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Schlott streicht Stellen und tarifliche Sonderzahlungen

Vorstand einigt sich mit Arbeitnehmervertretern auf Eckpunktepapier

Im Rahmen der Restrukturierung der Schlott Gruppe AG (Freudenstadt) haben der Vorstand des Druckkonzerns, die Tarifkomission des Konzernbeirats und Verdi am 26. Juni ein Eckpunktepapier zu den Personalmaßnahmen unterzeichnet. Wie Schlott mitteilte, war das Restrukturierungsprogramm angesichts des schwierigen Marktumfelds und den vorhandenen Überkapazitäten notwendig geworden. Das Paket sieht eine Reduzierung der installierten Maschinenkapazitäten im Tiefdruck von rund 20 Prozent sowie »deutliche Einschnitte bei den Personalkosten« vor. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2012.
Bei Broschek Tiefdruck in Hamburg sollen demnach bis zu 120 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Für bis zu 45 Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, seien zusätzlich finanzielle Anreize vereinbart worden.
Außerdem soll eine Umstellung auf ein Vier-Schicht-System mit einer Absenkung auf 31,875 Stunden Wochenarbeitszeit und entsprechender Lohnreduzierung erfolgen.
Bei Broschek Service in Stelle würden bis zu 30 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Bis zu 40 Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, sollen besondere finanzielle Angebote erhalten. Die verbleibenden Aktivitäten von Broschek Service werden nach Hamburg verlagert. Für beide Standorte seien die Eckpunkte für einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen, vereinbart worden. Betriebsbedingte Kündigungen werden laut Schlott zum 30. September 2009 ausgesprochen.
An den Standorten der Schlott GmbH in Freudenstadt, der U.E. Sebald in Nürnberg und der WWK in Landau sollen ab dem 1. Juli 2009 bis zum 30. September 2012 jeweils 50 Prozent der tariflichen Sonderzahlungen entfallen. Mitarbeitergruppen an einzelnen Standorten, für die bereits abgesenkte Sonderzahlungen oder reduzierte Arbeitszeiten gelten, seien von diesem Konsolidierungsbeitrag ausgenommen beziehungsweise im ersten Jahr noch nicht in vollem Umfang von der Reduzierung betroffen. Bei U.E. Sebald soll zusätzlich das Antrittsgeld für Sonn- und Feiertagsarbeit dauerhaft auf das tarifliche Niveau reduziert werden.
Bei den nicht-tarifgebundenen Unternehmen (DVN, Broschek Rollenoffset, Schlott Vertrieb, Sebaldus und Schlott Gruppe AG) werde angestrebt, die jährliche Vergütung für 2009 um 5,8 Prozent zu reduzieren und in den Folgejahren um 5,5 Prozent.
Die Beschäftigungssicherung in den tarifgebundenen Unternehmen regelt sich laut Schlott-Management nach den tarifvertraglichen Bestimmungen. Falls Entgeltverzichte erfolgen, gelte die Beschäftigungssicherung analog der tariflichen Bestimmungen auch für nicht-tarifgebundene Unternehmen. Für den Standort Broschek Service sei Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Mitarbeiter für die Laufzeit der Vereinbarung zugesagt worden.
Auch der Vorstand will auf 6,6 Prozent seiner Jahresbezüge verzichten. Die Ausdehnung der Regelung auf andere Führungskräfte und außertariflich bezahlte Mitarbeiter werde angestrebt.
Auszubildende und Beschäftigte mit einem Altersteilzeitvertrag seien von den Konsolidierungsbeiträgen ausgenommen.
Zudem sei vereinbart worden, dass weitere Gespräche über Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Unternehmens aufgenommen werden können, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld nochmals schlechter als in den Prognosen unterstellt entwickelt.

Schlott Gruppe AG http://www.schlottgruppe.de

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