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Nach Insolvenzantrag: Kodak konzentriert sich ganz auf den Druck

Für Kunden in Deutschland bleibt alles beim alten

Die deutschen Anwender der Kodak-Technologien brauchen keine Veränderungen zu befürchten, bestätigte Erwin Schwarzl, Geschäftführer der Kodak GmbH gegenüber print.de.

Trotzdem der amerikanische Eastman-Kodak-Konzern Insolvenz angemeldet hat, wird sich für die Kunden in Deutschland nichts ändern. Das bestätigten Vice President Chris Payne sowie Erwin Schwarzl, Geschäfsführer der Kodak GmbH (Stuttgart) gegenüber print.de. Anzeichen, dass nun auch die deutsche Tochtergesellschaft Insolvenz anmelden könnte, gibt es laut Schwarzl nicht. Im Gegenteil: Kodak will sich im Rahmen seiner Umstrukturierung noch stärker auf den Druck konzentrieren.

Auf die deutsche Kodak GmbH mit ihren Standorten in Stuttgart, Osterode, Kiel und München habe das Insolvenzverfahren des Mutterkonzerns keinerlei Auswirkungen. Da die deutsche Tochtergesellschaft die "Transformation vom fotochemischen Produktionsunternehmen hin zum Druckunternehmen" bereits erfolgreich abgeschlossen hat und inzwischen fast ausschließlich im Bereich Digitaldrucksysteme und Druckplattenproduktion tätig ist, seien keinerlei Veränderungen geplant. Alle Ansprechpartner bleiben für die Kunden erhalten. Die Ersatzteilversorgung ist, so bestätigt es auch Chris Payne, Kodak Vice President, gesichert. Dies liegt vor allem daran, dass die Ersatzteile hauptsächtlich in Europa und Asien produziert werden und die außerhalb der USA liegenden Tochtergesellschaften nicht vom Insolvenzverfahren betroffen sind.

Hintergründe zu Kodaks Insolvenzverfahren

Erwin Schwarzl äußerte sich auch zu den Hintergründen der amerikanischen Insolvenz: Mit dem enormen Wachstum und der Verbreitung der digitalen Fotografie kurz nach der Jahrtausendwende ist dem Unternehmen, das vor allem im Bereich Fotofilm aktiv war, das größte Geschäftsfeld weggebrochen. Seitdem strukturiert sich Kodak um, entwickelt sich weg vom fotochemischen Produktionsunternehmen hin zum Druckunternehmen. Im Zuge dieser Transformation hat Kodak seit 2003 13 Werke und 130 Fotolabore geschlossen, sowie die Belegschaft um 47.000 Mitarbeiter reduziert. Durch die Finanzkrise 2008, die besonders die amerikanische Muttergesellschaft hart getroffen hatte, wurde die Umstrukturierung des Konzerns deutlich beeinträchtigt. Die folgende Wirtschaftskrise sowie die steigenden Rohstoffpreise in Amerika hat die Situation zusätzlich verschärft. Durch das Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechtes inklusvie des Gläubigerschutzes und das Darlehen der Citigroup in Höhe von umgerechnet 738 Mio. Euro ändert sich Situation für Kodak wieder.

Umstrukturierung geht weiter

In den nächsten 18 Monaten – für diese Zeit ist das Darlehen ausgelegt – muss sich Kodak nun umstrukturieren. Inwiefern einzelne Geschäftsbereiche abgestoßen werden oder Mitarbeiter in Amerika entlassen werden könnten, ist bisher nicht bekannt. Sicher ist nur, dass das Unternehmen seine Verschnaufpause durch das Kapitel 11 dazu nutzen wird, seinen Geschäftsbereich Druck weiter auszubauen. "An unseren Plänen für die Drupa 2012 ändert sich nichts. In diesem Geschäftsbereich werden wir auch keine Abstriche in der Forschung und Entwicklung machen", so Vice President Payne. Die Botschaft lautet: Kodak will weiterhin eine starke Rolle im Print-Business spielen.

In Zukunft muss der Konzern nun sämtlich Schritte und Veränderungen gegenüber den Gläubigern und Geldgebern monatlich offen legen. Dass das Unternehmen diese Transparenz ernst nimmt, beweist auch die Internetseite www.kodaktransforms.com, auf der das Unternehmen sämtliche Informationen zum Insolvenzverfahren in englischer Sprache bereitstellt.

Kodak rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren und die Restrukturierung des Konzerns bis zum Jahr 2013 abgeschlossen sein wird.

Das besagt das Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechtes 

Das so genannte Chapter 11, das Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechtes, regelt eine vom Gericht überwachte Reorganisierung der Firmenfinanzen und Unternehmensstrukturen. In dieser Zeit greift zudem der Gläubigerschutz, der das insolvente vor den Forderungen seiner Gläubiger schützt. Das heißt, bei einem Insolvenzantrag nach Chapter 11 sollen bis zum Abschluss der Reorganisation rechtliche Schritte der Gläubiger gegen den Schuldner unterbunden werden.

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Leserkommentare (1)

holderried | Montag, 23. Januar 2012 09:22:49

kodak

na dann kann die HDM ja die Nexpress zurückkaufen

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