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Manroland insolvent: Warum der potentielle Investor absprang

Capvis: Die vorgelegten Zahlen hätten den Erwartungen letztlich nicht entsprochen

Eine moderne Zeitungs-Rollenoffsetmaschine des Typs Colorman von Manroland.

Bekannt wurde, dass Gespräche mit der Schweizer Capvis, einer Beteiligungsgesellschaft in der Schweiz und einem der führenden Häuser in dem Bereich im deutschsprachigen Europa, geführt wurden. Capvis wollte sich an Manroland beteiligen und beide Firmenbereiche weiterführen. 

Die Restrukturierung sollte über eine Kapitalerhöhung ermöglicht werden. In diesem Rahmen wurden Gespräche mit dem Manroland-Management, den Anteilseignern, Mitarbeitervertretern und Banken geführt. „Die unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten, unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen weitergeführt werden kann, veranlasste uns allerdings nach einer sorgfältigen Prüfung, den Plan einer Beteiligung aufzugeben, worüber wir enttäuscht sind“, so Daniel Flaig, Partner bei Capvis Equity Partners AG. Erste Gespräche führte Capvis mit den Beteiligten bereits im September. Da die von Manroland im November gelieferten Zahlen allerdings deutlich unter, und die zu erwartenden Restrukturierungskosten deutlich über den bisherigen Erwartungen gelegen hätten, habe man das Projekt leider nicht weiterverfolgen können, wie es von Seiten Capvis heißt.

Durch die Insolvenz des Konzerns mit seinen rund 6500 Mitarbeitern sind allein in Augsburg rund 2500 Arbeitsplätze bedroht. Neben den Jobs am Hauptsitz in Augsburg sind auch rund 1900 Arbeitsplätze in Hessen (Offenbach) und etwa 700 Jobs in Sachsen (Plauen) gefährdet. Die Insolvenz von Manroland ist die größte Insolvenz in Deutschland seit rund zwei Jahren. Wie weiter bekannt wurde, hätten die Löhne und Gehälter für November nicht mehr gezahlt werden können. Doch ist den Beschäftigten zumindest staatliche Hilfe gewiss: Zum Ausgleich für ihr Gehalt gibt es für drei Monate über die Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld. 

Seit 2006 hielt die Private-Equity-Gesellschaft Allianz Capital Partners etwa 65 Prozent der Stimmrechte bei Manroland, rund 35 Prozent der Stimmrechte lagen bei der MAN AG. Ursprüngliche Wachstumspläne hatten sich aufgrund der globalen Finanzierungskrise, die dem Druckmaschinenbau schwer zu schaffen macht, nicht realisieren lassen. Manroland zufolge wurde die Situation durch einen „dramatischen Einbruch im Auftragseingang“ nochmals verschärft.Die Manroland AG hatte zwar im September 2011 einen um 13 Prozent auf 520 Mio. Euro verbesserten Auftragseingang und einen um 7 Prozent auf 435 Mio. Euro gestiegenen Umsatz für das erste Halbjahr 2011 (Stichtag: 30. Juni 2011) ausweisen können, jedoch blieb das operative Ergebnis mit einem Wert von -25 Mio. Euro immer noch in den roten Zahlen (1. Halbjahr 2010: -46 Euro).

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Leserkommentare (1)

Matze Gramm | Dienstag, 29. November 2011 14:00:02

Insolvenz MANroland

Die Insolvenz von manroland hängt sicher mit vielen globalen Faktoren zusammen, aber der größte Faktor dürfte sein, das Print kein alleinstehendes Kommunikationsmedium mehr ist, sondern mit dem Web und gesamten Digitalisierung (z.B. Lohnsteuerkarte) ein Konkurrenzprodukt am Markt hat das viele altangestammte Bereiche der Druckindustrie nun für sich einnimmt. Das geschieht nicht mehr parallel, sondern einfach austauschend. Hier ist die Druckindustrie nun gefragt, nicht mehr Druckindustrie zu sein sondern Mediendienstleister.
Das große Unglück oder die enorme Herausforderung besteht darin, das Code einfach nicht die Fertigkeiten der Druckvorstufe oder des Drucks verlangt, sondern leider mathematische abstrakte Logik. Das ist in der klassischen Druckindustrie nicht die Kernherausforderung, sondern kreatives und handwerkliches Geschick. Die jungen Leute sind auch sehr papierfremd mittlerweile. Ist es keine App ist es uncool und so bleibt all zu oft dann das gedruckte Medium dann auch liegen. Das ist absolut ungerecht und dumm, aber die jungen Leute entscheiden das alleine.

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