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Neuausrichtung von Georg Kohl: 160 Arbeitsplätze fallen weg

Produktion in Mertingen und der Bogendruck in Brackenheim werden stillgelegt

Die Georg Kohl Gruppe (Brackenheim) will im Zuge einer »strategischen Neuausrichtung« 160 ihrer derzeit knapp über 500 Stellen streichen. Diesen drastischen Schritt gab die Vorsitzende der Geschäftsführung, Ulrike Hausmann, am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung bekannt. Während man sich künftig auf die wichtigsten Geschäftsfelder – das Dokumentenmanagement, die Erstellung von Logistikdokumenten und Direct-Mailings sowie die Realisierung von RFID-Systemlösungen – konzentrieren will, steigt Georg Kohl unter anderem ganz aus dem Segment Geschäfts- und Werbedrucke aus. Dies hat die Stilllegung des Bogendrucks am Standort Brackenheim zur Folge.
Geplant ist, die beiden Tochtergesellschaften Georg Kohl GmbH und Direkt Com GmbH rechtlich zusammenzuführen sowie Werke und Standorte zu schließen. Betroffen sein werden voraussichtlich das Werk 3 in Brackenheim, ein Lager in Dürrenzimmern sowie die Produktion in Mertingen. Der Standort Mertingen soll als Vertriebsniederlassung erhalten bleiben.
»Die derzeitige Marktsituation zwingt uns, diesen Schritt zu planen«, sagt Ulrike Hausmann, die im Januar 2008 den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen hatte, als Begründung für die Pläne der Unternehmensgruppe.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/ 2008 sei der Umsatz nach sieben Jahren mit einem jährlichen Wachstum von jeweils unter 1 % sogar erstmals rückläufig gewesen. »Dass wir voraussichtlich Mitarbeiter entlassen müssen, bedauern wir sehr. Dennoch sehen wir die Umsetzung unseres neuen Geschäftsmodells als notwendigen und richtigen Schritt, um Georg Kohl auf einer soliden Basis in die Zukunft zu führen«, so die Firmenchefin. Im vorletzten Geschäftsjahr 2006/2007 hatten Georg Kohl 58,1 Mio. Euro, Direkt Com 14,7 Mio. und Scrypton 4,8 Mio. Euro – zusammen 77,6 Mio. Euro – erwirtschaftet. Durch den Rückzug auf das Kerngeschäft rechnet Ulrike Hausmann mit dem Verlust von »7 bis 9 Mio. Euro Umsatz«.
Investiert werden soll künftig vor allem in den Maschinenpark, der für die fortgeführten Geschäftsfelder wichtig ist. Im laufenden Geschäftsjahr steht unter anderem die Anschaffung neuer bzw. die Überholung bestehender Kuvertiermaschinen auf dem Plan, sagte Ulrike Hausmann gegenüber Deutscher Drucker.
Die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialpläne für die beiden Standorte Brackenheim und Mertingen sollen in Kürze beginnen um die geplanten personellen Maßnahmen Anfang 2009 umsetzen zu können.
Die Arbeitsplätze bei den beiden Beteiligungen Scrypton und Auto-ID-Systems (letztere wurde erst im Februar 2007 gegründet) sind laut Hausmann »derzeit nicht betroffen«.

Georg Kohl Gruppe http://www.georgkohl.de

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