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NZZ schließt Druckerei in Schlieren

125 Mitarbeiter betroffen
 

Die "Neue Zürcher Zeitung" will ihre eigenes Druckzentrum schließen und künftig bei Tamedia drucken lassen.

Die Schweizer Tageszeitung "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) soll künftig im Druckzentrum der Tamedia produziert werden. Dies teilte die NZZ-Mediengruppe am gestrigen Dienstag mit. Der Betrieb der eigenen Druckerei in Zürich-Schlieren soll bis zum 30. Juni 2015 eingestellt werden. Bis zu 125 Stellen sind davon betroffen.

Nach eigenen Angaben sieht die NZZ-Mediengruppe "das Bedrucken von Papier nicht mehr als ihr Kerngeschäft." Verwaltungsrat und Unternehmensleitung seien zu dem Schluss gekommen, dass sich die in nächster Zeit notwendig werdenden Unterhalts- und Erneuerungsinvestitionen in zweistelliger Millionenhöhe in das Ende der 1990er Jahre erbaute Druckzentrum in Schlieren nicht mehr rechtfertigen ließen. Die maximal 125 betroffenen Arbeitsplätze entsprechen rund 17% aller am Standort Zürich Beschäftigten. Es würden aktuell Konsultationen mit den Sozialpartnern aufgenommen, die bis zum 9. Januar 2015 dauern sollen. Sollte es dabei zu keiner anderen Lösung kommen, werde anschliessend für die Betroffenen ein Sozialplan ausgehandelt, so die Mediengruppe.

Als Grund für die Schließung der Druckerei nannte die NZZ-Gruppe große Überkapazitäten im Zeitungsdruckbereich, die durch die schwindenden Auflagen verursacht würden. Laut den Zahlen des Schweizer Medienforschungsinstituts Wemf sank die Auflage gedruckter Zeitungen von 1997 bis 2013 von 4,2 Mio. Exemplaren auf 3,3 Mio. Exemplare. Die gedruckte Auflage der "Neuen Zürcher Zeitung" ist seit 2008 um knapp 36.000 Exemplare gesunken; gleichzeitig konnten gut 18.000 als digitale Auflage wieder hinzugewonnen werden.

Zwar sei in den letzten Jahren die Gesamtkapazität im Schweizer Zeitungsdruck durch die Schließung kleinerer Druckereien reduziert worden, dennoch gebe es nach wie vor erhebliche, tendenziell weiter wachsende Überkapazitäten. Den Preiskampf bei der Akquisition von Fremdaufträgen habe jüngst auch die NZZ-Mediengruppe zu spüren bekommen. Veit Dengler, CEO der NZZ-Gruppe, nannte die Auslagerung einen "betriebswirtschaftlich sinnvollen und notwendigen Schritt". Er sei aber nicht als Signal einer generell engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Medienhäusern NZZ und Tamedia zu verstehen. Die ebenfalls in Zürich ansässige Tamedia-Mediengruppe verlegt unter anderem die Pendlerzeitung "20 Minuten" sowie weitere Gratis- und Tageszeitungen.

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