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Prinovis-Druckerei Itzehoe soll geschlossen werden

SHZ: Stilllegung für August 2014 geplant
 
Prinovis Itzehoe

Das "Aus" für die Tiefdruckerei in Itzehoe: 2004, kurz bevor Gruner Druck in das Joint Venture Prinovis eingebracht wurde, feierte die Druckerei das 125-jährige Bestehen. Den Standort Am Voßbarg in Itzehoe gibt es seit 1969. Das Luftbild zeigt den Betrieb im Jubiläumsjahr 2004.

Die zu Prinovis gehörende Tiefdruckerei in Itzehoe (Schleswig-Holstein) soll im nächsten Jahr geschlossen werden. Dies berichtet der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (SHZ) auf seiner Website und beruft sich auf Martin Dieckmann, Fachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie der Gewerkschaft Verdi. Er hatte bestätigt, dass die Stilllegung für August 2014 geplant sei. Betroffen sind rund 700 Mitarbeiter, darunter 20 Auszubildende, sowie weitere mehr als 300 Leiharbeiter.

Bei einer Betriebsversammlung am heutigen Mittwoch will Prinovis-CEO Dr. Bertram Stausberg offenbar die Schließungspläne bekanntgeben. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich zu diesen Informationen gegenüber print.de noch nicht äußern, kündigte aber eine Stellungnahme für den Nachmittag an.

Dem SHZ-Bericht zufolge schreibt die Druckerei rote Zahlen, das bisherige Defizit liege bei rund 13 Mio. Euro. In der Vergangenheit hatten die Mitarbeiter laut Verdi bereits Zugeständnisse gemacht, einige Beschäftigungsgruppen nahmen in den vergangenen acht Jahren Einbußen von 30 bis 40 Prozent hin. Zuletzt verzichteten die Mitarbeiter auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Im Gegenzug wurde eine Beschäftigungssicherung bis 2015 vereinbart.

Der Tiefdruckkonzern Prinovis mit den deutschen Produktionsstandorten in Ahrensburg, Dresden, Itzehoe und  Nürnberg hatte im August 2012 noch in den Standort Ahrensburg investiert. Damals sagte der Geschäftsführer von Prinovis, Dr. Bertram Stausberg, dass Ahrensburg kurz vor der Schließung gestanden hätte. Mittlerweile seien die Kosten aber "dramatisch gesenkt" und die Produktivität gesteigert worden. Das Unternehmen blicke deshalb nun positiv in die Zukunft.

„Soziale Katastrophe“

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Pläne zur Schließung der Prinovis-Tiefdruckerei in Itzehoe „scharf kritisiert“. " Dies sei für die strukturschwache Region Itzehoe „eine soziale Katastrophe“.  Frank Werneke, Vizechef der Gewerkschaft: "Die Mehrheitsgesellschafter um Bertelsmann-Besitzerin Liz Mohn und auch die Minderheitsgesellschafter um Friede Springer werden erklären müssen, wie sie angesichts ihrer Milliardenvermögen diesen Kahlschlag verantworten können".

Zweite Werksschließung durch Prinovis

Das 2005 durch die Partner Bertelsmann, Gruner + Jahr sowie Axel Springer gegründete Tiefdruck-Joint-Venture Prinovis hatte 2008 bereits den Standort Darmstadt geschlossen.

Das Werk in Itzehoe nordwestlich von Hamburg, früher „Gruner Druck“, war 1969 gebaut worden. Kurz vor der Übernahme durch Prinovis – im Jahr 2004 – hatte Gruner Druck sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Damals waren dort  noch 1.265 Mitarbeiter beschäftigt.

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