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Straubinger Regionalverleger übernimmt Münchner „Abendzeitung“

Künftig Druck in Straubing im Berliner Format
 
Münchner "Abendzeitung"

Die Münchner "Abendzeitung" wird es weiterhin geben. Bedingt durch die Druckmaschinen in Straubing wird die AZ künftig in einem kleineren Format erscheinen.

Der Verleger der Regionalzeitung Straubinger Tagblatt, Martin Balle, wird die Münchner „Abendzeitung“ übernehmen. Am 17. Juni 2014 stimmte der Gläubigerausschuss dem Angebot aus Niederbayern zu. Balle will allerdings zunächst nur 25 der noch knapp 100 Mitarbeiter übernehmen und den Druck nach Straubing verlegen. Dort wurde 2010 eine neue Zeitungsdruckerei in Betrieb genommen.

Die wirtschaftliche Verantwortung will Balle allein tragen, die Herausgeberschaft werde er sich mit Dietrich von Boetticher teilen, einem Münchner Wirtschaftsanwalt, der früher selbst in der Zeitungs- und Verlagsszene engagiert war.

Für die schwierige Kostenlage des Boulevardblattes wird auch der bisherige Druckvertrag mit der Druckerei der Frankfurter Societät in Maisach verantwortlich gemacht. Insolvenzverwalter Axel Bierbach konnte beim Druckpartner allerdings eine Senkung der Kosten erreichen. Gleichzeitig hob er den Verkaufspreis an – von 60 Cent auf einen Euro unter der Woche und samstags von 80 Cent auf 1,20 Euro. Die Verkaufszahlen sanken direkt nach der Erhöhung dennoch nur um zehn Prozent.

Der bisherige Eigentümer der „Abendzeitung“, die Familie Friedmann, hatte anlässlich des Insolvenzantrages erklärt, seit 2001 seien Verluste von etwa 70 Mio. Euro aufgelaufen, das Jahr 2013 habe mit einem Minus von etwa zehn Mio. Euro geendet.

Eigene Herstellungsressourcen

Der neue Verleger kann eigene Ressourcen nutzen – sowohl in der Verwaltung wie auch bei der Herstellung. Er kündigte an, auf den eigenen Druckmaschinen im kleineren Berliner Format produzieren zu wollen. Die Druckauflage der Abendzeitung liegt aktuell bei etwa 140.000 Exemplaren. Sie soll zurückgefahren werden, weil, „in der Vergangenheit die Auflage künstlich hochgerechnet wurde, um Anzeigenpreise in die Höhe zu treiben“, so Balle. Die AZ-Redaktion wird außerdem umziehen müssen, weil die derzeitigen Büroräume aufgegeben werden.Für den überregionalen Teil der Zeitung soll die „AZ“ Texte aus Balles „Straubinger Tagblatt“ übernehmen.

Zum Jubiläumsjahr 2010, als das "Straubinger Tagblatt" sein 150-jähriges Bestehen feiern konnte, war das neue Druckzentrum der niederbayerischen Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung in Betrieb gegangen. Die Kompaktrotation vom Typ KBA Commander CT kann in einem Durchgang bis zu 64 Seiten im Berliner Format produzieren.

Die Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung ist neben der Verlagsgruppe Passau die zweitgrößte Verlagsgruppe Niederbayerns. Ihr Stammsitz ist Straubing, daneben existiert ein weiteres Verlagshaus in Landshut. Herausgeber und Verleger ist seit 1995 Martin Balle. Neben dem 1860 erstmals erschienenen "Straubinger Tagblatt" und der "Landshuter Zeitung", gegründet 1849, gibt die Verlagsgruppe in der westlichen Hälfte Niederbayerns und in Teilen der Oberpfalz und Oberbayerns weitere zwölf Lokalausgaben für die Regionen von Bogen, Cham, über Dingolfing bis Freising und Vilsbiburg heraus. Hinzu kommen zahlreiche Online-Angebote und Beteiligungen an lokalen Radio- und Fernsehstationen.

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