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Restrukturierung: Müller Martini plant den Abbau von weltweit 550 Stellen

Zusammenlegung der Standorte Zofingen und Felben wird vertiefend geprüft
 

Die Müller-Martini-Gruppe soll umstruktiert und an den den redimensionierten Markt angepasst werden, so CEO Bruno Müller. Dafür sollen weltweit rund 550 Stellen gestrichen werden. Derzeit stark diskutiert werde beispielsweise die Zusammenlegung der beiden Schweizer Hauptstandorte in Zofingen (unteres Bild) und Felben.

Die Müller-Martini-Gruppe steht vor einer grundlegenden Umstrukturierung: Aufgrund des anhaltenden Wandels in der grafischen Industrie und der dadurch eingebrochenen Umsätze der Unternehmensgruppe sollen in den nächsten Monaten weltweit rund 550 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Fokus der Überlegungen stehe derzeit vor allem die Zusammenlegung der Schweizer Standorte in Zofingen und Felben. Für die Kunden von Müller Martini werde sich laut Müller Martini jedoch nichts ändern – sowohl die Geschäftsbereiche als auch das Produktportfolio sollen in vollen Umfang bestehen bleiben.

Durch die weiter anhaltende schwierige Situation in der grafischen Industrie und der damit einhergehenden Verkleinerung der Kundenbasis, ist auch der Umsatz der Müller-Martini-Gruppe deutlich eingebrochen. Lag er vor vier Jahren noch bei umgerechnet 810 Mio. Euro (über einer Milliarde Franken), so waren es im vergangenem Geschäftsjahr nur noch knapp 365 Mio. Euro (unter 450 Mio. Franken). Das enspricht einem Einbruch von mehr als 60 Prozent. Um jedoch weiterhin Investitionen in die Produktentwicklungen tätigen zu können, muss Müller Martini nach eigenen Angaben die Grösse des Unternehmens "an den redimensionierten Markt anpassen". Ziel der Reform sei es, die Position der Unternehmensgruppe auch in dem geschrumpften Markt zu behaupten und weiterhin hochwertige Produkte für den Druck und die Druckweiterverarbeitung sowie einen umfassenden Service für die Anwender anzubieten.

"Um überleben zu können, kommen wir nicht darum herum, in kleineren Dimensionen zu operieren", erklärt Müller-Martini-CEO Bruno Müller und fügt hinzu: "Wir werden aber alles dran setzen, mit einer Bündelung der Kräfte die Beratung unserer Kunden bei Neuinvestitionen und vor allem auch im Servicebereich weiterhin zu vertiefen. Unsere im vergangenen Jahr eingeleitete Regionalisierung des Vertriebs- und Servicenetzes bietet uns hier eine gute Ausgangslage."

Wie die Restrukturierung im Detail aussehen soll, werde in den nächsten Wochen besprochen. Behörden und Sozialpartner seien informiert und die Gespräche mit den Personalvertretungen zur gemeinsamen Lösungssuche aufgenommen. Wie Dr. Jutta Thellmann, Leiterin Marketing Services bei Müller Martini, gegenüber print.de erklärte, sollen in den Gesprächen mit den Sozialpartnern und Gewerkschaften verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert sowie Sozialpläne für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter verhandelt werden. Erst nach Abschluss dieser Konsultationsfrist Mitte August könne dann eine genaue Aussage über die anstehenden Maßnahmen getroffen werden.

Als wohl wahrscheinlichste Lösung stehe derzeit die Zusammenlegung der Hauptstandorte Zofingen und Felben im Fokus der Überlegungen. Allein in Felben könnten 250 von 339 Arbeitsplätze wegfallen. Aber auch die restlichen Standorte im In- und Ausland sollen in die Überlegungen mit einbezogen werden. Wieviele Mitarbeiter in Deutschland von dem geplanten Stellenabbau betroffen sein könnten, steht derzeit nicht fest. "Wir bereiten derzeit eine Marktinformation vor, mit der wir unsere Kunden über die geplanten Maßnahmen in Kenntnis setzen", sagt Dr. Jutta Thellmann. "Wir gehen aber davon aus, dass für unsere Kunden keine Auswirkungen oder Einschränkungen spürbar sein werden. Die bisherigen Geschäftsbereiche Druckmaschinen, Rotationsabnahme-Systeme, Sammelheft-Systeme, Soft- und Hardcover-Buchlinien, Versandraum-Systeme und Digital Solutions bleiben bestehen, ebenso wie unser Produktportfolio." 

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