerschaftlich mit unseren ehemaligen Kollegen aus Augsburg weiter zusammenarbeiten. So soll der Vertrieb der Maschinen ebenfalls verschlankt und stärker direkt über die Manroland-Vertriebsorganisationen abgewickelt werden.

DD: Wie sieht es mit Produktion, Lieferzeiten und etwaigen Stornierungen bereits bestellter Maschinen aus – bleibt es bei dem Portfolio?
Marcus Pabsch: Die Auslieferung aller bestellten Maschinen noch in allen Formaten läuft weltweit weiter. Stornierungen bereits laufender Bestellungen gab es nicht. Bei Neubestellungen war allerdings eine gewisse Zurückhaltung während der Insolvenzphase zu spüren. Nun ist es an uns, zu zeigen, was wir anbieten können. Wir werden uns aber auf die Modellreihen Roland 500, 700 und 900 konzentrieren. Eine Fortführung der Baureihen 50 und 200 ist fraglich.

DD: Wie gehen Sie damit um, als „Billigheimer“ der Branche zu gelten?
Marcus Pabsch: Dass in unserer Branche ein ruinöser Preiswettbewerb entstanden ist und sich die Preisspirale stetig nach unten bewegt hat, haben wir alle gemeinsam, also wir und unsere Wettbewerber, zu verantworten. Doch ist die Schmerzgrenze erreicht. Wichtig ist nun, eine wirtschaftlich solide kalkulierte Preispolitik an den Tag zu legen. Wichtig ist auch ein stärker unternehmerisches Denken, denn das bisherige Konzept war nicht erfolgreich. 

DD: Was können Drucker von Manroland Sheetfed zur Drupa erwarten?
Marcus Pabsch: Es werden der Bogen- und der Rollenbereich dort vertreten sein. Neuerungen in Bezug auf Rüstzeitoptimierung sowie Kontrolle und Dokumentation der Prozessqualität stehen im Vordergrund.

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