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Manroland gibt eigenständigen Kurs für die Zukunft aus

500 Stellen werden im Zuge der Struktrurierungsmaßnahmen gestrichen

Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender der Manroland AG

Vorstand und Investoren der Manroland AG, dem weltweit zweitgrößten Druckmaschinenhersteller, haben sich auf eine Wachstumsstrategie für das Unternehmen zur Sicherung der langfristigen Eigenständigkeit verständigt. Manroland will demnach weiterhin als eigenständiges Unternehmen den Druckmaschinen Markt bedienen und setzt anhand eines Maßnahmenpakets auf die Stärkung des Kerngeschäfts sowie einen Ausbau des Servicebereichs. Die geplanten Maßnahmen werden voraussichtlich zu einem Abbau von zusätzlich rund 500 Stellen führen und sollen bis Mitte 2012 abgeschlossen werden.

Als unveränderte grundsätzliche Aufstellung will Manroland weiterhin an drei Standorten Systeme für den Bogendruck und Rollendruck produzieren. Jedem der drei Standorte werde jedoch eine klare Kernkompetenz zugewiesen. Die Standorte Augsburg (Rollendrucksysteme) und Offenbach (Bogendrucksysteme) konzentrieren sich demnach künftig auf die Fertigung komplexer Teile und die Montage. Der Standort Plauen wird als Geschäftsbereich für Industrielle Fertigung ausgerichtet. Als Kompetenzcenter für mechanische Fertigung und Baugruppenmontage wird das Werk Plauen sowohl für Manroland als auch für Dritte produzieren.
Als zweiten großen Punkt wird die Integration der Geschäftsaktivitäten im Bogen- und Rollenbereich von Manroland genannt. Dazu gehöre die Zusammenlegung der Geschäftsfelder kleine Zeitungsmaschinen (bislang am Standort Plauen) und große Zeitungsmaschinen am Standort Augsburg. Auch die Zusammenfassung von Elektronikaktivitäten. Die Gießerei in Offenbach soll dabei beide Produktbereiche zentral mit Gussteilen bedienen. Außerdem wird die Konzentration zentral zu organisierender Gruppenfunktionen am Standort Augsburg angestrebt.
Der dritte Punkt in der Umstrukturierung ist die Gründung des neuen Geschäftsbereichs Technische und Industrielle Dienstleistungen. Dieser soll mit rund 300 Mitarbeitern und den Schwerpunktaktivitäten Industrieberatung sowie Verleihung von hoch qualifizierten technischen Fachkräften aufgenommen werden.

Der geplante Stellenabbau betreffe im Wesentlichen administrative Funktionen. Nach Angaben de Augsburger Allgemeinen sollen 300 Arbeitsplätze am Standort Offenbach wegfallen, 200 weitere in Augsburg. Im Ergebnis wird sich die Zahl der Mitarbeiter bis Ende 2012 auf rund 6 000 reduzieren. In dieser Zielgröße sind bisher angekündigte Stellenreduzierungen und Maßnahmen wie Altersteilzeit sowie die natürliche Fluktuation berücksichtigt. „Mit diesen Maßnahmen richten wir uns auf ein Auftragsvolumen von 1,4 Mrd. Euro im Stammgeschäft ein. Das entspricht rund 70 Prozent des Hochs von 2007. Mit der stärkeren Integration unserer Geschäftsaktivitäten und der Implementierung von durchgängigen Prozessen werden wir künftig deutlich schlanker, effizienter und schlagkräftiger agieren können. Mit den beiden neuen Geschäftsbereichen Industrielle Fertigung sowie Technische und Industrielle Dienstleistungen erschließen wir uns darüber hinaus zusätzliche Geschäftspotenziale“, so der Vorstandsvorsitzende der Manroland AG, Gerd Finkbeiner.

Die mit den Maßnahmen verbundenen zusätzlichen Einsparungen belaufen sich auf voraussichtlich 50 Mio. Euro jährlich und werden erstmals im Jahr 2013 vollständig realisiert. Die angestrebten strukturellen Änderungen sollen in Summe das Kerngeschäft stärken und gehen einher mit einer Konzentration auf Zukunftsmärkte und das Servicegeschäft. Der Anteil des Servicegeschäfts konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert werden und liegt heute bei knapp 30 Prozent. Auch künftig verspricht dieser Geschäftsbereich weiteres Wachstum. Manroland rechnet mit einer Steigerung der Umsätze im Printservices-Bereich (Instandhaltung und Service sowie Ersatz- und Verschleißteile) um mehr als 7 Prozent pro Jahr. Zudem soll auch das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien (Printcom) und Beratung (Printadvice) in ähnlicher Größenordnung weiter deutlich wachsen.

Als langfristig orientierter Investor begrüßt Allianz Capital Partners nach Angaben von Manroland die klare Entscheidung für die Stand-Alone-Lösung und trägt die notwendige Restrukturierung mit. „Wir freuen uns über diese klare Unterstützung unserer Investoren“, so Gerd Finkbeiner.

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