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Mengis beendet den Digitaldruck für die Tageszeitung

"Walliser Bote" soll ab Januar 2017 in externer Druckerei produziert werden
 
HP T400 bei Mengis in Visp

Im Juni 2015 war die Digitaldruckproduktion des „Walliser Boten“ auf der HP T400 und der Manroland Foldline gestartet worden.

Nach gut eineinhalb Jahren beendet die Schweizer Mengis Gruppe ihr Experiment, die regionale Tageszeitung „Walliser Bote“ komplett im Digitaldruck herzustellen. Ab Januar 2017 soll das Blatt an eine externe Zeitungsdruckerei vergeben werden. Dies teilte der in Visp (Kanton Wallis) ansässige Verlag mit.

Seit Mitte Juni 2015 wird der „Walliser Bote“ sechsmal wöchentlich in einer Auflage von 22.000 Exemplaren auf einem bei Tageszeitungen weltweit erstmals eingesetzten System gedruckt – einer Kombination aus einer HP T 400 Digitaldruckmaschine und einer Manroland Foldline für die Weiterverarbeitung.

Obwohl mit dieser Technik nur 5.700 Exemplare einer 24-seitigen Zeitung pro Stunde herzustellen waren, die Produktion also langsamer und teurer als auf der zuvor genutzten Offsetmaschine wurde, hatte man das Experiment gewagt. Gedacht war, der Maschine durch den Zeitungsdruck eine Grundauslastung zu geben und dank der flexiblen Foldline viele andere kleinauflagige und individualisierte Druckprodukte herstellen zu können.

Schon vor der Investition hatte der Verwaltungsrat verschiedene Optionen geprüft, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Auch seien damals bereits Überlegungen betreffend einer Auslagerung des Zeitungsdrucks gemacht worden. Zu frühe Abschlusszeiten und der zu hohe Preis seien aber Gründe gewesen, die vor drei Jahren gegen eine Auslagerung sprachen.

Weiter heißt es in der Mitteilung: „Der Verwaltungsrat entschied sich dann für die digitale Druckmaschine. Damals sah man dies als eine nachhaltige Investition in die Zukunft. Mit der vielseitig verwendbaren Produktionsanlage sollte auch die Auslastung im Kunden-Printgeschäft über den ordentlichen Zeitungsdruck hinaus angekurbelt werden. Leider haben sich die Erwartungen in diesem Geschäftsbereich innert nützlicher Frist nicht erfüllt.“ Zudem sei die digitale Druckmaschine durch den Druck des Walliser Boten im für Kunden wichtigen und interessanten Zeitfenster nicht verfügbar. Dies werde „nun optimiert“. Die Produktion der Tageszeitung nimmt rund vier bis fünf Stunden täglich in Anspruch.

Der Druck des Walliser Boten soll deshalb nun ab Januar 2017 ausgelagert werden. Aufgrund der „Überkapazitäten bei fast allen Zeitungsdruckereien in der Schweiz“ seien nun auch „die zeitlichen und finanziellen Konditionen wesentlich besser“, heißt es. Entsprechende Verhandlungen sind laut Mengis im Gange.

DEUTSCHER DRUCKER hatte im Herbst 2015 ausführlich über das Projekt und seine Rahmenbedingungen berichtet. Das entsprechende Heft 18/2015 können Sie hier bestellen.

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Leserkommentare (1)

Michael Apenberg | Montag, 14. November 2016 15:56:03

Mengis beendet den Digitaldruck für die Tageszeitung

Sehr, sehr schade, dass ein derartig innovative Projekt sich nicht durchsetzen konnte. Digital drucken ist jedoch noch kein „Businesscase“. Wurden hier wirklich alle Chancen der Anzeigenvermarktung umgesetzt?

Michael Apenberg, Print Busines Consultant

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