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Pleite der Adam Nord GmbH: Firmenchef steht in der Kritik

Ostsee-Zeitung stellt Fragen nach dem Sinn der Fördermittel
 

Die Produktion in der Rollenoffsetdruckerei Adam Nord in Laage hat am 31. August die Produktion eingestellt.

Große Enttäuschung herrscht bei den Mitarbeitern und im regionalen Umfeld der insolventen Adam Nord GmbH in Laage. Am 31. August wurde die Produktion in der Rollenoffsetdruckerei eingestellt.

Vor sieben Jahren sonnte sich die Politikprominenz noch im Glanz eines neuen Hightech-Unternehmens: die Adam Nord GmbH war im Beisein des Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (Mecklenburg-Vorpommern) feierlich in Betrieb genommen worden. Auch für das Unternehmen war der Standort denkbar attraktiv: Walter Adam konnte nicht zuletzt durch Fürsprache der Bundesregierung üppige Fördermittel in Höhe von – je nach Quelle – rund 14 bis 20 Mio. Euro in Anspruch nehmen. Nun wird in einem Bericht der Ostsee-Zeitung der Verbleib dieser Fördermittel thematisiert.

Adam Nord hatte 2006 mit zwei 48-Seiten Rollenoffset-Druckmaschinen von Manroland die Produktion begonnen. Wie die Ostsee-Zeitung schreibt, hatte das Druckunternehmen „die Bank seines Maschinenherstellers“ in die Finanzierung eingebunden. „Der Druckmaschinenhersteller ist mit insgesamt über 30 Millionen Euro auch im Grundbuch eingetragen.“ Die Insolvenz war letztlich ins Rollen gekommen, da Adam auf Anraten seines Anwaltes Rückzahlungen eingestellt und Manroland auf die Bezahlung der gesamten Kreditsumme bestanden hatte.

Inzwischen wurde auch öffentlich, dass es um das Verhältnis von Chef und Belegschaft offensichtlich nicht immer zum Besten bestellt war. Zitate von ehemaligen Mitarbeitern, die die Ostsee-Zeitung wiedergibt,  legen dies nahe. Sitzengelassen fühlt sich die Belegschaft jetzt auf jeden Fall. Dass der zweite Betrieb Walter Adams, die Adam GmbH in Bruchsal, mit seinen rund 70 Mitarbeitern fortgeführt wird, ist zwar einerseits erfreulich, führt in Laage aber zu einem unguten Gefühl. Der Bruchsaler Betrieb würde – so der Insolvenzverwalter Andreas Fischer – nicht nur in vollem Maße aufrechterhalten, sondern von der Schließung des Standortes in Mecklenburg-Vorpommern profitieren. Schließlich könnten eine Reihe von Aufträgen in den Süden geholt werden. Es ist nachvollziehbar, dass dieser Zusammenhang in Laage mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen wird.

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Leserkommentare (1)

Ein Erstaunter | Donnerstag, 05. September 2013 16:36:03

Insolvenz der Tochter = Befreiung für die Mutter?

Die Mutter profitiert von der Insolvenz der Tochter, da Aufträge vom Norden in den Süden geholt werden können!? Wäre das unter Umständen vorher ohne eine Insolvenz nicht auch möglich gewesen? Die Argumentation ist so merkwürdig wie der Verbleib der Subventionen...

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