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Sappi investiert 61 Mio. Euro in den Umbau der Papiermaschine PM2

Nachfrage nach hochwertigen Spezialpapieren für Verpackungen steigt – seit 20 Jahren größte Investition in Alfeld
 

Laut Rosemarie Asquino, Sales and Marketing Director Specialities bei Sappi Europe, stellte der Umbau die Verantwortlichen auch vor logistische Probleme, zu denen nicht zuletzt auch der Transport und die Installation des 135 t schweren MG-Zylinders (MG steht für „machine glazed“ also „maschinenglattes“ Papier) mit einem Durchmesser von 6,5 Metern zählen. Dieser gewaltige Zylinder wurde per Schiff und LKW von seinem Fertigungsstandort in Karlstadt (Schweden) nach Alfeld überführt. Der Großteil des Transports erfolgte auf dem Wasserweg. Nur für die letzten Kilometer kam ein Spezialtransporter zum Einsatz. Für die für Mitte September geplante Installation des Zylinders wird einer der größten Kräne Europas benötigt. Der Kran selbst wiegt 1.200 t, ist 80 Meter breit und 96 Meter hoch. 60 Schwerlasttransporter werden benötigt, nur um den Kran nach Alfeld zu bringen.

Mit dem Umbau der Papiermaschine 2 (PM2) im Sappi-Werk Alfeld (Leine) in Niedersachsen schafft der Papierkonzern die weltweit größte Papiermaschine für einseitig gestrichene und MGBK (Machine Glazed Bleached Kraft)-Spezialpapiere. Dieses komplexe Projekt repräsentiertc einen Investitionswert von 61 Mio. Euro.

„Das ist die seit 20 Jahren größte Investition in dieser 300 Jahre alten Papierfabrik“, erklärt Rosemarie Asquino, Sales and Marketing Director Specialities bei Sappi Europe. Laut Asquino erhöhe diese Maßnahme nicht nur die Kapazitäten zur Produktion der Spezialpapiere für Verpackungen. Sie verkleinere darüber hinaus auch den ökologischen Fußabdruck und steigere die Einhaltung der vorgeschriebenen Standards. 

Asquino erläutert, dass die PM2-Anlage von der Produktion holzfreier gestrichener grafischer Papiere auf die Produktion der vielfältigen Spezialpapiere umgestellt wird. „In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach grafischen Feinpapieren um etwa 6 % gesunken“, ergänzt sie. „Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass der Bedarf an Spezialpapieren für Verpackungen um 3,2 % ansteigen wird.“ 

Asquino zufolge wird Sappi mit diesem Umbau sein Portfolio um die Kapazität erweitern, größere Volumen einer breiteren Palette von Papier- und Verpackungsprodukten zu fertigen. Dazu zählen gestrichene und ungestrichene Papiere für flexible Verpackungen, GZ-Premiumkarton für Luxusschachteln, Topliner für hochwertige Wellpappeverpackungen, Etikettenpapiere für Nassklebeanwendungen wie für Dosen und Gläser, Banderolen und Umhüllungen sowie nicht zuletzt Papiere auf Silikon-Basis als Trägermaterial für selbstklebende Produkte wie Plotter-Folien und Aufkleber.

Die 1706 gegründete Papierfabrik in Alfeld wurde 1992 von Sappi übernommen. Sie verfügt über fünf Papiermaschinen und eine integrierte Zellstoffanlage, die vor Ort geschlagenes Holz verarbeitet. Die nach OHSAS 18001, ISO 14001, EMAS und ISO 9001 zertifizierte Fabrik produziert täglich absolut chlorfrei (TCF) gebleichten chemischen Zellstoff für den Eigenbedarf. Die aktuelle Kapazität für holzfrei gestrichenes und ungestrichenes Spezialpapier beträgt 330.000 Tonnen pro Jahr. 

Mit dem Umbau der Papiermaschine PM2 soll die Fabrik in Alfeld zu 100 % Spezialpapiere für Verpackungsanwendungen produzieren. Dazu zählen auch ungestrichene Papiere. Sappi geht davon aus, dass die PM2 bis Mitte Oktober, nur ein paar Tage nach der Installation des Zylinders, den Betrieb aufnehmen kann.

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