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Umsätze der größeren Druckereien stagnieren

Der "Branchenreport Druckgewerbe" von Pier 18 wertet Umsatzzahlen des Statistischen Bundesamtes aus
Christoph Näpelt

Pier-18-Geschäftsführer Christoph Näpelt: Pro-Kopf-Umsatz zwischen 2009 und 2011 bei den größeren Druckunternehmen deutlich angestiegen.

Die ihrer "Frühjahrsprognose" geht die Hamburger Unternehmensberatung Pier 18 für die größeren deutschen Druckunternehmen im laufenden Jahr von einem leichten Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent aus. In den verschiedenen Marktsegmenten würden sich die Umsätze jedoch sehr unterschiedlich entwickeln, sagt Pier-18-Geschäftsführer Christoph Näpelt. 

Pier 18 wertet die "Monatsberichte für das Produzierende Gewerbe" des Statistischen Bundesamtes aus. Die dort veröffentlichten Zahlen erfassen allerdings nur einen Teil der deutschen Druckindustrie – die Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Das waren im März 2012 exakt 598 Druckunternehmen mit 75.745 Mitarbeitern. Der Bundesverband Druck und Medien analysiert dagegen die Branche stets auf der Basis der "Beschäftigtenstatistik sozialversicherungspflichtig Beschäftigter" der Bundesagentur für Arbeit. Dort waren zum 30. Juni des vergangenen Jahres für die Branche 9.746 Betriebe mit 154.524 Beschäftigten ausgewiesen.

Seit 2009 rund 10 Prozent weniger Betriebe mit über 50 Beschäftigten

„Die ersten drei Monaten des laufenden Jahres [zeigen] mit 0,4% zunächst eine Stabilisierung der Umsätze im Vergleich zum ersten Quartal 2011", so Christoph Näpelt über die größeren Branchenunternehmen. Laut amtlicher Statistik legten die Umsätze im Zeitungsdruck (im März 2012 waren hier 41 Betriebe erfasst) zwischen Januar und März 2012 um 11 % zu. In der Druckweiterverarbeitung (56 Betriebe) gingen gleichzeitig die Umsätze um 13,8 % zurück. Auch im gesamten Marktsegment Druck gingen die Umsätze leicht um 0,6%, in der Druck-und Medienvorstufe um 0,3% zurück. Die Entwicklung im ersten Quartal 2012 setzt laut Pier 18 den Trend der vergangenen Jahre fort.

Im Zeitraum 2009 bis 2011 ging die Anzahl der Betriebe mit über 50 Beschäftigten im Druckgewerbe insgesamt um 10 % zurück, die Umsätze blieben jedoch mit 13,06 Mrd. Euro stabil. Im Marktsegment der Druck-und Medienvorstufe ist der Konzentrationsprozess überdurchschnittlich stark. Die Hamburger Unternehmensberatung weist außerdem auf die Produktivitätssteigerung zwischen 2009 und 2011 hin. So wuchs der Umsatz je Beschäftigten in den größeren Druckereien seit 2009 um 8,3% von 160.000 auf 173.000 Euro. Im Marktsegment Druck stieg der Pro-Kopf-Umsatz um 9,6% auf 191.000 Euro, in der Druck-und Medienvorstufe um 10,7% auf 109.000 Euro.

In ihrem "Branchenreport Druckgewerbe" weist Pier 18 für die Erzeugerpreise Grafische Papiere nach der deutlichen Zunahme in 2011 im ersten Quartal 2012 einen Rückgang um 3 % aus. Die Preise für Druckfarben und gewerblichen Strom seien jedoch weiterhin angestiegen. „Da die Erzeugerpreise für den Druck von Zeitschriften, Verkaufskatalogen und Werbedrucken im ersten Quartal 2012 unverändert blieben, bleibt der Margendruck und damit die Notwendigkeit zu weiteren Produktivitätssteigerungen maßgeblich für die Ertragssituation in 2012," so Christoph Näpelt.

Bei den Investitionen rechnet das Beratungsunternehmen mit einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von rund 100 Mio. auf 750 bis 780 Mio. Euro.

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