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„Organisches Wachstum ist immer noch möglich“

Interview mit Onlineprinters-CEO Dr. Michael Fries
 

Dr. Michael Fries, Geschäftsführer und CEO der Onlineprinters Gruppe.

Onlineprinters hat Zuwachs bekommen. Lasertryk, der dänische Marktführer im Onlinedruckmarkt, ist künftig Teil der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Neustadt/Aisch. Deutscher Drucker sprach mit Dr. Michael Fries, Geschäftsführer und CEO der Onlineprinters Gruppe über Marktkonsolidierung, digitale Kompetenzen und darüber, warum es nicht immer ratsam ist, seine Produkte online anzubieten.

print.de: In Ihrer Pressemeldung heißt es „Lasertryk wird sich der Onlineprinters Gruppe anschließen“. Konkret heißt das, dass Sie das Unternehmen übernehmen?

Dr. Michael Fries:  Ja. Lasertryk wird eine Gesellschaft innerhalb der Gruppe werden. Wobei uns wichtig ist, dass Lasertryk eine Marke ist, die weiterhin von den beiden Gründern Esben Mols Kabell und Anders Grønborg geführt wird. Die unternehmerische Verantwortung liegt bei ihnen. Das kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass die Beiden Gesellschafter der Onlineprinters Gruppe werden.

print.de: Onlineprinters war ja zuvor schon in Skandinavien aktiv, unter der Marke Onlineprinters. Wird das so bleiben?

Dr. Fries: Wir werden in Skandinavien weiterhin mit beiden Marken auftreten. Auch in Großbritannien existiert der Onlineprinters-Shop zusätzlich zur Marke Solopress.

print.de: Sie kaufen im Ausland Firmen zu, Cewe hat ganz aktuell Laserline übernommen – kann man sagen, dass im Onlinedruck das organische Wachstum am Ende ist?

Dr. Fries:  Das würde ich sehr deutlich verneinen. Organisches Wachstum ist nach wie vor möglich, das sehen wir europaweit. Es gibt weiterhin einen Wandel von Offline hin zu Online, das heißt, es gibt immer mehr Kunden, die den Onlinebestellweg für den geeigneteren Weg halten. Dieser Trend ist ungebrochen. Zudem kaufen lokale Druckereien vermehrt bei Onlinedruckereien ein und produzieren Standarddrucksachen nicht mehr selbst.

Einzelne Player im Markt sind der Meinung, dass es Sinn macht, sich durch Investitionen schneller auszubreiten, um sich damit strategische Vorteile zu sichern. Uns zum Beispiel ermöglicht die Akquisition von Lasertryk einen völlig anderen Stand in Skandinavien. Bisher waren wir dort ein kleinerer Player, jetzt haben wir mit Lasertryk den eindeutigen Marktführer in der Gruppe.

print.de: Er ist also wichtig, in diesem Markt einer der großen Player zu sein?

Dr. Fries:  Größe hilft in vielen Bereichen. Größe hilft beim Materialeinkauf, sie hilft beim Aufsetzen eines kompetenten digitalen Marketingumfelds, Größe hilft beim Aufbau von Fertigungsstrukturen, um möglichst industriell arbeiten zu können. Daher ist Größe sicher etwas, was die „Großen“ auch weiter erhalten und ausbauen wollen.

print.de: Was heißt das für die kleineren Player? Wird es zu weiteren Konzentrationen kommen?

Dr. Fries:  Also ich sehe auch bei den Kleinen etliche, die ein erfolgreiches Geschäft betreiben. Auf Dauer kommt es in jedem Markt zu einer Konsolidierung. Wann diese im Onlinedruckmarkt einsetzt, wird sich zeigen. Natürlich sieht man jetzt Konsolidierungsschritte mit Cewe und Laserline, aber wann es wirklich für die kleineren Player eng wird, kann man noch nicht absehen, da es ja nach wie vor auch das organische Wachstum gibt. Wir befinden uns ja trotzdem in einem Markt, der weiter wächst, und da kann sich natürlich auch ein kleinerer Player ein Stück vom Kuchen abschneiden.

print.de: Sie sagen, dass es eine Verschiebung von Offline zu Online gibt. Heißt das, dass eine klassische Druckerei, die ihre Kunden behalten will, künftig auch online gehen muss?

Dr. Fries:  Wer jetzt noch kein relevanter Player im Onlinedruck ist, dem würde ich raten, dort auch nicht unbedingt einzusteigen – einfach weil Prozesse, Größenvorteile und Volumina, um eine günstige Fertigung aufsetzen zu können, zunächst nicht vorhanden sind. Und ich glaube, es ist schwierig bis unmöglich, diesen Schritt jetzt noch nachzuholen.

print.de: Welche Chance haben diese Unternehmen dann?

Dr. Fries:  Ich denke, man muss sich seinen Weg suchen, wie man sich auf seine Kunden fokussiert, wie man Kompetenzen aufbaut, die andere so nicht haben. Das kann natürlich über digitale Prozesse gehen, die aber eher auf die direkte Vernetzung mit den Key Accounts zielen und weniger auf das Anbieten eines Open Shops, wie wir das tun. [2772]

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