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Schlott Gruppe AG reduziert Personal und Maschinenkapazität

350 der 2330 Arbeitsplätze sollen wegfallen

Die Schlott Gruppe AG (Freudenstadt) will rund 20 Prozent ihrer Maschinenkapazität stilllegen und 350 ihrer derzeit 2 330 Arbeitsplätze abbauen. Dies beschloss der Aufsichtsrat am 9. Juni 2009 gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter. Der Druck-Konzern reagiert damit auf stark fallende Umsätze und Erträge. Der Wertschöpfungsumsatz war im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 %, die bedruckte Tonnage um 12 % zurückgegangen.
Der Maßnahmenplan der Schlott-Gruppe sieht vor, am Druckstandort Hamburg (Broschek Tiefdruck) drei der dort betriebenen fünf Tiefdruckmaschinen stillzulegen. Der Weiterverarbeitungsbetrieb Broschek Service wird bis Mitte 2010 von Stelle zur Hamburger Druckerei verlagert. Auch im Zentralbereich der Gruppe sowie am Rollenoffset-Standort Lübeck soll Personal abgebaut werden. Für den holländischen Standort Maarsen (Biegelaar N.V.) ist eine noch nicht präzisierte »Anpassung der Kapazitäten« vorgesehen. Insgesamt soll sich die installierte Maschinenkapazität von 600 000 auf 480 000 Jahrestonnen verringern und – mit Hilfe des gesamten Maßnahmenkatalogs – die Profitabilität des Unternehmens um 25 Mio. Euro pro Jahr verbessern. Ziel sei es, schon im nächsten Jahr – vor restrukturierungsbedingten Sondereffekten – wieder ein positives Vorsteuerergebnis zu erzielen.
Die Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen werden mit 47 Mio. Euro beziffert – einschließlich der Kosten für Verlagerung, Um- und Rückbau. Schlott verspricht sich von den jetzt beschlossenen Maßnahmen »eine langfristige Sicherung eines Großteils der Arbeitsplätze im Kerngeschäft Tiefdruck, Rollenoffset und Weiterverarbeitung«. Die dezentrale Struktur des Unternehmen, die man als Wettbewerbsvorteil sieht, soll derzeit beibehalten werden. Die Schlott Gruppe AG produziert in Nürnberg, Freudenstadt, Landau, Hamburg, Lübeck, Maarsen und im französischen Hambach. Wenn man aber »zu weiteren Kapazitätsschnitten gezwungen sein sollte«, stelle sich die Frage nach der Schließung einzelner Standorte.
Schlott gibt in seiner Pressemitteilung zum Restrukturierungsplan auch Einblick in den Preisverfall im Tiefdruck der vergangenen Jahre: Der operative Rohertrag hat sich seit dem Geschäftsjahr 2005/2006 bis Ende des Geschäftsjahres 2008/2009 (akquisitionsbereinigt) um 24 Prozent reduziert – bei einem gleichzeitigem Mengenrückgang um 11 %.

Schlott Gruppe AG: »Vision 2012« http://www.schlottgruppe2012.de

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