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Multimediale Leistungskette ersetzt den Einzel-Service

Medien-Netzwerk der Zukunft?

Er habe sich mit diesem Projekt einen Jugendtraum erfüllen wollen, erklärte Bruno Pannecke zur Eröffnung der Veranstaltung »Vernetzung der Medien – Anwendungen und Märkte« in Hamburg. Geträumt hatte der gelernte Maschinenbauingenieur, spätere Marketing-Fachmann und heutige Chef der 15-köpfigen Hamburger LD Medien- und Druckgesellschaft mbH (LD-Medien) von einem wirklich umfassenden Service für Werbetreibende – von einem Multimedia-Angebot »Alles aus einer Hand«, das diesen Namen auch verdient. Jetzt kann dieser Traum durch die digitale Medientechnologie und ihre Vernetzungsmöglichkeiten realisiert werden. Das bewiesen die zehn Medienpartner, die in Hamburgs Museum der Arbeit für rund 150 Gäste aus der Werbeszene eine (noch) ungewöhnliche Leistungskette aufbauten.
Den Anfang machte Color Media, die Leistungen der Druckvorstufe anbietet und datenbankgestütztes Medienmanagement auch auf Mietbasis zur Verfügung stellt, wie Firmenvertreterin Karin Sobottka erläuterte. Per Digitalkamera erfasste Bilder der Teilnehmer sandte Color Media erstens zu der Lüneburger K&S Solution GmbH zwecks Aufbau einer Website und zweitens zu LD-Medien zwecks Aufbereitung für den Digitaldruck. Das personalisierte Drucken wurde auf einer Indigo demonstriert; die Teilnehmer konnten ihr Konterfei auf der Titelseite des Magazins »Stern« bewundern.
Im Verbund der zehn beteiligten Unternehmen hatten der Internet- und Workflow-Spezialist K&S und LD-Medien handfeste Erfahrungen mit einer bereits verwirklichten Zusammenarbeit vorzuweisen. Ihre Allianz unter dem Namen »Media united« funktioniere gut, betonte Dr. Reiner Schwarz von K&S. LD-Medien hat den Sprung in die Digitalwelt vor 25 Monaten mit der Anschaffung einer Sechsfarben-Indigo-Digitaldruckmaschine gewagt. Mit Erfolg, wie Bruno Pannecke berichtete, denn in 15 Monaten habe er mit dem schnellen Druck kleiner Auflagen (250 bis 300 Stück) an Geschäftsberichten, Präsentationsunterlagen und ähnlichem den
Break-even-Point erreicht. Das hörte Bertram Störch als Vertreter von Indigo, dem einzigen Hersteller
unter den Dienstleistern, natürlich gern.
Mit Abstand größter Dienstleister auf der Veranstaltung war die Deutsche Telekom. »Wir können nur tätig werden, wenn wir die Geschäftsfelder unserer Kunden verstehen«, erklärte Volker Rockel die Telekom-Teilnahme und kündigte neue breitbandige Übertragungswege an. Als interessierter Beobachter war der Verband Druck und Medien Nord dabei, dessen Vertreter Fritz Ostermann versprach, auch in Zukunft für qualifizierte Mitarbeiter in den Betrieben zu sorgen. Von qualifizierten, motivierten Mitarbeitern lebt zum Beispiel das OGD Dialog-Center. Chef Olaf Grothe bot die Dienste des Call-Centers für
Telemarketing, Versandhandel, E-Commerce und Veranstaltungsorganisation an.
Ganz branchennah präsentierten sich Bernd Remter vom Hamburger Systemhaus HSD Consult, das sich vor allem die Netzwerkkonzeption auf seine Fahnen geschrieben hat, und Helmut Langhoff von G+G
Copynet als Vertretung für Canon-Farbkopierer und andere Systeme für den Einstieg in den Digitaldruck. Blieb noch die Boheads Cross Media GmbH aus Bochum, über deren Teilnahme sich Bruno Pannecke besonders freute.
E-Commerce und Print haben Boheads im Visier, wenn sie Cross-Media-Publishing-Software für eine automatisierte und formatunabhägige Medienproduktion entwickeln. Medienneutrale Datenbanken seien die Spezialität der Bochumer, erläuterte der Boheads-Firmenvertreter Wolfgang Wichner.
Es war ein Nachmittag vieler interessanter Fakten. Allerdings: Trotz der Bemühungen des agilen Bruno Pannecke und des TV-Moderators Dominik Bachmair, den roten Faden der Veranstaltung aufzuzeigen und die Synergieeffekte zu verdeutlichen, die sich durch die Zusammenarbeit der zehn Medienpartner ergeben können – etwas ratlos waren die Gäste schon. Hatten sie nun die Geburtsstunde einer neuen Allianz erlebt? »Es gibt noch keine Verträge«, erklärte der LD-Medien-Chef, »aber wir werden mit Sicherheit weitermachen, denn durch die gemeinsame Nutzung der Daten unserer Kunden können wir auch ganz neue Serviceleistungen erbringen.«
Wie die Allianz genau aussehen wird, ist derzeit noch unklar. »Die Chemie muss schließlich auch stimmen«, meinte Bruno Pannecke abschließend. (utz)

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