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Ringier: Umsatzrückgang im Jahr 2011

Anteil der digitalen Erlöse steigt auf fast 14 Prozent

Die Ringier Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 ein Ebitda von 64 Mio. Franken (rund 53,24 Mio. Euro) erzielt. Im Bild der Druckstandort Adligenswil (Schweiz).

Die Ringier Gruppe, ein Schweizer Medienunternehmen, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von 1,147 Mrd. Franken (rund 954.000 Euro) einen Umsatzrückgang von neun Prozent verzeichnet. Wie das Unternehmen weiter berichtet, erzielte es ein Ebitda von 64 Mio. Franken (rund 53,24 Mio. Euro). Im Vorjahr betrug es 115 Mio. Franken – darin waren auch die Sondereffekte durch die Formierung von Ringier Axel Springer Media enthalten. 

Erfreulich sei hingegen das anhaltende Wachstum im Digital- und Entertainmentbereich, das auch über vielversprechende Akquisitionen erzielt wurde. Der Anteil der digitalen Erlöse ist der Mitteilung des Unternehmens zufolge konzernweit auf fast 14 Prozent gestiegen, in der Schweiz beträgt er nun sogar über 20 Prozent. 2012 will Ringier nach eigener Aussage durch strategische Investitionen weiter diversifizieren und das Verlagsgeschäft stärken.

So hat die Ringier Gruppe nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 96 Mio. Franken (rund 79,9 Mio. Euro) in neue Produkte und Mäkte investiert. Auch die Umsatzentwicklung sei eine deutliche Bestätigung der strategischen Ausrichtung auf Diversifizierung und den Ausbau des Geschäfts mit digitalen Medien. Dessen Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gesteigert werden. Im publizistischen Kerngeschäft mit Zeitungen und Magazinen haben dagegen zurückgehende Werbeerlöse die Umsatzentwicklung beeinträchtigt. Das Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft verzeichnete einen durchschnittlichen Rückgang der Anzeigenerlöse um 15 Prozent. Die Drucksparte musste eine "deutliche Verminderung ihres Geschäftsvolumens im harten europäischen Wettbewerb hinnehmen". 

Die Veränderung in Ringiers Geschäftsportfolio zeige sich auch in der Umsatzstruktur: Während der Anteil der Druckdivisionen auf 21 Prozent des Gesamtumsatzes (Vorjahr 23 Prozent) zurückging, stieg der Anteil der Digitalerlöse von 10 auf rund 14 Prozent. Dazu haben auch verschiedene Akquisitionen beigetragen. Die Vertriebs- und Anzeigenerlöse repräsentieren mit 28 Prozent beziehungsweise 24 Prozent vom Gesamtumsatz jedoch weiterhin den grössten Teil des Geschäfts.

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Im Bereich Schweiz und Deutschland (exkl. Druckgeschäft) erzielte Ringier 610 Mio. Franken (rund 507,5 Mio. Euro). Rund 65 Prozent des Umsatzes wurden 2011 im traditionellen Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften, Druckereien und Online-Portalen erwirtschaftet.

23 Prozent des Schweizer Umsatzes konnten 2011 aus dem Geschäftsbereich Digital Business erwirtschaftet werden. Im Sommer erwarb Ringier 60 Prozent der Schweizer Group-Buying-Plattform Dein-Deal. Im Februar tätigte Ringier über Scout-24 Schweiz die strategische Beteiligung am Schweizer Stellenportal Jobs. Scout-24 Schweiz ist nun mit 15 Prozent an Jobs beteiligt.

Im August übernahm Ringier Publishing Deutschland die Zeitschrift Literaturen vom Friedrich Berlin Verlag.

Swissprinters sah sich im Jahr 2011 nach eigenen Angaben mit einer schwierigen Marktsituation konfrontiert. Der zunehmende Volumenrückgang im Drucksektor sowie die geringen Gewinnmargen belasteten die Ertragslage der Betriebe trotz einer durchschnittlichen Auslastung von knapp 100 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Oktober die Schliessung des Betriebs in St.Gallen per 30. Juni 2012 ankündigt. Swissprinters wird damit künftig mit je einem Standort in der Deutsch- und Westschweiz vertreten sein.

Im Bereich Central Europe konnte Ringier 2011 ein Umsatz von 274 Mio. Franken (rund 227,9 Mio. Euro) erwirtschaften. Er setzt sich zusammen aus den Beiträgen von Ringier Ungarn und Ringier Rumänien, sowie aus 50 Prozent der Umsätze von Ringier Axel Springer Media, des Joint Ventures mit dem deutschen Medienhaus Axel Springer.

In Ungarn konnte die kartellrechtliche Freigabe der Zusammenführung der Ringier-Geschäfte mit Axel Springer noch nicht erreicht werden.

Die Ringier Axel Springer Media AG gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Multimediaunternehmen in Osteuropa. Durch die Bündelung der Geschäftsfelder von Ringier und Axel Springer in Polen, Tschechien, der Slowakei und Serbien ist das Unternehmen jeweils Marktführer im Boulevard-Bereich und einer der grössten Magazinherausgeber in der Region. Der Gesamtumsatz der Ringier Axel Springer Media AG belief sich im Rechnungsjahr 2011 auf 332 Mio. Franken ( rund 276,1 Mio. Euro), wovon 50 Prozent in den Umsatz von Ringier konsolidiert wurden. Im Vorjahr wurden insgesamt 379 Mio. Franken (rund 315,2 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Gründe für den Umsatzrückgang seien vor allem im starken Schweizer Franken zu sehen.

Im Geschäftsbereich Asia Pacific mit Ringier China, Ringier Vietnam und Ringier Trade Media erzielte Ringier Umsätze von 43 Mio. Franken. (rund 35,8 Mio. Euro).
In China konnte Ringier 2011 das Wachstum der digitalen Umsätze um über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern.

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