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Possehl übernimmt Rollenbereich von Manroland

Lübecker Industriekonzern steigt in Augsburg ein – über Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart

Lübecker Industriekonzern steigt in Augsburg ein – über Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

In dem Rennen um den Kauf des zahlungsunfähigen Druckmaschinenherstellers Manroland hat sich der Lübecker Industrie-Mischkonzern L. Possehl & Co. mbH als neuer Investor durchsetzen können. Wie das Unternehmen in einer Pressekonferenz bekannt gab, steigt Possehl direkt nur in Augsburg ein.  Es werde eine Newco (neue Gesellschaft) gegründet, an der das Management beteiligt werde.

Wie Insolvenzverwalter Werner Schneider in einer Pressekonferenz mitteilte, wird das Lübecker Familienunternehmen zudem langfristige Lieferbeziehungen mit dem Manroland-Werk in Plauen eingehen, um hier eine Auslastung sicherzustellen. Eine spätere Beteiligung am Werk in Plauen wird in Aussicht gestellt. Das Werk in Plauen wird in eine neue Gesellschaft ausgelagert. Es bestehen gute Aussichten auf die zeitnahe Akquisition weiteren signifikanten Drittgeschäfts. Hierdurch ist der Fortbestand des Plauener Werkes langfristig gesichert.

Das Offenbacher Werk (Bogendrucksysteme) soll auf dem Weg eines Management-Buy-Outs gemeinsam mit einem Investor saniert werden. „Hier sind wesentliche Vertriebsmitarbeiter aus dem internationalen Vertrieb, die Amerika, Asien und Europa abdecken“, beteiligt. Dazu sei allerdings eine Landesbürgschaft erforderlich. Hierzu haben bereits Gespräche stattgefunden.
Wie das Unternehmen weiter bekannt gab, ist das vorliegende Investorenkonzept mit einem Stellenabbau verbunden. Zukünftig werden am Standort Augsburg 1473 Stammmitarbeiter beschäftigt sein, die Ausbildungsverhältnisse werden zudem fortgesetzt. Am Standort Offenbach werden es künftig 750 Mitarbeiter sein, am Standort Plauen knapp 300. Rund 1500 bis 2000 Mitarbeiter sollen von einer Qualifizierungsgesellschaft aufgefangen werden.

Insolvenzverwalter Werner Schneider nannte als wesentliche Entscheidungskriterien des Gläubigerbeirates die vorliegenden Betriebskonzepte, die geplante Übernahme von Beschäftigten sowie die schnelle Umsetzbarkeit der Verkaufsverträge. Die Entscheidung des Gläubiger-Beirats erfolgte „einstimmig“. Mit ein Grund dürfte auch die gewisse Abschlusssicherheit gewesen sein.
Über den Kaufpreis vereinbarten alle Beteiligten Stillschweigen. Schneider unterstrich in seiner Stellungnahme, dass es sich bei dem Votum des Gläubigerbeirates nicht um einen förmlichen Beschluss, sondern um eine Empfehlung handelt. Ein endgültiger Beschluss wird durch die Gläubigerversammlung getroffen, das Votum des Gläubigerbeirates hat dabei aber eine richtungsweisende Wirkung.
Die neue Gesellschaft werde auf der Drupa mit dem Bogenbereich vertreten sein. Auch der Name Manroland steht allen drei Gesellschaften in Abgrenzung zur Verfügung.

Insgesamt gab es zwei ernsthafte Interessenten: Possehl, ein deutscher Mischkonzern mit rund 140 Einzelgesellschaften und einem Jahresumsatz von zuletzt 2,5 Mrd. Euro, hatte am 17. Januar mitgeteilt, sie habe ein Angebot für das Geschäft mit Rollendruckmaschinen in Augsburg abgegeben. Die akquisitionsfreudige Gruppe hatte in Augsburg schon den Kuvertiermaschinen-Hersteller Böwe Systec gerettet.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtete hatte, konkurrierte Possehl mit dem US-Finanzinvestor Platinum Equity mit Sitz in Beverly Hills/USA um den Druckmaschinenbauer. Der US-Finanzinvestor biete für alle drei Werke, hieß es am 17. Januar in Verhandlungskreisen.

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