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Schlottgruppe soll erhalten werden

Dr. Siegfried Beck als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt

Dr. Siegfried Beck, vorläufiger Insolvenzverwalter für alle deutschen Firmen der Schlottgruppe

Die Schlottgruppe AG hat zusammen mit allen elf deutschen Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter für alle Gesellschaften hat das Insolvenzgericht beim Amtsgericht Nürnberg am 19. Januar den Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Siegfried Beck bestellt. Dr. Beck will zusammen mit dem Vorstand den Geschäftsbetrieb der Gruppe im vorläufigen Verfahren uneingeschränkt fortführen. Die Löhne und Gehälter der im Inland befindlichen rund 1.500 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Insolvenzverwalter und Vorstand beabsichtigen, die Schlottgruppe über einen Insolvenzplan oder über den Verkauf an einen Investor zu sanieren. Ziel sei der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. „Die Schlottgruppe hat eine gute Marktstellung und ist im Grunde wettbewerbsfähig", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter. „Das jetzt eingeleitete Insolvenzverfahren bietet deshalb eine Chance für eine nachhaltige Neuaufstellung der Unternehmensgruppe." Derzeit analysieren Beck und sein Team die Lage in den einzelnen Unternehmen.

Insolvenzverwalter und Vorstand haben Kontakt zu den wichtigsten Kunden und Lieferanten aufgenommen, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs sicher zu stellen. Beck hat außerdem die Mitarbeiter über die Lage und die weiteren Schritte informieren. „Wir bedauern sehr, dass ein Insolvenzverfahren nicht zu vermeiden war, sehen jedoch klar die Chance, die Gruppe über das Insolvenzverfahren nachhaltig zu sanieren", erklärte Bernd Rose, Vorstandsvorsitzender der Schlottgruppe AG.

Von Insolvenzverfahren unberührt bleiben zunächst die ausländischen Gesellschaften in der Tschechischen Republik und in Frankreich. Für die beiden niederländischen Firmen wird die Insolvenzantragspflicht noch geprüft. Die Nürnberger Kanzlei Dr. Beck & Partner war auch mit der Insolvenzverwaltung bei Grundig und Photo Porst betraut gewesen.

Unterdessen hat der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Frank Werneke, den Insolvenzantrag des Tiefdruckkonzerns als "ausgesprochen bitter" bezeichnet: Die Schlott-Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren riesige Opfer erbracht, um die Wettbewerbsfähigkeit von Schlott zu verbessern, sagte Werneke. Dieser substanzielle Sanierungsbeitrag habe aber letzten Endes „angesichts der gigantischen Überschuldung, die über Jahre durch waghalsige Zukäufe angehäuft wurde", das Unternehmen nicht retten können. Jetzt gelte es, im Insolvenzprozess einen Weg zu finden, dem Konzern als Ganzes eine neue Perspektive zu eröffnen und die Arbeitsplätze zu erhalten, forderte der Gewerkschaftsvertreter.

Verdi hatte in den vergangenen zwei Jahren in zwei Sanierungstarifverträgen einem, wie es heißt, weit reichenden Verzicht der Beschäftigten unter anderem auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und einer Arbeitszeitverkürzung zugestimmt, um die Schlott-Sanierung voran zu treiben. Dafür wurden betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

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