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UPM: In Albbruck werden 557 Stellen abgebaut

Keine Veränderungen beim Portfolio erwartet

Dr. Hartmut Wurster erwartet keine Veränderungen im Portfolio von UPM.

Nach der Akquisition von Myllykoski am 2. August 2011 hatte der Papierhersteller UPM über geplante Restrukturierungsmaßnahmen informiert, die nun am 31. August bekannt gegeben wurden. In deren Folge will UPM das Werk Albbruck in Deutschland sowie das Werk Myllykoski in Finnland vollständig schließen. In Albbruck sind 557 Mitarbeiter, in Myllykoski 375 Mitarbeiter von der Schließung betroffen.

Albbruck, Myllykoski und Ettringen

Des Weiteren plant UPM, die Papiermaschine 3 im Werk Ettringen in Deutschland stillzulegen, auf der bisher Zeitungsdruckpapier hergestellt wurde. Dadurch sollen 66 weitere Arbeitplätze wegfallen. Wie Dr. Hartmut Wurster (Executive Vice President, Technology) in einem Pressegespräch sagte, sind für die Produktionslinien, die heute und in Zukunft nicht wettbewerbsfähig sind, dauerhafte Stilllegungen geplant. Dies betreffe die PM3 in Ettringen, die aufgrund ihres Alters und aufgrund ihrer Breite und ihrer Technologie nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Dies ist laut Wurster auch der Hintergrund für alle anderen Papiermaschinen-Stilllegungen, sowohl in Myllykoski als auch in Albbruck. Die stillgelegten Papiermaschinen sollen, so Dr. Hartmut Wurster, entsprechend abgebaut werden und die Teile, die intern bei UPM genutzt werden können, an anderen Standorten eingesetzt werden.

UPM Nordland Papier

Außerdem plant UPM, die Papiermaschine 2 für ungestrichenes Feinpapier bei UPM Nordland Papier im niedersächsischen Dörpen vorübergehend abzustellen. Dr. Hartmut Wurster begründete diese Maßnahme damit, dass die PM 2 in der Vergangenheit Produktionsschankungen bzw. Nachfrageschwankungen ausgeglichen habe. Die vorübergehende Abschaltung sei eine Reaktion auf den momentan abschwächenden Feinpapiermarkt, so Wurster. Man versuche dies mit Kurzarbeit zu regeln, könne aber noch keinen Zeitpunkt nennen, bis zu dem der Stillstand notwendig sein werde.

Augsburg und Ettringen

Nach Angaben von UPM soll es auch am Standort Augsburg Veränderungen geben, die allerdings rein organisatorischer Art sein sollen. Um dort effizienter zu werden, soll es künftig eine gemeinsame Führung der Werke Augsburg und Plattling geben, da diese ein vergleichbares Sortenspektrum haben. Zusätzlich gibt es in Augsburg ein Verwaltung, die die Service-Organisation für Zentraleuropa betreut. Dort soll beispielsweise das Supply-Chain-Center mit zusätzlichen Mitarbeitern versehen werden.

Das Werk in Ettringen wird nach Angaben von UPM kleiner werden, doch durch seine Struktur an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Da die Papiermaschinen die Produkte dort mit mehr Effizienz herstellen könnten, könne man sich mit diesen im Markt besser positionieren.

Verkauf des Werkes Stracel in Frankreich

UPM plant, die Papierfabrik UPM Stracel in Frankreich zu verkaufen. Für den potenziellen neuen Eigner gebe es, so Dr. Hartmut Wurster, klare Vorgaben, was die Produktion angeht. So dürfe dort beispielsweise nicht im selben Produktbereich d.h.  weder LWC- noch Zeitungsdruckpapier hergestellt werden.

Auswirkungen auf Portfolio und Preise

Nach Angaben von Dr. Hartmut Wurster sollen die Schließungen und Stillegungen keine Auswirkungen auf das Portfolio haben. Einzige Außnahme seien die holzhaltigen Magazinpapiere, die in Albbruck hergestellt werden. Diese Papiersorte soll künftig in Plattling hergestellt werden. In diesem Zusammenhang sollen die Formatschneider des Werks Albbruck ins Werk Plattling übertragen werden. Diesbezüglich sei die Planung aber noch nicht abgeschlossen, so Wurster, daher könne man noch nicht sagen, wann dies umgesetzt werde.

Die Preisstrategie des Unternehmens soll sich auch künftig nicht ändern. Obwohl man durch die jetzige Größe Marktführer sei, so Dr. Hartmut Wurster, heiße das nicht, dass man die Preise bestimmen könne. Diese würden nach wie vor vom Markt vorgegeben werden.

Langfristige Entwicklung der Magazinpapiere in Europa

Bei UPM geht man davon aus, dass die Nachfrage bei Magazinpapieren langfristig zurückgehen wird. Bereits heute sei eine strukturelle Überkapazität erkennbar, die nur durch eine endgültige Schließung von Produktionsanlagen reduziert werden könne. Diese Maßnahmen seien aber bei weitem nicht genug, und alleine könne UPM das Problem der Überkapazität ohnehin nicht lösen.

Situation für UPM auf anderen Weltmärkten

UPM hat in den Vereinigten Staaten zwei Werke. Nach der Akquisition von Myllykoski kam das Werk Madison hinzu, das laut UPM eine sehr gute Ergänzung zu Produktpalette des Werkes Blandin darstellt. Hier werden gestrichene Papiere hergestellt, in Madison ungestrichene Magazinpapiere. Obwohl man in den Vereinigten Staaten eine vergleichbare Entwicklung wie in Europa beobachten könne, sei die Kapazität dort überschaubar. Deshalb habe man nicht vor, dort Schließungen durchzuführen, sondern sei ganz zufrieden damit, dort besser aufgestellt zu sein, als in der Vergangenheit.

Nach Einschätzungen von UPM wird sich die Produktion allgemein mehr und mehr von Europa in Richtung Asien, in die so genannten Emerging Markets, verlagern. Insbesondere in China habe man eine gute Stellung, im Hinblick auf die Produktion des Werkes Changshu und auch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Werkes. Ausbaupläne in den Emerging Markets verfolge man durchaus, ohne aber konkrete Maßnahmen benennen zu können.

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