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Manroland Web Systems will Stellen streichen

250 Arbeitsplätze durch neues Kostensparprogramm in Gefahr
 

Die Rollenoffset-Druckmaschinen aus der Lithoman-Baureihe sind für den High-Volume-Bereich konzipiert.

Der Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland Web Systems plant weitere Umstrukturierungs- und Kostensparmaßnahmen, die zur Entlassung von 250 Mitarbeitern, massiven Einkommenseinbußen und Nicht-Übernahme der derzeitigen Auszubildenden führen könnten. Das berichten mehrere Tageszeitungen übereinstimmend. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung am 21. Oktober 2014 waren die Mitarbeiter des Unternehmens durch die Geschäftsleitung über die Pläne informiert worden.

Nach der Insolvenz der Manroland AG im Jahr 2011 hatten allein am Standort Augsburg bereits 740 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Seitdem sei es aber bergauf gegangen, sagte Geschäftsführer Jörn Gossé der „Augsburger Allgemeinen“: Die Auftragsbücher für 2015 seien voll, man schreibe keine roten Zahlen mehr und sei mit einem Marktanteil von 37 Prozent sogar Weltmarktführer im Rollenoffset. Aktuell sind in Augsburg etwa 1.400 Mitarbeiter beschäftigt.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung wies Uwe Lüders, Vorstandschef der Lübecker Unternehmensgruppe Possehl, auf den drastisch schrumpfenden Weltmarkt für Rollenoffsetmaschinen hin, der sich „in einem dauerhaften Abwärtstrend“ befinde. Possehl hatte den Rollenoffsetbereich der Manroland AG nach der Insolvenz übernommen und als separates Unternehmen weitergeführt. Laut Lüders werden dieses Jahr weltweit nur Aufträge im Volumen von 330 Mio. Euro erteilt. Damit habe sich dieser Markt in den letzten drei Jahren halbiert.

Doch nicht nur Manroland leidet unter der Situation. Auch der direkte Wettbewerber Koenig & Bauer AG (KBA) und der weltweit größte Hersteller von Bogenoffsetmaschienn, die Heidelberger Druckmaschinen AG, streichen seit Jahren Stellen und schließen teils Standorte. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung greift Lüders deshalb das Thema Fusion wieder auf: „Ja, eine Fusion von zwei deutschen Anbietern wäre sicherlich sinnvoll. Früher oder später ist ein Zusammenschluss sogar wahrscheinlich.“ 2010 gab es bereits Fusionsgespräche, jedoch kam weder ein Zusammenschluss mit KBA noch mit Heidelberg zustande.

Das Ziel von Manroland sei es, mehr zum Mittelständler werden, zitiert die Augsburger Allgemeine die Manroland-Geschäftsleitung. Dazu würden interne Prozesse genau unter die Lupe genommen und wo möglich gebündelt werden, so Jörn Gossé. Gossé geht davon aus, dass der geplante Abbau von 250 Stellen ausreicht, um wieder profitabel zu arbeiten: „Wir rechnen nicht damit, dass wir nächstes Jahr wieder hier am Tisch sitzen.“

Der IG-Metall-Bevollmächtigte Michael Lepek kritisiert, dass Anpassungen an den Markt „wieder einmal auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden“.

Indien-Pläne gekippt

Weiter wurde jetzt bekannt, dass Manroland Web Systems seine Pläne in Indien einfachbreite Maschinen für den Zeitungsdruck zu produzieren verworfen habe. Hintergrund der Entscheidung sei "das dramatische Wegschmelzen des Martktvolumens für einfachbreite Zeitungsdruckmaschinen".

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