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Prinovis Itzehoe: Verhandlungen über Sozialplan sind abgeschlossen

Produktion noch bis zum 30. April 2014 geplant
 

Das "Aus" für die Tiefdruckerei in Itzehoe: 2004, kurz bevor Gruner Druck in das Joint Venture Prinovis eingebracht wurde, feierte die Druckerei das 125-jährige Bestehen. Den Standort Am Voßbarg in Itzehoe gibt es seit 1969. Das Luftbild zeigt den Betrieb im Jubiläumsjahr 2004.

Die Verhandlungen über Interessensausgleich und Sozialplan zur Stilllegung des Prinovis-Standortes Itzehoe sind nach rund zweimonatiger Dauer abgeschlossen. Vertreter der Geschäftsführung sowie der Arbeitnehmerseite einigten sich nun auf ein entsprechendes Paket. Die Übereinkunft erfolgte vorbehaltlich der Zustimmung der jeweils zuständigen Gremien der Verhandlungsparteien.

Nachdem Anfang Februar die Geschäftsführung die Mitarbeiter am Standort darüber informiert hatte, den Betrieb im kommenden Jahr stilllegen zu wollen, wurde in dem nun abgeschlossenen Interessenausgleich vereinbart, die Produktion in Itzehoe zum 30. April 2014 auslaufen zu lassen. Die anschließend erforderlichen Demontage- und Rückbauarbeiten werden sich bis in das Jahr 2015 erstrecken.

Der Sozialplan für die bei Produktionsende noch rund 600 festangestellten Mitarbeiter umfasst im Wesentlichen folgende Regelungen:

  • Abfindungszahlungen
  • Zusatzbeträge für Kinder bzw. bei Schwerbehinderung
  • Möglichkeit zu einer maximal 12-monatigen Anstellung in einer neu zu gründenden Transfergesellschaft;
  • In der Transfergesellschaft Aufstockung der Bezüge auf 90 Prozent des letzten Nettogehalts und Bereitstellung finanzieller Mittel für Weiterqualifizierungsmaßnahmen
  • Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten an anderen Prinovis-Standorten.

Zudem übernehme Prinovis die Kosten zur Einrichtung einer Transfergesellschaft für insgesamt rund 350 Mitarbeiter in Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung der größten für den Betrieb Itzehoe tätigen Personalservicegesellschaft. Die Gesamtkosten für den Sozialplan belaufen sich nach Aussage des Konzerns auf einen Betrag in mittlerer zweistelliger Millionen-Euro-Höhe. Über die Nutzung des Werks bzw. Areals nach Stilllegung des Betriebs wurde noch nicht entschieden. Dr. Bertram Stausberg, CEO von Prinovis, sagte: „Mir ist bewusst, dass die Schließung von Prinovis Itzehoe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standortes sowie für die gesamte Region einen harten Einschnitt bedeutet. Umso wichtiger war es, für die betroffenen Mitarbeiter einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Sozialplan zu verabschieden, um die sozialen Härten abzufedern und eine Weiterqualifizierung zu ermöglichen. Dies ist nach meiner Einschätzung mit dem ausverhandelten Paket gelungen.“

Im nächsten Schritt sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre Abfindungspakete informiert werden. Darüber hinaus werde Prinovis sie in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und lokalen Unternehmen bei der Entwicklung neuer beruflicher Perspektiven unterstützen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Gemeinsam mit den Kunden der in Itzehoe produzierten Druckaufträge werde in den kommenden Monaten ein Plan zur schrittweisen Verlagerung der Objekte an andere Prinovis-Standorte entwickelt.

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