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Schaupp Rollenoffset wird doch nicht stillgelegt

Mitarbeiter verzichten drei Jahre lang auf 12 Prozent ihres Gehalts
 
Schaupp Rollenoffset

Die Schaupp-Mitarbeiter Valerius Gabriel (vorn) und Ibrahim Karakas an einer der beiden Rollenoffsetmaschinen im Schwäbisch Haller Werk.

Der Schwäbischer Haller Betrieb der Schaupp Rollenoffset GmbH & Co. KG wird nun doch nicht zum Jahresende 2013 stillgelegt. Wie der Waiblinger Unternehmer Heinz Wurzel, zu dessen Firmengruppe Schaupp gehört, jetzt mitgeteilt hat, sei es gelungen, "den Erhalt des Unternehmens langfristig zu sichern". Damit dies zugesagt wurde, haben sich die 26 fest angestellten Mitarbeiter bereit erklärt, für die Dauer von drei Jahren auf 12 Prozent ihres Gehalts zu verzichten. Im Gegenzug werden keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen.

Die Wurzel Mediengruppe überholt und modernisiert nach eigener Aussage den Maschinenpark und investiert in eine neue thermische Nachverbrennungsanlage. Ohne diese Anlage hätte Schaupp Rollenoffset ab 2014 die emissionsrechtlichen Auflagen nicht mehr erfüllen können. Die Gesamtinvestition überschreite "deutlich die Millionengrenze", heißt es. Heinz Wurzel: „In den vergangenen Wochen konnten wir neue Kunden gewinnen, so dass die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen für die Fortführung der Schaupp Rollenoffset nun gesichert sind.“

Als im September die Stilllegung bekanntgegeben worden war, hatte man allen Mitarbeitern ein Übernahmeangebot für den über 50 km entfernten Standort Waiblingen gemacht. In die Entscheidung der Beschäftigten sind nun offenbar die Kosten und der Zeitaufwand für das tägliche Pendeln nach Waiblingen eingeflossen.

Schaupp ist noch nicht lange Teil der Wurzel Mediengruppe. Das seit 1963 im Besitz der Familie Schaupp befindliche Unternehmen war im vergangenen Jahr rückwirkend zum 1. Januar 2012 zugekauft worden. Im Schwäbisch Haller Werk sind zwei Acht-Seiten-Heatsetmaschinen in Betrieb.

Die Wurzel Mediengruppe verfügt über insgesamt 34 III B-Bogenoffset-Druckwerke und fünf Rollenoffsetdruck-Maschinen mit bis zu 16-Seiten. Für Kleinauflagen stehen fünf Digitaldruck-Maschinen zur Verfügung. Im Bereich Neue Medien ist die Unternehmensgruppe auch in den Bereichen CGI, Rendering und Augmented Reality tätig. Zur Unternehmensgruppe gehören die Unternehmen Gmähle-Scheel, Schaupp, Cantz, Wurzel-Medien, Flyer4Fun, Cannstatter Repro, Digital-Repro-Druck sowie der Status Verlag.

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Leserkommentare (4)

Harald Martenstein | Donnerstag, 02. Januar 2014 10:26:04

Bis zur nächsten Reparatur.....

Das Weihnachtsgeld hat bestimmt schon vor Jahren eine Reparatur des Falzaggregats verschlungen. Man kann einfach nur Mitleid mit den Mitarbeitern haben welche jedoch die Gesamtsituation der Kollegen in der Branche mit nach unten drücken.
Den letzten beissen die Hunde..........

Bitter ist das. | Donnerstag, 02. Januar 2014 10:26:03

*

Das Lohndumping, welches momentan in der deutschen Wirtschaft Einzug hält, ist schon frech.

Ich spreche selber aus persönlicher Erfahrung. 2009+2010 musste die Belegschaft auf Teile des Einkommens verzichten, da die GF Besserung versprach. Wir haben alle mitgemacht. Die Konsequenz war, dass das Unternehmen 2012 weiter Mitarbeiter entlassen musste und ich nun bei der Arbeitsagentur gemeldet bin. Ich würde so etwas nicht nochmal unterschreiben!!
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Hans Nickelsen | Dienstag, 17. Dezember 2013 20:16:02

Lohnverzicht

Ergo: Durch Lohnverzicht bezahlen die Mitarbeiter die Ersatzteile für die maroden Druckmaschinen. Das ist Unternehmertum wie es im Buche steht. Was kommt da als
nächstes? Müssen die Mitarbeiter die Druckfarbe selbst bezahlen?
Entweder ist ein Betrieb solvent oder eben nicht.

ein aufmerksamer Beobachter der Druckbranche | Dienstag, 17. Dezember 2013 20:16:01

Hurra!

Und wieder einmal wird das Preisdumping in der Druckindustrie auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Ein nicht mehr überlebensfähiger Betrieb mit veralteter Technik, dessen Schliessung schon beschlossene Sache schien, reduziert seine Lohnkosten um 12%, aquiriert neue Aufträge, zu für die Kunden noch günstigeren Preisen und verkauft das dann auch noch als soziale Großtat. Im abgelaufenen Jahr haben wir wieder einige solcher Beispiele gesehen, viele werden folgen. Am Ende baden es die Mitarbeiter aus. Und dass damit die Zukunft langfristig gesichert ist, darf getrost bezweifelt werden. Erst unlängst sind zwei prominente Unternehmen, die in Summe schon mehrere Insolvenzen hinter sich hatten, vom Markt verschwunden. Die Dummen sind die, die versuchen ihren Mitarbeitern noch Tariflöhne zu bezahlen und dafür von solchen Wettbewerbern dann belächelt, wenn nicht ausgelacht werden.

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