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Sachsendruck meldet Insolvenz an

Sanierung in Eigenregie geplant

Sachsendruck in Plauen musste Insolvenz anmelden.

Der Hersteller von Pappbilderbüchern Sachsendruck (Plauen) hat beim Amtsgericht Leipzig Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen mitteilt, handelt es sich um eine Planinsolvenz zum Zweck, die Druckerei zu restrukturieren. Offenbar will der Geschäftsführer und Gesellschafter Stefan Treuleben den Betrieb in Eigenregie sanieren.

Sachsendruck sei zahlungsunfähig infolge der massiven Strukturkrise der Branche, heißt es in einer Pressemeldung des Unternehmens. Das Amtsgericht Leipzig hat die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Vorläufiger Sachwalter ist der Rechtsanwalt und Steuerberater Michael Schoor. Unter seiner Aufsicht und mit Unterstützung des Insolvenzanwalts Rüdiger Bauch von der Kanzlei Schultze & Braun wird der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt und in Eigenverwaltung durch die Geschäftsleitung weitergeführt.

Geschäftsführer Stefan Treuleben hatte bereits zuvor die Muttergesellschft von Sachsendruck, die Offizin Andersen Nexö (OAN in Leipzig) sowie die Werke in Reichenbach in Eigenregie saniert. Für die OAN endete die Insolvenz Ende Juni. Wie die Tageszeitung Freie Presse schreibt, will er die Kinderbuch-Druckerei als Außenstellen an die OAN angliedern. Die Online-Sparte soll als eigenständiger Betrieb zusammen mit einem Internet-Bestellportal aus Baden-Württemberg geführt werden. Über dieses Portal erhalte Sachsendruck seit Jahren Aufträge.

Wie die Freie Presse weiter berichtet, sollen 20 Arbeitsplätze wegfallen, etwa ein Viertel der Beschäftigten habe ohnehin nur befristete Jahresverträge, die bisher immer wieder verlängert worden waren. Treuleben hatte bereits im Mai umfangreiche Sanierungsmaßnahmen angekündigt. Zudem seien schon im vergangenenen Sommer die Gehälter oft nur in Teilzahlungen erfolgt sein.

Treuleben hatte Sachsendruck vor sechs Jahren von der Schlott-Gruppe gekauft. Damals wurde festgelegt, dass die Druckerei noch zehn Jahre lang Aufträge von Schlott bekommen sollte. Mit dem Aus des Druckkonzerns war diese Vereinbarung allerdings hinfällig und Sachsendruck fiel ein Großteil der Aufträge weg.

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Leserkommentare (4)

Kenner | Montag, 14. Juli 2014 11:36:05

Sauerei

Was es nicht alles gibt in Deutschland, man kein marodes Unternehmen entschulden, entlässt Mitarbeiter und wirtschaftet genauso beschissen wieter wie vorher, und der Staat guckt seelenruhig zu. Die Lage in die sich Herr Treuleben gebracht aht, hat doch nicht nur was mit der "Strukturkrise" zu tun. Frage: Wie kann es sein das das komplette Management bei einer Insolvenz noch in Amt und Würden ist?

Peter | Montag, 14. Juli 2014 11:36:03

ab-sa(h)niert

Planinsolvenz als Geschäftsmodell in der grafischen Industrie. Das "Strickmuster" ähnelt vielen Vorläufern der letzten Jahre: Man bildet eine verflochtene Unternehmensgruppe, zieht das Kapital und Subventionen ab und dann munter rein in die Planinsolvenz in Eigenverwaltung. Betrogen sind nicht nur Lieferanten, Mitarbeiter und die öffentliche Hand, sondern auch alle Unternehmer, die ihren Betrieb so führen, dass sie ohne Planinsolvenz auskommen. Die müssen sich dann noch dem wirtschaftlichen Druck stellen, den die Pleitegeier auf die ganze Branche ausüben.
Niemand könnte mir erklären, was der "Selbstverwalter" jetzt besser machen können sollte als vor der Insolvenz. Er gehört schlicht und einfach vom Platz gestellt und mit einem Betätigungsverbot in der Branche belegt. Hoffentlich kürt ihn DD nicht noch zum Unternehmer des Jahres...

Wolf | Mittwoch, 09. Juli 2014 10:06:05

Insolvenz Sachsendruck

"Treuleben hatte bereits zuvor die Muttergesellschaft von Sachsendruck, die Offizin Andersen Nexö (OAN in Leipzig) sowie die Werke in Reichenbach in Eigenregie saniert. Für die OAN endete die Insolvenz Ende Juni". - klingt ja fast positiv.
Wie viele Lieferanten an dieser Stelle auf Geld verzichten mussten, Arbeitsplätze auf der Strecke blieben ... wird nicht genannt.
Nun weitere Stellen in Plauen und offene Posten bei Zulieferern - die dann nach gedrückt werden.
Was hier mit der Druckindustrie im Osten geschehen ist - unglaublich (OAN / Messedruck / Klingenberg / Kunst und Verlagsbuchbinderei / Sachsendruck / ... ).

Mr. XY | Mittwoch, 09. Juli 2014 10:06:01

Die Branche saniert sich selbst

Leider ist ein weiteres Traditionsunternehmen in Schwierigkeiten gekommen. Es helfen auch die vielen Subventionen nicht, wenn das Management mit Dumpingpreise an den Markt geht. Durch ein falsches Vertriebsmodell und einen Geschäftsführer der kurz vor knapp die Flucht antritt kann das wohl nichts mehr werden. Warten wir ab wie lange es weiter geht wenn man sich gesund gestoßen hat.

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