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Studie zur Lage und den Chancen der europäischen Druckindustrie vorgestellt

Havard Grjotheim, Präsident von Intergraf (li.), und Simon Dubbins, Präsident Uni Europa Graphical, unterzeichneten in Brüssel eine Absichtserklärung zur weiteren Zusammenarbeit der europäischen Arbeitgeber- und der Gewerkschaftsorganisationen auf höchster Ebene. Gemeinsam will man die Interessen der Druckindustrie gegenüber den EU-Institutionen vertreten.

Die europäische Druckindustrie befindet sich in einer strukturellen Krise, die zu signifikanten Veränderungen in der Branche führen wird. Dies ist ein Ergebnis der EU-Studie, die am 23. November in Brüssel vorgestellt wurde. Die von der Europäischen Kommission unterstützte Studie zur „sozialverantwortlichen Restrukturierung in der europäischen Druckindustrie" diagnostiziert: Überkapazitäten und Preiswettbewerb betreffen die gesamte Branche. Die veränderte Mediennutzung der Verbraucher schwächt die Nachfrage nach Druckerzeugnissen weiter. Dies wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigtensituation haben.

Allerdings sehen die Partner des Projektes - unter anderem die Arbeitgeber-Dachorganisation Intergraf und der europäische Gewerkschaftsverband Uni Europa Graphical - auch Chancen. Voraussetzung sei, dass Unternehmen bereit und in der Lage seien, neue Technologien zu nutzen und sich neue Märkte zu erschließen. Die strukturellen Änderungen in der Branche erfordern daher künftig von Betrieben und Beschäftigten gleichermaßen zusätzliche Flexibilität. Mehrfachqualifikationen und ständige Weiterbildung der Beschäftigten werden notwendig sein, um den Anforderungen der neuen Technologien gewachsen zu sein, hieß es bei der Vorstellung der Studie, die vom britischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Facta Consult erarbeitet wurde.

In einer Pressemitteilung begrüßt der Bundesverband Druck und Medien die genannten Vorschläge, verwahrt sich allerdings gegen jegliche Einmischung der EU-Kommission zur Kapazitätsreduzierung in der Druckindustrie. BVDM-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel: „Deutschland und seine Industrien sind marktwirtschaftlich orientiert. Eingriffe in den Markt und verzerrende Subventionen können zu Marktversagen, aber nicht zur Verbesserung der Marktsituation führen."

Die EU-Studie und ein praktischer Handlungsleitfaden für Betriebe sollen allen Unternehmen der Druckindustrie in Europa zur Verfügung gestellt werden. Basis des Berichtes sind unter anderem zwei Workshops, die mit Unternehmen verschiedener Größenklassen durchgeführt wurden, sowie über 50 Interviews und eine Internetbefragung von Druckunternehmen - vorwiegend aus Westeuropa.

Weitere Partner des EU-Projektes waren der Bundesverband Druck und Medien für Deutschland, die Arbeitgeberverbände der Druck- und Medienindustrie in den Niederlanden (KVGO) und Italien (Assografici) sowie mehrere nationale Gewerkschaftsverbände -  Verdi (Deutschland), Fistel-CISCL (Italien) und Unite (Großbritannien). 

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