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Tausende protestieren in Itzehoe gegen Prinovis-Schließung

Verdi: "Beschäftigte werden im Stich gelassen"
Prinovis

Der Tiefdruckkonzern Prinovis, an dem Bertelsmann und Axel Springer Anteile halten, will das Werk Itzehoe im kommenden Jahr stilllegen um die Auslastung der anderen Standorte zu verbessern.

Rund 2.000 Menschen haben am Samstag, 23. Februar 2013, in Itzehoe gegen die für 2014 geplante Schließung der Prinovis-Tiefdruckerei in der schleswig-holsteinischen Kreisstadt protestiert.

Die Proteste reißen nicht ab. Nach einer Aktion in Berlin gingen nun viele der Prinovis-Beschäftigten mit ihren Familien in Itzehoe auf die Straße.  Mit Trillerpfeifen, Tröten und Transparenten protestierten sie gegen die Schließung der Tiefdruckerei, die den Verlust von mehr als 1.000 Stellen in der Region bedeutet.

Unter dem Motto "Eine Stadt steht auf" forderten der Prinovis-Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi unter anderem eine faire Abfindung für Festangestellte und Leiharbeiter. "Wir wollen heute ein Signal setzen, dass wir vernünftig ausgestattet werden für die Zukunft", sagte Helmut Böttger vom Prinovis-Betriebsrat. Dies sei "kein Trauermarsch".

Unterstützt wurden die Prinovis-Tiefdrucker durch Delegationen aus dem ganzen Bertelsmann-Konzern, durch Regionalpolitiker, Vereine und örtliche Gewerbetreibende. Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte, die Landesregierung werde "beharrlich daran arbeiten, dass es eine Zukunft gibt, und zwar für jeden einzelnen". Im April sollen die Verhandlungen mit der Konzernleitung von Prinovis beginnen.

Die Gewerkschaft wählt unterdessen auf ihrer Website drastische Formulierungen und spricht von einem "Angriff des blanken Kapitalismus auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Itzehoe". Nun würden Beschäftigte "einfach im Stich gelassen", die sich "jahrzehntelang für den Konzerngewinn und die Mehrung des Milliardenvermögens der Bertelsmannstiftung und der Familie Mohn krummgelegt" hätten.

Zu den Protestaktionen gegen die Werksschließung wurde eine Facebook-Seite eingerichtet.

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