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Offizin Andersen Nexö stellt wieder Insolvenzantrag

Vorläufiger Insolvenzverwalter: "Geschäftsbetrieb faktisch bereits eingestellt"
 
OAN

Offizin Andersen Nexö konnte die Ziele des Insolvenzplanes nicht erreichen.

Die Offizin Andersen Nexö Leipzig GmbH (OAN, Zwenkau bei Leipzig) hat am 9. April 2015 einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Leipzig Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg (Kanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm).

Die Situation sei "prekär" – läßt sich Wienberg in einer Pressemitteilung seiner Kanzlei zitieren.  „Wir müssen in Anbetracht des faktisch bereits eingestellten Geschäftsbetriebes prüfen, ob überhaupt eine auch nur eingeschränkte Fortführung des Unternehmens möglich ist.“ Das Unternehmen verfügte zuletzt nicht mehr über die Mittel, die notwendigen Materialien für die Produktion einzukaufen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat am 10. April die rund 190 Arbeitnehmer in einer Belegschaftsversammlung über die Situation informiert. Dabei betonte er, dass er alles daran setzen werde, dass die Mitarbeiter möglichst schnell Geld von der Arbeitsagentur erhalten. Teilweise haben diese seit Februar 2015 keine Löhne mehr erhalten.

Die Offizin Andersen Nexö Leipzig GmbH hatte von Dezember 2012 bis Juni 2014 bereits ein Insolvenzverfahren durchlaufen, allerdings in Eigenverwaltung. Das bedeutet, die unternehmerische Verantwortung war während dieser Zeit in den Händen des Geschäftsführers Stephan Treuleben-von Gans verblieben, der den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortführte, bis die Gläubiger einem durch Treuleben-von Gans erstellten Insolvenzplan zustimmten und das Insolvenzverfahren durch das zuständige Insolvenzgericht beendet wurde. Der Geschäftsführung war es anschließend jedoch nicht gelungen, die im Insolvenzplan selbst gesetzten Ziele zu erreichen, so dass erneut Insolvenzantrag gestellt werden musste.

Der Insolvenzantrag vom 9. April 2015 beinhaltet hingegen nicht den Antrag auf Eigenverwaltung. Das Verfahren wird also als Regelinsolvenzverfahren geführt. Dies bedeutet, dass nicht mehr die bisherige Geschäftsführung die Verantwortung trägt, vielmehr hat das zuständige Amtsgericht Leipzig Rüdiger Wienberg als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der bereits im ersten Insolvenzverfahren als Sachwalter das Verfahren im Interesse der Gläubiger beaufsichtigt hatte.

Die Offizin Andersen Nexö Leipzig GmbH wurde 1746 in Leipzig gegründet und hat sich deutschlandweit einen Namen mit der Herstellung von Büchern und Broschüren für Verlage und Industrie gemacht. Das Traditionsunternehmen ist ein Kompletthersteller (Vorstufe, Großformatdruck, Druckveredlung, Verlagsbuchbinderei) für Festeinbände (Bücher und buchähnliche Produkte) sowie Broschüren in Farbe und schwarz/weiß in allen Auflagengrößen für Verlage und Industrie.

Stephan Treuleben-von Gans war erst vor Wochen in den Schlagzeilen, als er für den Insolvenzplan des Unternehmens Sachsendruck Plauen, das künftig "unter dem Dach der OAN-Gruppe agieren" sollte, die Zustimmung der Gläubiger erreichen konnte.

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