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Druckerei OAN und Tochterfirmen melden Insolvenz unter ESUG an

Großteil der 600 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben – Unternehmen sollen über Insolvenzplan restrukturiert werden

Die OAN sowie zwei ihrer Tochtergesellschaften haben Insolvenz angemeldet und sollen über einen Insolvenzplan in Eigenverwaltung restrukturiert werden.

Für die Druckerei Offizin Andersen Nexö GmbH (OAN) sowie ihre Tochtergesellschaften Messedruck Leipzig GmbH und die Leipziger Kunst- und Verlagsbuchbinderei GmbH wurden beim Amtsgericht Leipzig Insolvenzanträge gestellt. Wie OAN bekannt gab, sollen die Unternehmen über einen Insolvenzplan in Eigenverwaltung (ESUG) restrukturiert werden. Während der Sanierung laufe der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Nicht betroffen von dem Insolvenzantrag ist die OAN-Tochtergesellschaft Sachsendruck GmbH mit Sitz in Plauen.

Die Eigenverwaltung sieht vor, dass die Geschäftsführung weiter über das Firmenvermögen verfügen kann und dabei von einem gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter beaufsichtigt wird. Das Amtsgericht Leipzig hat den Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg von der Kanzlei HWW Wienberg Wilhelm beauftragt.

Grund für die Insolvenzanträge ist nach Angaben des Unternehmens die Zahlungsunfähigkeit und verschiedene Ereignisse, die zu Umsatzverlusten und veränderten Zahlungsmodalitäten geführt haben. „Beispielsweise hat die seit längerem rückläufige Branchenentwicklung in Verbindung mit zusätzlichen Belastungen aus Kapazitätsanpassungen und den Ausfall eines Großkunden der Gruppe unsere Liquidität enorm belastet“, erklärte OAN-Geschäftsführer Stephan Treuleben.

Schon seit längerem sei die Notwendigkeit einer finanzwirtschaftlichen Restrukturierung deutlich geworden und in der Folge wichtige Maßnahmen eingeleitet worden. „Mit dem Antrag auf Eigenverwaltung wollen wir diesen Weg nun konsequent zu Ende gehen“, sagte Treuleben, der in Sanierungsfragen von Experten der Kanzlei Schultze & Braun unterstützt wird.

Von den rund 600 Arbeitsplätzen der Unternehmensgruppe soll der überwiegende Teil erhalten bleiben. „Der Insolvenzantrag ist nicht das Ende dieser Unternehmen“, versichert Treuleben. „Im Gegenteil: Die Eigenverwaltung bietet eine reelle Chance eines Neustarts. Unser Ziel ist der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze.“ Die Lohn- und Gehaltsansprüche der Mitarbeiter der insolventen Gesellschaften sind nach eigenen Angaben über das Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert. Eine Vorfinanzierung der Auszahlung durch eine Bank würde derzeit vorbereitet.

Die Offizin Andersen Nexö GmbH hat sich eigenen Angaben zufolge auf die Komplettherstellung von Büchern und Prospekten in allen Formaten und Auflagengrößen spezialisiert. Sie erwirtschaftete mehr als 25 Mio. Euro Umsatz im Jahr und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter in Leipzig und Reichenbach.

Die Messedruck Leipzig GmbH stellt Akzidenzien, Magazine und Periodika, Fach- und Kundenzeitschriften sowie Bücher und Broschüren her. Der Umsatz beläuft sich auf knapp acht Mio. Euro, knapp 60 Arbeitnehmer sind hier beschäftigt.

Die Leipziger Kunst- und Verlagsbuchbinderei konzentriert sich auf die Weiterverarbeitung von Festeinbänden und Kalendern, Broschüren, Industrie- und Versandkatalogen sowie Flex Covern. Das Unternehmen erzielte mit knapp 60 Arbeitnehmern einen Umsatz von 5,6 Mio. Euro.

Hintergrund

ESUG: Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) stärkt die Gläubigerrechte und zielt auf die Sanierung notleidender Unternehmen. Die Stärkung der Eigenverwaltung, die Einführung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens zwischen Eröffnungsantrag und Verfahrenseröffnung sowie der Ausbau und die Straffung des Insolvenzplanverfahrens bieten eine größere Auswahl an Gestaltungsoptionen bei Sanierungsfällen.

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