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Manroland benötigt jetzt vor allem Geld

Insolvenzverwalter Werner Schneider versucht, einen Massekredit zu bekommen

Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider von der Kanzlei Schneider Geiwitz und Partner.

Die Rettungsversuche für den in die Insolvenz geratenen Druckmaschinen-Hersteller Manroland AG gehen weiter. Wie die Wirtschaftspresse heute meldet, gebe es weitere Übernahme-Interessenten. Namen wolle der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider allerdings nicht nennen.  

Die Ernsthaftigkeit der Interessenten müsse erst noch geprüft werden. Nachdem das Manroland-Management am Freitag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet hat, braucht der Konzern mit Sitz in Augsburg nun vor allem Geld, um Lieferanten bei der Stange zu halten und den Kunden eine Perspektive aufzuzeigen.

Wie es in einer Presseinfo der Kanzlei Schneider Geiwitz und Partner heißt, sei die Sicherstellung des Geschäftsbetriebes eine der wesentlichen Aufgaben des Teams rund um Werner Schneider. Nur wenn die Manroland AG ihre Produktion ohne große Einschränkungen weiter fortsetzen kann, ist die Suche nach einem finanzkräftigen Investor erfolgversprechend, wie es weiter heißt. Daher werden nun an allen Standorten Anstrengungen unternommen, dass die Produktion aufrechterhalten bleibt und die Geschäftsbeziehungen zu Kunden nicht unterbrochen werden, so die Kanzlei.

Um den Geschäftsbetrieb fortsetzen zu können, ist aber ein sogenannter Massekredit erforderlich. Mit der Liquidität aus diesem Kredit können dann Materialien bestellt und Lieferanten für zukünftige Aufträge bezahlt werden. "Die Gespräche über einen Massekredit sind eingeleitet. Ich hoffe sehr, dass die Beteiligten sehr zeitnah dem Unternehmen und den Mitarbeitern helfen werden", so Werner Schneider zum aktuellen Stand.

Dem Vernehmen nach geht Schneider geht von einem Massekredit in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe aus. Bei einem Massekredit handelt es sich um einen Notkredit, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwehren. Dazu sollen erste Gespräche mit Banken geführt werden.

Gegen Bürgschaften oder eine Staatshilfe hatte sich zuvor Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ausgesprochen, wie die Financial Times Deutschland von heute berichtet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Schneider deutet im selben Bericht an, dass es zu einer Aufspaltung des Konzerns mit 6500 Beschäftigten in die Bereiche Zeitungsdruck und Bogenoffset kommen könnte. "Eine getrennte Lösung wäre einfacher", so der 68-Jährige. "Anpassungen in kleineren Einheiten sind leichter." Zu den Details der voraussichtlichen Sanierungsschritte könnten noch keine Angaben gemacht werden.

Fakt ist, dass sich der Markt für neue Bogen- und Rollendruckmaschinen seit dem Jahr 2006 halbiert hat. Belief sich das Umsatzvolumen vor fünf Jahren noch auf etwa 7 Mrd. Euro, so ist dieser Wert auf etwa 3,5 Mrd. Euro geschrumpft. 

Warum gibt es keine staatliche Finanzhilfe für Manroland, werden sich schon viele gefragt haben? Bei der Antwort sind sich Insolvenzverwalter Werner Schneider und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) einig, wie es in der Süddeutschen Zeitung heißt: Eine Bürgschaft kommt schon deshalb nicht in Frage, weil es zu lange dauern würde, diese in den politischen Gremien zu beschließen und in Brüssel genehmigen zu lassen, so die Zeitung. Erschwerend in diesem Verfahren käme hinzu, dass die Bürgschaft von drei Landesparlamenten abgesegnet werden müsste. Die drei Manroland-Werke stehen in Bayern, Hessen und Sachsen, deshalb müssten sich diese Länder über die Hilfe – und nicht zuletzt über eine angemessene Quote – einigen. Erst dann könnte das Bundeswirtschaftsministerium an die EU-Kommission herantreten.

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