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Rose Druck übernimmt Geschäftsbetrieb der WWK Druck GmbH in Landau

Firmengruppe Appl beteiligt sich an Rose Druck
Bernd Rose

Bernd Rose übernimmt – unterstützt durch die Appl-Gruppe – das Landauer Tiefdruckwerk.

Der bisherige Vorstandsvorsitzende der insolventen Schlott Gruppe AG, Bernd Rose, übernimmt ab 1. Juni 2011 bzw. nach der Freigabe durch das Bundeskartellamt mit der neu gegründeten Rose Druck GmbH den Geschäftsbetrieb der Schlott-Tochterfirma WWK Druck GmbH in Landau. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Unternehmerfamilie Appl (Firmengruppe Appl, Wemding) beteiligt sich an der Rose Druck GmbH. Dies teilten beide Unternehmen am 27. Mai mit.

Laut Rose Druck GmbH hat sich die Landauer Tiefdruckerei bisher vor allem auf Werbebeilagen sowie Zeitschriften und Kataloge mit zahlreichen Sonderfalzprodukten und Ausstattungsmöglichkeiten spezialisiert. Laut Insolvenzverwalter erwirtschaftete die WWK Druck GmbH zuletzt einen Umsatz von rund 15 Mio. Euro im Jahr.

Durch die strategische Partnerschaft mit der Firmengruppe Appl gewinne man nun Kompetenzen in Offsetdruck und Weiterverarbeitung hinzu, heißt seitens Rose Druck.

113 von 133 Arbeitsplätzen werden in Landau erhalten

Für die Appl-Gruppe, die 2005 das Sinsheimer Tiefdruckunternehmen Print Forum übernommen hat, bedeutet diese Beteiligung einen Ausbau ihrer Tiefdruckaktivitäten. An den verschiedenen deutschen Standorten von Appl sind aktuell rund 850 Mitarbeiter tätig. Nach Mitteilung des Insolvenzverwalters der Schlott Gruppe, Dr. Siegfried Beck, werden beim WWK-Nachfolger Rose Druck 113 der bisher 133 Arbeitsplätze erhalten.

Beide Unternehmen, Rose und Appl, wollen sich mit dem Kauf des Landauer Unternehmens „klar zum Tiefdruck bekennen", heißt es in Pressemitteilungen der beiden Firmen. Sie möchten mit diesem Schritt ihren Kunden auch eine Alternative auf dem Druckmarkt bieten. Dabei könnten „Synergien effektiv genutzt werden".

Zwischen Bernd Rose und der Landauer Druckerei gibt es familiäre Verbindungen: 1843 hatte Roses Ur-Ur-Großvater Wilhelm Wenzel Klambt den Klambt Verlag gegründet, aus dem unter anderem die Klambt Druck hervorging, die später in WWK Druck umbenannt wurde.

Kritik aus Freudenstadt

Kritik an einer damals bereits als möglich erachteten Übernahme von WWK durch Rose war bereits vor Wochen aus Freudenstadt gekommen. Der Stammsitz von Schlott zählt – wie auch die beiden Hamburger Broschek-Standorte – zu jenen Betrieben der Schlott Gruppe, die keinen Käufer fanden und deshalb unter Verlust aller Arbeitsplätze geschlossen wurden.

Der Freudenstädter Oberbürgermeister Julian Osswald fand es laut Südwest Presse „schon mehr als verwunderlich, dass der Vorstandsvorsitzende Bernd Rose persönlich am Standort Landau einsteigt, obwohl der Standort Freudenstadt mit seinen Maschinen im Grunde viel wirtschaftlicher sein müsste". Man müsse sich schon die Frage stellen, ob ein amtierender Vorstandsvorsitzender einer Firma gleichzeitig Bieter für einen bestimmten Standort sein könne, sagte Osswald, als er sich Anfang Mai an einem „Trauermarsch" ehemaliger Schlott-Mitarbeiter beteiligte.

Mit dem Verkauf des Landauer Werkes ist der sogenannte „Investorenprozess" bei der insolventen Schlott Gruppe weitgehend abgeschlossen. Die Übernahme von Broschek Rollenoffset in Lübeck durch Schießl & Co. (Königsbrunn bei Augsburg) ist offenbar aber noch nicht endgültig unter Dach und Fach.

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