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Rollenoffset mit hoher Auslastung im High-Volume-Segment

Untersuchung der Michael Dömer Unternehmensberatung im Auftrag der European Web Association zeigt gute Mengenentwicklung
 

Die Auslastung im Rollenoffset liegt auf dem hohen Vorjahresniveau. Von weiterem Mengenwachstum sei aber nicht auszugehen.

Aller Prognosen zum Trotz ist auch 2015 das Printvolumen im Drucksegment des Akzidenz-Rollenoffsets weiter gewachsen. Die Auslastung der Rotationen lag trotz Kapazitätserweiterung auf hohem Niveau. Das zeigt die neue Untersuchung der Michael Dömer Unternehmensberatung im Auftrag der European Web Association (EWA), die seit zehn Jahren die Auslastung der Unternehmen sowie die Printentwicklung im Rollenoffset untersucht.

Die Untersuchungsergebnisse:

Die 43 analysierten Druckstandorte mit 180 Rotationsdruckmaschinen lagen mit einer Auslastung von 105,9 Prozent der Normalkapazität (= 5 Tage, 3 Schichten) und 73,4 Prozent der möglichen Maximalkapazität (3 Schichten, 365 Tage/Jahr) auf dem hohen Vorjahresniveau. In den Jahren seit 2005 war bisher die Auslastung ständig gestiegen. Mit 127,6 Prozent bzw. 88,5 Prozent stoßen die größten Maschinen im Markt, die 96-Seiten-Rotationen, an ihre Grenzen. Nach Aussage der Unternehmen ist dies nicht auf Dauer zu verantworten. Ähnlich ist es im Bereich 80-Seiten-Maschinen. Der hohe Prozentanteil der Produkte ohne Weiterverarbeitung zeigt nach Angaben in der Untersuchung, dass das Wachstum sehr stark durch Beilagenproduktion getrieben ist.

Der zweite Teil der Untersuchung zeigt die Entwicklung des Printvolumens im Rollenoffset seit 2008 auf. Die bedruckte Papiermenge nach Tonnage ist in diesem Zeitraum um 26 Prozent gestiegen. Da die Tonnage aber keine verlässliche Aussage über die tatsächlich produzierte Menge gibt, untersucht das Beratungsunternehmen auch die Anzahl der gerüsteten und produzierten Druckformen. Diese stieg um ca. 34 Prozent. Die eingesetzte Papiermenge liegt rechnerisch unter der Steigung der produzierten Seiten, was zum Teil auf technischen Fortschritt – Makulaturreduzierungen – und auf Veränderungen des Flächengewichts zurückzuführen ist. An der Relation der gerüsteten Formen zur Anzahl der produzierten Seiten kann die reduzierte Auflagenentwicklung abgeleitet werden – bei gleichzeitig mehr Produktvarianten. 

Im Vergleich zu 2014 wurden im vergangenen Jahr 3,4 Prozent mehr Seiten produziert. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Auflage und eingesetzte Papiermenge in Tonnage. Die vorliegenden Daten der Papierindustrie (rückläufiger Verbrauch) stehen mit diesen Fakten nur auf den ersten Blick in Widerspruch. Bei genauer Betrachtung zeigen sich gravierende Unterschiede in der Entwicklung anderer europäischer Länder zum Wachstumsmarkt Deutschland. Die meisten Veröffentlichungen zeigen europäische Daten. Nach Analyse von Michael Dömer müssen zudem die in einigen Sorten enthaltenen Mengen aus Tiefdruck sowie Coldset (Zeitungsdruck) herausgerechnet werden.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen: Erstmals stagniert die Auslastung zum Vorjahr trotz steigender Volumina auf Grund der bereits ausgeweiteten Kapazität. Für 2016/2017 sind weitere erhebliche Investitionen im High-Volume-Markt erfolgt. „Wenn die zusätzlichen 80- und 96-Seiten- Rotationen am Netz sind, wird es schwieriger. Ich gehe nicht mehr von weiter kontinuierlichem Mengenwachstum aus", rät Michael Dömer den Marktteilnehmern zur Vorsicht.

Trotz der insgesamt guten Mengenentwicklung sei die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen unbefriedigend. Der jährliche Preisverfall und die stetig steigenden Kosten für Technologie- und Personalentwicklung stelle die Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. „Kunden sehen in der reinen Druckproduktion eine austauschbare und selbstverständliche Leistung ohne besondere Relevanz. Gesamtkonzepte für den Markt und Added Value – auch im Rahmen der digitalen Transformation – sind für die nächste Zukunft Grundvoraussetzung, diese Relevanz und damit Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Die reine prozessoptimierte High-Volume-Produktion steht dabei in Zukunft unter noch höherem Preis- – und damit Effizienz- –druck“, so Michael Dömer.

Die Print-Buyer warnt er: Druckern im untersten Preissegment könnte auf dem Weg die „Luft ausgehen“. Dann werde es eventuell schwierig, schnell alternative freie Kapazitäten am Markt zu finden. „Billig kann dann teuer werden“.

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