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Neue Gesellschafter führen Stürtz weiter

Ronald Hof bleibt Geschäftsführer
 
Stürtz

Bei Stürtz in Würzburg geht es unter der Leitung des alten und neuen Geschäftsführers Ronald Hof weiter.

Der Würzburger Druck- und Mediendienstleister Stürtz, der Ende Januar 2013 Insolvenz anmelden musste, hat neue Eigentümer: Ein Konsortium aus „fünf der Medienbranche angehörenden Gesellschaftern“ hat den Betrieb am 10. Mai 2013 gekauft – mit einem Betriebsübergang am 13. Mai. Die Erwerberfirma wird künftig ebenfalls unter Stürtz GmbH firmieren. Unter den Investoren ist der bisherige und auch künftige Geschäftsführer Ronald Hof. Über die Identität der weiteren Inhaber und über den Kaufpreis wird Stillschweigen bewahrt.

Die Auftragsbücher seien zwar voll, aber „Umsatzrückgänge im Verlagskundenbereich sowie der Verlust attraktiver, periodischer Großobjekte durch Einstellung seitens der Verlage haben das Unternehmen 2012 destabilisiert.“, hatte es in einer Mitteilung des Unternehmens zur Insolvenzanmeldung geheißen. Hinzu sei ein Schuldenberg gekommen, der sich mit dem Rückkauf des Unternehmens vor drei Jahren aufgebaut hat, sagte Ronald Hof damals der "Mainpost". Es habe sich dabei nicht um eigene Verbindlichkeiten gehandelt, sondern um Schulden des Gesamtkonzerns. Stürtz gehörte seit 2004 zum deutsch-holländischen Druckereikonsortium Euradius mit Sitz im niederländischen Meppel.

Bei dem Druckdienstleister, der auf Schul- und Wissenschaftsbücher sowie den Druck von Zeitschriften und Katalogen spezialisiert ist, wurden während der vorläufigen Insolvenz 78 der bis dahin rund 380 Arbeitsplätze abgebaut. Außerdem müssen die verbliebenen Beschäftigten ihren Teil zum Erhalt der Firma beitragen: Man habe sich – befristet bis zum 31. Dezember 2015 – auf eine 38,5-Stunden-Woche geeinigt, hatte ein Gewerkschaftsfunktionär schon im April gegenüber der „Mainpost“ erklärt. Zum Sanierungstarifvertrag, der offenbar eine Bedingung für den Erwerb von Stürtz durch die Investoren war, gehören zudem Zugeständnisse der Arbeitnehmer bei der Jahresleistung.

Laut Stürtz läuft die Produktion, wie schon während der vorläufigen Insolvenz, „stabil“. Die überwiegende Mehrheit der Kunden sei dem Unternehmen in den vergangenen Monaten treu geblieben.

Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner über die nun gefundene Lösung: „Die Sanierung eines Unternehmens der Druckbranche ist keine Selbstverständlichkeit, insofern sind wir froh, nunmehr eine Fortführungslösung gefunden zu haben.“ Plathner hatte seit Ende Januar bereits eine Reihe von Um- und Restrukturierungsmaßnahmen im Unternehmen auf den Weg gebracht.

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Leserkommentare (4)

Uwe Steinebach | Dienstag, 11. Juni 2013 16:56:02

Pfingstwunder (und Bankenmacht)

Erst einmal Glückwünsche an die Mitarbeiter der Druckerei Stürtz, dass sich mutige Investoren zur Rettung des Unternehmens gefunden haben.

Die Druckerei, in der ich beschäftigt bin (ca. 50 Mitarbeiter), musste trotz voller und wachsender Auftragsbücher leider auch den Schritt in die vorläufige Insolvenz antreten.

Dank unseres umsichtigen Geschäftsführers ist dies bisher ohne finanzielle Einbußen für die Mitarbeiter über die Bühne gegangen.

Wir sind in diese Situation geraten, weil die Banken mit den Klein- und Mittelunternehmen spielen und diese je nach Belieben in die Insolvenz schicken können, da diese Finanzhaie für mehrmonatige Vorfinanzierungskredite (für Materialvorfinanzierungen) horrende Zinsen fordern, die sich ein Unternehmen in unserer Größenordnung leider nicht mehr leisten kann.

Ich hoffe nur, dass sich auch für unser Unternehmen mutige Investoren finden, die unseren Fortbestand sichern werden.

Peter Schön | Montag, 27. Mai 2013 14:06:01

Wunder

Und die soliden Firmen, die heute noch ihren Mitarbeitern tarifliche Leistungen zahlen und sich an alle sozialen Standards halten, werden wieder gezwungen Kostenstrukturen zu überprüfen und auch deren Mitarbeiter müssen dann finanzielle Abstriche hinnehmen.

Was für eine tolle Branche.

Ein Staunender | Dienstag, 21. Mai 2013 11:06:03

Pfingstwunder

Ja, das ist das Pfingstwunder in unserer Branche: Die Toten stehen immer wieder auf, entledigen sich ihrer alten Kleider, ziehen wunderschöne, leichte und neue Gewänder an und mischen sich dann wieder unter die Lebenden. Und die Lebenden, die noch nicht tot waren, wundern sich, warum ihre eigenen Kleider so alt und so schwer sind, und warum sie so von Lasten erdrückt werden, während die Wiederauferstandenen ganz leicht und unbeschwert durchs Leben schweben. Und die Auferstandenen sagen: Ihr müsst erst sterben, um dann wieder leben zu können. Das machen doch alle so! Aber ein richtig schönes Leben ist das für Niemanden, denn außer den Lebenden und den Wiederauferstandenen gibt es ja auch noch die Zombies, die noch zwischen Tod und Auferstehung taumeln, sich nicht so recht entscheiden können und jemanden suchen, der ihnen bei der Auferstehung hilft ... Aber das ist eine andere Geschichte!

Rüdiger Braun von der rb-unternehmens-und-personaloptimierung.com | Dienstag, 21. Mai 2013 11:06:02

Stürtz Würzburg

Stürtz in Würzburg.... Welch Segen, dass dieses Unternehmen mit seinen hochmotivierten Mitarbeitern, mutige Investoren finden konnte! Kompliment an die Geldgeber aber auch ein ganz großes Kompliment an die Bestandskunden, welche Stürtz bis zum heutigen Tage die Treue hielten!!! Ich wünsche dem mutigen Management und den Verantwortlichen von und bei Stürtz, ein glückliches Händchen bei all ihrem Tun und den anstehenden Entscheidungen! Ich wünsche mir sehr, dass Sie ALLE für Ihr Engagement mit Erfolg belohnt werden!!! Herzliche Grüße nach Würzburg

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