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Tarifverhandlungen für die Druckindustrie in zweiter Runde ergebnislos

BVDM und Verdi führen Verhandlungen am 12. März 2014 fort
 

Der BVDM und Verdi haben die zweite Tarifrunde für die Druckindustrie ergebnislos beendet. Am 12. März 2014 werden die Verhandlungen fortgesetzt.

Gleich zu Beginn der zweiten Tarifrunde für die Druckindustrie, am 11. Februar 2014 in Frankfurt/Main, unterbreiteten die Arbeitgeber, vertreten durch den Bundesverband Druck und Medien (BVDM), den Arbeitnehmern ein Angebot. Dies orientierte sich wirtschaftlich an der Leistungsfähigkeit der Druckindustrie, so der BVDM. Die Arbeitnehmer-Vertretung Vereinigte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) wies dies mit dem Hinweis zurück, dass so die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Branche von der allgemeinen Lohnentwicklung in Deutschland abgekoppelt würden. Die Verhandlungen gehen am 12. März 2014 in Hamburg in die dritte Runde.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber der Druckindustrie, Sönke Boyens, äußerte sich verhalten über den Verlauf der zweiten Tarifgespräche. Insbesondere die Orientierung an branchenfremden Abschlüssen seitens der Arbeitnehmer diene nicht einer zukunftsorientierten Einigung.

Das Angebot der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer, so Boyens, orientiere sich wirtschaftlich an der Leistungsfähigkeit der Druckindustrie. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten beinhalte das Angebot eine Einmalzahlung von 400 Euro in 2014 sowie eine lineare Erhöhung der Löhne von 1,8 Prozent ab dem ersten Januar 2015. Darüber hinaus sehe das Angebot, so Boyens, eine Verpflichtung der Tarifpartner zu Verhandlungen über den Manteltarifvertrag vor.

Positiv bewertete Boyens die grundlegende Verhandlungsbereitschaft der Gewerkschaft über die Arbeitsbedingungen in der Druckindustrie. Dies sei eine wesentliche Bedingung des BVDM für einen Abschluss in dieser Lohntarifrunde.

Frank Werneke, stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) wies mit den Worten: "Ein ganzes Jahr ohne prozentuale Lohnerhöhung und danach eine Erhöhung deutlich unter allen anderen Branchen in Deutschland – Respekt und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten in der Druckindustrie sehen anders aus", das bei der zweiten Runde der Tarifverhandlungen vorgelegte Arbeitgeber-Angebot zurück. Das Angebot bedeute ein ganzes weiteres Jahr, in dem die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Branche von der allgemeinen Lohnentwicklung in Deutschland abgekoppelt würden, so die Bewertung von Werneke. Die angebotenen Einmalzahlungen hatte die Verdi-Tarifkommission bereits im November des vorigen Jahres als nicht akzeptabel abgelehnt.

Als Preis für einen solch niedrigen Lohnabschluss würden die Druckarbeitgeber zusätzlich die Aufnahme von Verhandlungen zum Manteltarifvertrag und den anderen Tarifwerken der Branche verlangen, so Verdi, um die "Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken". Auch im Manteltarifvertrag stellten sich die Arbeitgeber deutliche Einschnitte vor. Verdi fordert für die knapp 150.000 Beschäftigten der Druckindustrie 5,5 Prozent Lohnerhöhung, verbunden mit dem Ziel, die Beschäftigten nicht länger von der allgemeinen Lohnentwicklung abzukoppeln. 

Die Verhandlungen werden am 12. März 2014 in Hamburg fortgesetzt.

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