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Tiefdruckerei Badenia in Karlsruhe soll geschlossen werden

Erzdiözese zieht bei dem seit 14 Jahren defizitären Betrieb die Notbremse
Tiefdruck bei Badenia

Im Jahr 2006 hatte Badenia nochmals kräftig investiert und eine neue 2,10 m breite Tiefdruckmaschine von Cerutti aufgestellt (unser Bild zeigt die Maschine beim Testlauf im Cerutti-Werk Casale Monferrato).

Die Tiefdruckerei der Badenia Verlag und Druckerei GmbH in Karlsruhe soll im Frühjahr 2013 ihren Betrieb einstellen. Dies teilt der Mehrheitseigentümer, die katholische Erzdiözese Freiburg, auf ihrer Website mit. Am 5. Oktober 2012 wurde der Betriebsrat entsprechend informiert. Mit dem Betriebsrat soll bereits in den kommenden Wochen über einen Sozialplan verhandelt werden. Ziel sei zudem, sich mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft auf die Gründung einer Transfergesellschaft zu verständigen, um die betroffenen etwa 100 Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Perspektiven zu unterstützen. Der Badenia-Verlag, in dem auch die Kirchenzeitung für das Erzbistum Freiburg, das „Konradsblatt", erscheint, ist von der Schließung des Druckereibetriebes nicht betroffen. Der Verlag soll bestehen bleiben und – wie es heißt – „nicht länger durch tiefrote Zahlen aus dem Druckereibetrieb gefährdet werden."

Die Erzdiözese Freiburg begründet die geplante Schließung des kircheneigenen Druckereibetriebes mit jahrelangen Millionen-Verlusten. Trotzdem hätte der Aufsichtsrat mit Blick auf die Arbeitsplätze immer wieder einen Weiterbetrieb ermöglicht, weil er auf eine deutliche Verbesserung der Marktlage durch den Konsolidierungsprozess in der Tiefdruckbranche hoffte. Obwohl bereits ein Sanierungstarifvertrag abgeschlossen wurde, muss – nach einem Verlust von mehr als zwei Millionen Euro in 2011 – in diesem Jahr mit einer ähnlichen Entwicklung gerechnet werden. Den letzten operativen Gewinn hatte der Druckereibetrieb nach Angaben der Geschäftsführung im Jahr 1998 erzielt.

Inzwischen sieht der Aufsichtsrat keine Möglichkeit mehr, mit dem Druckereibetrieb mittel- oder langfristig am Markt erfolgreich zu werden: „Auch wenn die Preise einzelner Aufträge nach oben korrigiert werden konnten, bleiben die Zahlen dauerhaft rot. Die Tiefdruckerei sowie der Bereich Service & Print-Factory in Karlsruhe werden auf absehbare Zeit nicht in die schwarzen Zahlen kommen können", bilanziert Geschäftsführer Reinhold Füger.

„Sozialplan durch Verkauf von Grundstücken und Gebäuden finanzierbar"

Deshalb will die Gesellschafterversammlung des kircheneigenen Unternehmens den Druckereibetrieb schließen, solange durch den Verkauf der Grundstücke, Gebäude und Anlagen neben der Schuldentilgung noch ein Sozialplan finanziert werden könne.

Der Grundsatz-Entscheidung für die Druckereischließung war, wie die Erzdiözese mitteilt, „eine intensive Prüfung möglicher Alternativen vorausgegangen". Bei vielen Gesprächen in der Druckbranche sei auch deutlich geworden, dass es keine realistischen Chancen auf eine dauerhafte Übernahme des Betriebes durch einen Mitbewerber gebe.

Seit der Gründung 1874 und der Inbetriebnahme der ersten Tiefdruckrotation im Jahre 1924 hatte sich die Badenia Druckerei zu einem Nischendrucker im Bereich Tiefdruck entwickelt. Ende 2006 war eine 2,10 m breite Cerutti-Tiefdruckmaschine mit variablem Falzapparat in Betrieb genommen worden.

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